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26.02.11

  22:29:21, by admin  

Tunesien, Libyen und Ägypten: Medien interviewen Ethnologinnen

Seit mehreren Wochen toben sie nun, die Revolutionen in Nord-Afrika, die Rufe nach Freiheit und Demokratie von Millionen von Menschen. Nach dem Fall der Diktatoren in Tunesien, und Ägypten ist nun Libyen an der Reihe.

Ethnologen waren gefragte Interviewobjekte von Journalisten, auch in deutschsprachigen Medien.

Der Standard hat kürzlich die Wiener Sozialanthropologin Ines Kohl über die Rolle der “Stämme” in Libyen und die Zeit nach al-Qaddafi / Gaddafi interviewt.

Sie ist überracht über die Proteste, hätte nicht gedacht, dass es so schnell und so heftig passiert. Obwohl der Unmut in der Bevölkerung in letzter Zeit gestiegen ist. Eine direkte Auflehnung hatte man bisher nicht gewagt:

Begeht jemand Verrat am “revolutionären System", existieren Kollektivstrafen. Also nicht nur das Individuum wird bestraft, sondern ganze Familien, oder Stämme. Verrat heißt auch: sich gruppieren. Daher ist in Libyen jegliche Freizeitbeschäftigung in Form von Clubs oder Musikveranstaltungen (außer jene des Regimes) untersagt. Zudem existiert ein ausgeprägtes Spitzelwesen unterschiedlicher Geheimdienste, die sich auch gegenseitig kontrollieren. Bis dato hat sich Unmut noch nie offiziell zeigen können.

Sie erklärt auch, warum sie nach Gaddafis Fall keinen Bürgerkrieg fürchtet.

>> weiter im Standard

Ines Kohl hat eine schöne Webseite über ihre Forschung, es hat auch einige Artikel und Papers, besonders über Tuareg in Libyen. Ich hatte sie früher bereits erwähnt, u.a. im Beitrag Feldforschung bei den Tuareg: Makkaroni mit Tomatensauce - monatelang!

Nach dem Sturz von Präsident Zine El Abidine Ben Ali sind tausende Tunesier auf die italienische Insel Lampedusa geflüchtet. Der Tagesspiegel interviewt Ethnologin Heidrun Friese. Wie es der Zufall so will, erforscht sie die Migration nach Lampedusa: Was sind die Wege der Migranten? Was ist die Einstellung der Bevölkerung vor Ort? An mehreren tunesischen Häfen hat sie mit Fischern, Hausfrauen, Jungen und Alten gesprochen, um zu verstehen, warum so viele weg wollen.

Über die Fluchtwelle ist sie nicht überrascht:

Wenn Menschen zwanzig, dreißig Jahre eingesperrt sind und auf einmal sind die Gefängniswärter weg, dann ist es kein Wunder, dass einige die Chance zur Flucht ergreifen. (…) Jetzt freuen sich junge Leute zwar über ihre Revolution, aber besonders die gut ausgebildeten haben nicht mehr die Geduld, auf Veränderung zu warten. Sie wissen: Das kann Jahrzehnte dauern.

Die heutige tunesische Jugend sehe sich als Europäer:

In den Ländern Nordafrikas ist eine Europäisierung von unten zu beobachten. Die jungen Leute leben eine Flugstunde von Italien, Spanien entfernt. Sie nutzen die sozialen Netzwerke, die medialen Informationskanäle. Sie sind längst im modernen Europa angekommen, waren aber im Korsett ihrer korrupten Regime gefangen.

Sie kritisiert die Abschottung Europas von Afrika (”Festung Europa“), warnt vor “linker Revolutionsromantik” genauso wie vor dem rechten Wunsch nach Stabilität um jeden Preis.

>> weiter im Tagesspiegel

Heidrun Friese hat übrigens auch eine schöne Webseite auf http://web.mac.com/hfriese/heidrun_friese/

Dieses im Westen so beiebte Denken “lieber diktatorische Stabilität als demokratisches Chaos” kritisiert Ethnologe Samuli Schielke in einem Interview mit dem DeutschlandRadio

“Dass so was von der Regierung von Amerika und Europa behauptet wird, halte ich für einen moralischen Bankrott", kommentiert er:

Denn die ägyptische Regierung ist diejenige, die in dem Land für Chaos gesorgt hat und Chaos systematisch als Machtmittel eingesetzt hat. Also ich halte jede Rede darüber, dass Mubarak einen geordneten demokratischen Übergang übersehen sollte, halte ich für eine vollkommene Illusion, weil genau er und seine Machtelite dafür gesorgt hat, dass das Land in Chaos versunken ist. Ich denke, dass die Demonstranten sehr gut in der Lage sind, für Ordnung zu sorgen, die haben sich gerade eine ungesehene spontane Bereitschaft zum organisierten Handeln - also es ist sehr sauber auf dem Tahrir-Platz, der Müll wird gesammelt, es wird alles gut organisiert.


