COPY! Article was removed from the web! www.antropologi.info

Das Rätsel der Hautfarbe

Früher waren alle Menschen schwarz. Dass sie dann weiß, rot oder gelb wurden, hat mit der Sonnenscheindauer zu tun.

Abendzeitung, 5.11.08

Mit Barack Obama ist zum erstenmal ein Farbiger in das höchste Amt der USA gewählt worden. Krause, schwarze Haare, negroide Lippen und sein dunkler Teint sind durch seine Abstammung zu erklären: Sein Vater ist ein schwarzer Afrikaner aus Kenia, seine Mutter eine Weiße. Anlass die Frage zu stellen (und zu beantworten): Warum haben Menschen eigentlich so unterschiedliche Hautfarben?

Früher waren wir alle einmal schwarz. Denn, so die unbestrittene Lehrmeinung, der Mensch stammt aus dem östlichen Afrika – und dort gab es auch schon vor Jahrmillionen eine massive Sonneneinstrahlung. „Dort hatten diejenigen Menschen die besseren Überlebenschancen, die durch eine starke Pigmentierung vor der schädlichen UV-Strahlung geschützt waren, sagt der Münchner Anthropologie-Professor Wulf Schiefenhövel der AZ. Im Lauf der Jahrtausende wurde die Haut immer dunkler bis schwarz. Noch heute sind die Bewohner in manchen Gegenden Afrikas oder auch in Melanesien fast blauschwarz.

Als der Mensch dann seine Heimat in Afrika verließ und nach Norden wanderte, wurde seine Haut allmählich heller, bis zur Farbe weiß. Wulf Schievenhövel: „Denn in den Regionen, wo viel weniger die Sonne scheint, ist die dunkle Hautfarbe von Nachteil: Sie lässt nicht ausreichend Sonnenlicht in die unteren Hautschichten eindringen, in denen mit seiner Hilfe das für den Aufbau der Knochen wichtige Vitamin D produziert wird. Menschen mit schwarzer Hautfarbe, die zum Beispiel in Skandinavien leben, müssen deshalb häufig Vitamin-D–Tabletten schlucken.“ Dass Menschen mit dunkler Hautfarbe unter den nordischen Bedingungen auf die Dauer wenig Überlebenschancen haben und auch weniger Nachwuchs bekommen, liegt an den Folgen für die Knochen. Schievenhövel: „Sie bekommen sehr schnell weiche und krumme Knochen. Bei den Frauen verbiegt sich das Becken regelrecht, sie sind dann nicht mehr gebärfähig.“

Alle anderen Hautfarben sind Mischformen von schwarz und weiß. Schievenhövel: „Man sagt zwar immer, Chinesen seien gelb, nennt die Indianer Rothäute. Doch das stimmt natürlich nicht.“ Beide haben einfach nur Hautfarben herausgebildet, die für ihren Lebensraum das „richtige“ Mischungsverhältnis hatten, um die Haut einerseits vor zu viel UV-Strahlung zu schützen, andererseits genügend Sonnenlicht in den Körper hineinzulassen. Die Farbe der Haut spielt übrigens nur eine kleine Rolle bei der Definition menschlicher „Rassen“ oder „Populationen“. Entscheidend sind unter anderem auch die Kopfform und die Körpergröße.

Michael Heinrich

Quelle: http://www.abendzeitung.de/nachrichten/64935

zurueck zum Eintrag Die "negroiden Lippen Obamas" - Ethnologe reagiert auf Rassismus in der Abendzeitung

www.antropologi.info archive powered by PmWiki(pmwiki-2.2.78)
edit