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10.01.11

  22:44:08, by admin  

Migrationsboom in Museen: Stadtgeschichte wird Weltgeschichte

Migration ist offenbar ein populäres Thema in deutschen Museen geworden. Im Tagesspiegel schreibt Manuel Gogos von einem regelrechten “Migrationsboom".

Forscher “mit Migrationshintergrund” sind auch daran beteiligt und schreiben z.B. in Stuttgart Ausstellungskonzepte. Migranten haben sich schon lange für die Dokumentation der Einwanderungsgeschichte Deutschlands engagiert, betont Gogos und verweist auf das Migrationsarchiv Domid (wo er selber auch mitgeschafft hat).

“Die transnationale Gastarbeiterära wird zur nationalen Erinnerung und Migration zum Thema öffentlicher Repräsentation. Das bezeugt eine nachholende Anerkennung von Geschichte und Gegenwart der Migration", kommentiert der Autor und Ausstellungsmacher. Stadtgeschichte werde Weltgeschichte.

Doch trotz dieses Booms werde der Ruf nach einem zentralen Migrationsmuseum in Deutschland von der deutschen Kulturpolitik nicht erhört. In zahlreichen europäischen Ländern seien solche Museen in der Diskussion. Als erstes bedeutendes Einwanderungsmuseum eröffnete im Oktober 2007 die Pariser Cité Nationale de l’Histoire de l’Immigration.

>> weiter im Tagesspiegel

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- Highlight the connections between people!

26.12.10

  17:08:04, by admin  

Gefährlicher "interkultureller Dialog" in Jugendbüchern

Vor zwei Jahren gaben Studentinnen der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien das Buch Das Fremde. Konstruktionen und Dekonstruktionen eines Spuks heraus, das auf Seminararbeiten basierte. Soeben ist ein neues Buch mit Seminararbeiten zu diesem Thema erschienen: alltäglich | fremd, herausgegeben von Katharina Leitner und Nicole Czekelius.

Einer der Beiträge setzt sich kritisch mit sogenanntem “interkulturellen Dialog” in der Kinder- und Jugendliteratur auseinander. Mehr und mehr Kinder- und Jugendbücher behandeln das Thema “kulturelle Fremdheit” und Migration.

Susanna Sulig analysiert ein Buch, das für friedvolles Miteinander zwischen Bewohnern Israels und Palästina eintritt und dafür sogar einen Unesco-Preis erhalten hat: Samir und Jonathan von Daniella Carmi. Es handelt um eine Freundschaft zwischen einem palästinensischen (Samir) und einem jüdischen Jungen (Jonathan). Wegen einer komplizierten Knieoperation muss Samir in ein israelisches Krankenhaus gebracht werden. Dort lernt er Jonathan kennen.

Ein offenbar guter Ausgangspunkt für eine Geschichte, die Vorurteile herausfordert und den Konflikt entmystifiziert. Doch das Buch scheint unter ähnlichen Problemen wie manche andere “interkulturellen” Initiativen zu leiden. Obwohl man für “Verständigung wird", schreibt man Vorurteile über “die anderen” fest. Die Botschaft scheint zu sein: Ja, die anderen sind anders und vielleicht etwas primitiv, doch Freunde können wir trotzdem werden.

Bestehende Fremdheitsverhältnisse werden als überbrückbar gesehen, schreibt Susanna Sulig. Freundschaft zwischen Juden und Palästinensern wird als etwas bereicherndes dargestellt. Soweit so gut. Doch die Autorin, die selber aus Israel stammt und Jüdin ist, verbreite in ihrer Gesellschaft vorherrschende Stereotypen über den Alltag in einem Palästinenserdorf.

Die Verleihung des Unescopreises für Kinder- und Jugendliteratur im Dienste der Toleranz sieht Sulig als nicht gerechtfertigt an.

Die beiden Jungen werden vollständig unterschiedlich dargestellt.

Jonathan taucht vom ersten moment an als leiser, sensibler, interessierter und intelligenter Charakter auf. Er wird nach und nach zu Heldenfigur stilisiert. Samir dagegen ist arm, nicht besonders intelligent, resigniert und stets traurig.

Jonathan gilt als Freund der Wissenschaften, Samir als ein Freund der Magie und des Aberglaubens. Bei ihren ersten Treffen erzählt Jonathan Geschichten von der Entstehung des Universums und des Lebens auf der Erde. Jonathan kann mit einem Computer umgehen und beherrscht Englisch.