Er kritisiert auch “die ständige Angst, die gegenüber die Muslimbrüder geführt wird". Diese werde vom Mubarak-Regime gezielt auch geschührt.

Das Wichtigste sei für die Ägypter im Moment nicht, wer das Land regiert, sondern wie das Land regiert wird.

“If this revolution has taught me one thing is that the people of Egypt do not need to look up to Europe or America to imagine a better future", schrieb er in einem Gastbeitrag auf dem Blog Closer: “Compared to our governments with their lip service to democracy and appeasement of dictators, Egyptians have given the world an example in freedom and courage which we all should look up to as an example.”

Auf http://samuliegypt.blogspot.com/ schildert er seine Eindrücke von der Revolution in Ägypten und auf http://www.samuli-schielke.de/research.htm gibt es jede Menge Papers über die ägyptische Jugend.

Urmila Goel kommentierte die anti-demokratische Haltung des Westens in ihrem Beitrag Europäisches Interesse:

Demokratie - dafür tritt die EU angeblich ein. Die nordafrikanischen Volksaufstände aber zeigen, dass die EU de facto wenig Interesse an Demokratisierung hat. Mit den Diktatoren kann sie ihre Festung Europa viel besser abdichten.
(…)
Europäische (und einige andere Staaten) holen ihre Staatsangehörige aus Libyen raus. Die Libyer_innen aber sind in Europa nicht willkommen. Menschenrechte hängen mal wieder von der Staatsangehörigkeit ab.

Sehr interessant auch die Diskussion im Beitrag “Koloniale Sichtweisen und die Komplizenschaft der europäischen Politik“: Navid Kermani im Interview auf dem Blog Metalust & Subdiskurse Reloaded.

Ägypten: Warum hat der Westen Angst vor Demokratie? fragte ich vor drei Wochen und verwies auf den Kommentar der Ethnologin Katrin Zinoun auf ihrem Blog dialogtexte.

Inzwischen hat sie eine wunderschöne Schilderung der historischen Ereignisse auf dem Tahrir-Platz in Kairo mit vielen Videos ins Netz gestellt

Ich habe eine englischsprachige Uebersichten in den Beiträgen Saba Mahmood: Democracy is not enough - Anthropologists on the Arab revolution part II und “A wonderful development” - Anthropologists on the Egypt Uprising zusammengestellt.

31.01.11

  14:51:55, by admin  

Ägypten: Warum hat der Westen Angst vor Demokratie?

Warum freuen sich die Politiker im Westen nicht, wenn die Ägypter für Demokratie kämpfen? Warum diese Besorgnis über die Sehnsucht nach Demokratie? Diese Fragen diskutiert Ethnologin Katrin Zinoun auf ihrem Blog dialogtexte.

Arabischen bzw. muslimischen Einwanderern wird oft vorgeworfen, dass für sie Demokratie ein Fremdwort sei. “Der Westen stellt sich in dieser Situation gern als Gönner dar, der den armen unterentwickelten Menschen in fernen Weltregionen die Demokratie bringt", so Zinoun. “In einigen Ländern führen sie sogar blutige Kriege, um die Menschen endlich von unserer wunderbaren Demokratie zu überzeugen.”

Doch gleichzeitig unterstützt der Westen undemokratische Regierungen wie z.B. in Ägypten. Nun, wo die Zukunft Mubaraks gefährdet ist, sind die Politiker besorgt:

Die meisten westlichen Regierungen beobachten die Situation. Und sie sind besorgt – besorgt über die drohende Instabilität und die Auswirkungen auf die eigenen Länder. Sie fordern ein Ende der Gewalt, Durchsetzung von Menschenrechten usw. Aber kein Wort der Freude über die lang geforderte Demokratisierung und das nun endlich ausbrechende Verlangen danach. Keine Forderung nach Mubaraks Rücktritt.

>> weiter bei dialogtexte

“Menschen - nicht Medien - revolitieren, meint derweil Philipp Budka auf dem Blog Initiative Teilnehmende Medienbeobachtung des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie in Wien. “Auch im Zeitalter von Facebook & Co. sind es die Menschen auf den Straßen, die die entscheidenden Handlungen setzen, um „Revolutionen“ herbeizuführen oder eben nicht.”