Davon weiss Samir alles nichts. Das einzige was er auf Englisch weiss, ist der Anfang aus “Aladin und die Wunderlampe”

“Die Autorin lässt Samir den Beginn von Aladin und die Wunderlampe als eine art Zauberspruch benutzen. Immer wenn Samir Angst hat und Böses abwehren will, spricht er diesen Satz leise vor sich hin", so Sulig.

Dass Samir in Zusammenhang mit Religion, Aberglauben und Mystik gebracht wird ist nicht zufällig, meint Sullig. Die Gegenüberstellung von Westen =Aufklärung und Wissenschaft und Orient = Aberglaube und Irrationalität widerspiegelt verbreitete Sichtweisen in westlichen Gesellschaften. Edward Said hat dies in seinem Klassiker Orientalism dokumentiert.

Dies ist problematisch: Stereotypen werden von Leserinnen wiedererkannt und damit bestätigt.

Die Autorin erwähnt zwar Ausgangssperren, Unruhen und Militärkjontrollen bettet Samirs Alltag jedoch nicht in einen weiteren politischen Kontext ein. Man erfährt offenbar nichts über die Gründe seines harten Alltags. “So entstehe nur allzu leicht das Bild der verbitterten (palästinischen) Familie auf der einen und der glücklichen (jüdischen) Familie auf der anderen Seite", kritisiert Sulig.

Einen positiven Beitrag könne das Buch nur leisten, wenn kritisch mit den stereotypen Darstellugen umgegangen würde.

Samir und Jonathan ist übrigens erst spät ins Arabische übersetzt worden, merkt sie an: erst nach Preisverleihung.

Susanna Suligs Artikel ist einer von vielen Beiträgen dieses Buchprojektes, dasin einem studentischen Verlagskollektiv (HammockTreeRecords) verlegt wurde.

Die Artikel entstanden in einem Seminar bei Peter H. Karall am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien und wurden in monatelanger Freiwilligenarbeit von Fokus_Irrt, den Herausgeberinnen, den Autorinnen und von Teilnehmenden des HammockTreeRecords Kollektivs bearbeitet und zur Publikation vorbereitet. Siehe auch früheres Interview zum ersten Buch und meine Besprechung des Buches

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24.12.10

  03:25:42, by admin  

Wie das Militär an deutschen Hochschulen Fuss fasst

In einem ausführlichen Aufsatz in der Jungen Welt zeigt Politologe Peer Heinelt wie das Militär zunehmend die Forschungsthemen an deutschen Universitäten bestimmt.

Bestimmungen, die Universitäten auf eine ausschließlich zivilen Zwecken dienende Forschung verpflichten, seien häufig blosse Makulatur.

Heinelt erwähnt u.a. die am Institut für Sozialwissenschaften der Uni Oldenburg angesiedelte Arbeitsstelle Interventionskultur. Über das »Netzwerk Interventionskultur« sei sie mit dem Sonderforschungsbereich 700 der Freien Universität Berlin Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit und dem “massgeblich” von der Bundeswehr gestalteten Studiengang Military Studies an der Universität Potsdam verbunden.

Die Kontroversen um die Bundeswehr-Ethnologin Monika Lanik, die an der Universität Tübingen ein Seminar leitete und auch später an der Uni München Werbung für Karriere in der Bundeswehr machte, darf natürlich nicht fehlen.

Im Projekt AirShield an der Technischen Universität Berlin wird kräftig an der Entwicklung von Drohnen geforscht. Dies obwohl die Zivilklausel Rüstungsforschung untersagt.

Alle sogenannten “sicherheitsrelevanten” Entwicklungsvorhaben werden daher zudem von einer Akzeptanzforschung begleitet, wo sicher auch Ethnologen stets gefragt sind.

>> mehr in der Jungen Welt

Heinelt hielt bei den diesjährigen Ostermärschen einen Appell über „Zivil-militärische Zusammenarbeit”

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Bundeswehr-Werbung im Ethnologie-Seminar?

The dangerous militarisation of anthropology

Immer mehr Ethnologinnen bei der Bundeswehr

Protests against British research council: “Recruits anthropologists for spying on muslims”

Military spies invade anthropology conferences?

Militarisation of Research: Meet the Centre for Studies in Islamism and Radicalisation

Cooperation between the Pentagon and anthropologists a fiasco?

Anthropology and CIA: “We need more awareness of the political nature and uses of our work”

War in Iraq: Why are anthropologists so silent?

Thomas Bargatzky - ein rechtsradikaler Ethnologe?

The return of colonial anthropology?