Kathrin Sharaf ist Ethnologin an der Universität Freiburg und promoviert zu “virtuellen” Freundschaftsbeziehungen Kairoer Jugendlicher. Im Gespräch mit dem Freiburger Stadtmagazin fudder.de erzählt die “Halbägypterin” von der Popularität sozialer Netzwerkseiten im Netz. „Facebook erreicht alle – die Politischen und auch die Unpolitischen“. Die Kinder, die Eltern, selbst die Großeltern pflegen einen Account.

Doch auch sie warnt vor einer “falschen Glorifizierung des Internets". Es sei nur Plattform für den Frust der ägyptischen Jugend, “selber handeln ist eine ganz andere Kategorie“.

>> weiter bei fudder.de

AKTUALISIERUNG: Nun ist eine erste Uebersicht über internationale Reaktionen von Ethnologen/Anthropologen fertig.

SIEHE AUCH:

David Graeber: There never was a West! Democracy as Interstitial Cosmopolitanism

Jack Goody: “The West has never been superior”

Keith Hart and Thomas Hylland Eriksen: This is 21st century anthropology

  14:01:40, by admin  

Pakistanischer Ethnologe studiert Kölner Karneval

“Zuerst habe ich gar keinen Sinn darin entdeckt, und es widersprach ganz meiner Vorstellung von Deutschland, es war ein Gegenbild von Rationalität. Aber als Ethnologe konnte ich so etwas ja nicht liegen lassen: Ich wollte den Sinn von all dem herauskriegen. Das habe ich mir 2010 angeschaut.”

Das sagt Ethnologieprofessor Azam Chaudhary in einem Interview mit der Kölnischen Rundschau. Er war soeben auf Feldforschung in Köln, um die dortige Karnevalskultur zu erforschen.

Chaudhary hat in den 90er-Jahren in Heidelberg studiert und promoviert. Vor vier-fünf Jahren studierte er Gemeindepolitik und Bürokratie in einem kleinen Dorf im Heidelberger Umland (bei Oberpleis).

Ich habe auf die Schnelle nichts im Netz von ihm gefunden. Die meisten Publikationen scheinen schwer zugänglich zu sein.

Er ist erfreulicherweise nicht der einzige Ethnologe aus Ländern, die hauptsächlich von “westlichen” Ethnologen erforscht werden, die nun ihr Augenmerk auf den “Westen” richten, siehe u.a diese früheren Beiträge:

>> Ein Ethnologe aus Pakistan bei den Deutschen in Sauberteich

>> “Draußen nur Kännchen” - Ethnologe Asfa-Wossen Asserate redet ueber Deutschland

>> Deutschlandforschung: “Deutsche Hunde – Ein Beitrag zum Verstehen deutscher Menschen”

>> How racist is American anthropology? Or: How come calls to “anthropologize the West not brought forth much fruit?

17.01.11

  23:42:34, by admin  

Humanismus + Kosmopolitismus + Anthropologie = humane Weltkultur?

Wie kann eine humane Weltkultur aussehen, die Erfahrungen der europäischen Welt nicht Massstab aller Dinge macht? Dieser Frage geht Ethnologie Christoph Antweiler in seinem neuen Buch Mensch und Weltkultur. Für einen realistischen Kosmopolitismus nach.

In diesem Buch verbindet er Ideen des Humanismus und Kosmopolitismus mit der Anthropologie.

“Es geht um die Suche nach gemeinsamen Orientierungen für eine Menschheit auf einem stark vernetzten und gleichzeitig begrenzten Planeten", schreibt er in der Einleitung (pdf). Sein Ziel: Ein Humanismus “jenseits eurozentrischer Beschränkungen, der die kulturellen Unterschiede ernst nimmt". Die neuere kosmopolitische Diskussion vernachlässige nämlich die kulturellen Aspekte.

Ich suche mit Mitteln der Ethnologie bzw. Kulturanthropologie in empirischer Weise nach Gemeinsamkeiten vieler oder sogar aller Kulturen, nach Kulturuniversalien, kurz ›Universalien‹. Sie würden nicht einfach globalisierbare Werte abgeben, aber immerhin eine Ausgangsbasis für zu schaffende gemeinsame Orientierungen.

Ein spannendes Projekt, das auf seinen früheren Büchern über die Gemeinsamkeiten unter den Menschen aufbaut: Heimat Mensch und Was ist den Menschen gemeinsam? Im Gegensatz zu Heimat Mensch ist sein neues Werk jedoch ein rein akademischer Text mit obligatorischem Jargon und (oft unnötigen) Fremdwörtern wie “emergieren", “kommensurabel” oder “ubiquitär".

Soziologen wie Ulrich Beck sprechen euphorisch vom Kosmopolitismus unserer Zeit, alles sei im Fluss, mobil und hybride. Antweiler ist da etwas mehr zurückhaltend. Ein weltweites ›Wir‹-Bewusstsein existiere noch nicht. Eine Weltgesellschaft sei erst am Entstehen.

Interessant: Wenn sich nun ein weltweites Wir-Gefühl entwickele, so sei dies nicht aufgrund unserer Gemeinsamkeiten, meint er:

“Das Bewusstsein einer gemeinsamen Menschheit und gemeinsamer Überlebensprobleme kommt eher dadurch auf, dass man sich immer mehr die Unterschiede verdeutlicht. Menschen werden sich dabei immer mehr darüber klar, dass nationale Besonderheiten und Zivilisationsunterschiede starke Bindungen und Interdependenzen erzeugen. Dies ergibt sich durch den zunehmenden reziproken Austausch und das immer notwendiger werdende Aushandeln von Kompromissen, um Konflikte zu begrenzen (Rossi 2008: 436).”

Im Gegensatz zu anderen Forschern, die sich mit transnationalen Fragen befassen, hält er am vielkritisierten Konzept der “Kulturen” fest. Seine Position hatte er mir in einem Interview erläutert. Dennoch bleibt mir unklar, was er meint, wenn er schreibt: “Angesichts der planetaren Vernetzung braucht die Menschheit den Dialog zwischen Kulturen mehr denn je.” Wer soll da mit wem reden? Wer representiert wen? Ist jeder Mitglied einer Kultur?

Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder mit Antweiler einig ist, wenn er schreibt dass “die wissenschaftlich-technische Zivilisation” “ihren Ursprung großteils in westlichen Ländern” hat oder “Wer etwa versucht, Menschenrechte im Konfuzianismus, Bud- dhismus oder im Islam wiederzufinden, ist oft gezwungen, die Quellen unkonventionell zu lesen, eine Minderheiteninterpretation zu wählen oder wenigstens eine innerkulturell umstrittene Lesweise tradierter Texte zu vertreten (Barnhart 2001: 47; Hood 2001: 96).

Ich habe mir nur die Einleitung angeschaut.

>> mehr Information zum Buch beim Transcript Verlag

>> Leseprobe: Einleitung

>> ausführliche Besprechung auf socialnet.de

>> Rezension bei der Humanistischen Akademie

SIEHE AUCH:

Populärethnologie von Christoph Antweiler: Heimat Mensch. Was uns alle verbindet

- Highlight the connections between people!

Kosmopolitismus statt Multikulturalismus!

Globale Rechte statt “Integration”

Jack Goody: “The West has never been superior”

Buchbesprechung: Unser merkwürdiger Umgang mit “Fremdem”

Gefährlicher “interkultureller Dialog” in Jugendbüchern

How to challenge Us-and-Them thinking? Interview with Thomas Hylland Eriksen

Wider den Kulturenzwang, für mehr Transkulturalität

Interview with Benedict Anderson: Being a cosmopolitan without needing to travel

Thesis: That’s why there is peace

16.01.11

  17:40:16, by admin  

Musikethnologin erforscht Jodeln im Harz

Nicht nur in der Schweiz wird gejodelt. Eine der wenigen Jodel-Regionen ausserhalb der Alpen ist der Harz, sagt Musikethnologin Helen Hahmann in der Mitteldeutschen Zeitung.

Sie wird nun über das Jodeln im Harz ihre Doktorarbeit schreiben.

Anhand des Jodels kann man auch neuere deutsche Geschichte zwischen Ost und West schreiben. Nach einer Periode der Annäherung trennt die Jodellandschaft im Harz wieder eine Art Grenze.

>> weiter in der Mitteldeutschen Zeitung

Helen Hahmann ist übrigens verantwortliche Redakteurin des Blogs und Portals TINYA – Musikkulturen der Welt, das sehr spannend ausschaut. Der Blog http://ethnomblogs.blogspot.com/ gibt eine Übersicht über bloggende Musikethnologen.

SIEHE AUCH:

Volksmusik = Stadtmusik

Musikethnologie des Alphorns - neue Multimedia-Webseite

Oral history, folk music and more: British Library puts vast sound archive online

How to save Tibetan folk songs? Put them online!

Neue Arbeit im Volltext: Mundartrap zwischen Lokalpatriotismus und Globalisierung

Hindi Film Songs and the Barriers between Ethnomusicology and Anthropology

  16:49:55, by admin  

Aus Seminararbeiten werden Wikipedia-Artikel

10 Jahre alt ist Wikipedia geworden. Ethnologe (und Informatiker) Nando Stöcklin hat seit 2003 rund 200 Artikel geschrieben und an über 6000 Artikeln mitgearbeitet, lesen wir in der NZZ.

Während er studierte, konnte er ganze Ferienwochen damit verbringen, seine Seminararbeiten in Wikipedia einzubringen, u.a. über Indianer in Nordamerika. Inzwischen setzt er sich Bildungsinformatiker an der Pädagogischen Hochschule Bern wissenschaftlich mit dem Thema Wikipedia auseinander und ist er vom Autor zum «Administrator» aufgestiegen. Er ist auch Verfasser des Buches Wikipedia clever nutzen - in Schule und Beruf.

Die “Wikipedia-Feindlichkeit vieler Lehrer” hält er für “unangebracht".

>> weiter in der NZZ

>> Nando Stöcklins Blog

SIEHE AUCH:

Interview with Michael Wesch: How collaborative technologies change scholarship

Online: New book on the cultural significance of Free Software

Volkskunde-Studenten entwickeln Wiki über bayrische Bräuche

Ethnographic study: Social network sites are “virtual campfires”

antropologi.info survey: Six anthropologists on Anthropology and Internet

13.01.11

  00:19:23, by admin  

Schüler + Ethnologen + Künstler = ästhetische Feldforschung

Die taz schreibt von einem interessanten Projekt in Berlin, in dem Schüler selber Feldforscher sein dürfen. Zusammen mit Studierenden der Ethnologie und Künstlern erforschen sie ihr eigenes Umfeld.

Genauer gesagt es geht um sieben Felder, die multimedial verarbeitetet werden: Sammeln und Besitzen, Teilen und Tauschen, Schaffen und Gestalten, Erben und Bewahren, Lieben und Begehren, Glauben und Hoffen, Feiern und Chillen.

Die Ergebnisse werden in Installationen, Fotoserien, Klangcollagen, experimentellen Filmen und Texten präsentiert - vom 13. bis zum 25. 2. im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.

Die Künstler, mit denen die Berliner Ethnologiestudierenden zusammengearbeitet haben, kommen übrigens von der Initiative “Ästhetische Feldforschung”.

Fast gleichzeitig findet im Bremer Überseemuseum das Symposion “Ästhetische Feldforschung und forschendes Lernen an Museen” statt.

SIEHE AUCH:

Ethnologie- und Kunststudierende stellen riechende Strassen aus

What anthropologists and artists have in common

“Ethnologie ist eine besondere Art die Welt zu sehen”

Nigel Barley: “Fiction gives better answers than anthropology”

Manga instead of scientific paper: How art enriches anthropology

11.01.11

  01:28:37, by admin  

Forscher widerlegen Sarrazin in neuem Report

Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand (pdf) heisst ein neuer Report, in dem ein Team aus Politologen, Sozialwissenschaftlern, einem Islamwissenschaftler und einer Ethnologin die Aussagen von Thilo Sarrazin über Muslime in Deutschland widerlegen.

Den Forschern der Humboldt Universität in Berlin geht es im Report in erster Linie um Fakten und weniger um Sarrazins Weltbild (als alternatives Projekt könnte man evt Sarrazins Nähe zu Hitler aufzeigen).

Sie schreiben u.a. über “Interethnische Partnerschaften", “Kriminalitätsrate nicht in Abhängigkeit zur Religiosität", “Sprachkenntnisse bei großer Mehrheit gut", “Bildungsanstieg bei zweiter Generation” und - sehr interessant “Deutschland droht zum Auswanderungsland zu werden".

Ob Sarrazins Anhänger sich überzeugen lassen?

Im Report räumen die Forscher selbst ein, dass in der öffentlichen Debatte wissenschaftliche Analysen “dem Bauchgefühl einer meinungsbildenden Mehrheit unterlegen” war. “Gegenläufige Trends und Ergebnisse, die von der Wissenschaft gemessen werden, verschärfen eher das Misstrauen gegenüber der Forschung, als zu einem Stimmungswechsel innerhalb der Gesellschaft zu führen.”

Der Report wird von der Politologin Naika Foroutan herausgegeben. Sie leitet das Forschungsprojekt Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle.

In mehreren Medien wurde der Report besprochen, siehe u.a. Interview mit Naika Foroutan im Deutschland-Radio sowie Berichte im Standard, im ORF und in der Frankfurter Rundschau.

SIEHE AUCH:

Sarrazin-Protest: Ethnologin Sabine Hess hatte Recht

Racism: The Five Major Challenges for Anthropology

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