Selected quotes from “On Suicide Bombing” by Talal Asad

12.12.10

  02:41:40, by admin  

Ethnografie über Liebessuche im Netz

Die ZEIT interviewt die Ethnologin Julia Dombrowski über ihre Forschung auf Dating-Seiten im Netz. Sie promovierte 2009 an der Universität Bremen.

Wie so oft, so fordert ethnologische Forschung Voruteile heraus - in diesem Falle auch die Vorurteile der Forscherin:

Ich war wirklich überrascht, wie rational die Gründe für die Partnersuche im Internet einerseits sind, und wie emotional die Kontakte andererseits sind. Online-Dating ist keineswegs oberflächlich. Ich hätte vor der Untersuchung nicht an eine solche Gefühlsintensität beim Online-Dating geglaubt, was Freude, Enttäuschung und Ablehnung angeht.
Außerdem fand ich erstaunlich, dass die Leute so reflektiert mit den Partnerbörsen im Netz umgehen. Ich dachte, das würde alles wesentlich ungefilterter, undurchdachter passieren.

>> weiter in der ZEIT

Im Januar 2011 erscheint ihr Buch Die Suche nach der Liebe im Netz: Eine Ethnographie des Online-Datings

Für die unter uns, die sich auf solchen Seiten eine Weile aufgehalten haben, ist diese “Rationalität” nicht besonders erstaunlich. Erstaunt war ich dagegen von den konservativen (Familien-)Werten, die auf vielen Profilen kommuniziert wurden.

AKTUALISIERUNG: Interview mit Julia Dombrowski in der Sueddeutschen (14.2.2011)

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Anthropological research: Online dating as disappointing as the real-life dating scene

Sexual anthropologist explains how technology changes dating, love and relationships

Researched the sexual revolution in Iran

02.12.10

  14:56:30, by admin  

Der Wert ethnologischer Krankenhausforschung

Wer ist krank? Wer ist gesund und “normal", wer ist “verrückt"? Wie kann man Menschen am besten heilen? In der neuesten Ausgabe von Ethmundo erfahren wir mehr über ethnologische Krankenhausforschung und “transkulturelle Psychiatrie".

In der Medizinethnologie wird seit einigen Jahrzehnten auch die “westliche” Medizin selbst, die sogenannte Biomedizin, erforscht, erklärt Nina Grube:

In der Ethnologie gehen wir davon aus, dass es keine kulturfreien Phänomene, Konzepte und Institutionen gibt. Auch die Biomedizin beruht auf bestimmten kulturellen Vorstellungen, wie dem Glauben an eine Trennung von Körper und Geist, der Annahme der Objektivität naturwissenschaftlicher Fakten oder der Vorstellung vom menschlichen Körper als einer Art Maschine, die man reparieren kann.


Ethnographische Untersuchungen von Krankenhäusern, so Grube weiter, fanden bis auf wenige Ausnahmen in der Sozialanthropologie lange Zeit kaum Beachtung. Es existieren grosse Forschungslücken - zum einen weil Krankenhäuser für manche Ethnologen nicht exotisch genug sind, zum anderen weil Krankenhäuser stark hierarchisch strukturierte und geschlossene Institutionen sind, die Forscher kaum oder nur unter großen Auflagen zulassen.

Sie schreibt über ihre jetzige Forschung in Berlin:

Für mich stand bei meiner Forschung besonders die Frage im Mittelpunkt, wie Mitarbeiter, Patienten und Angehörige mit kulturellen Differenzen in der Psychiatrie umgehen. Meine bisher ausgewerteten Ergebnisse legen in der Tendenz den Schluss nahe, dass diese Differenzen, entgegen meiner Annahmen, kaum eine Rolle spielen. Die Psychiatrie schafft hingegen selbst eine “klinische Kultur", versteht sich jedoch als kulturlos, wissenschaftlich-objektiv und universell.

>> weiter in Ethmundo

Dieser Anspruch, kulturlos und universell zu sein, ist problematisch, meint Helene Basu. Sie bietet regelmässig Lehrveranstaltungen in Transkultureller Psychiatrie an der Uni Münster an. Die Medizinethnologie hinterfragt den alleinigen Gültigkeitsanspruch der Biomedizin und der Psychiatrie, erklärt sie:

Die Biomedizin erhebt den Anspruch, wissenschaftlich zu sein und rationale, wahre Erklärungsmodelle anzubieten, während alles, was davon abweicht, als Glaube betrachtet wird - im besten Falle Placebo und im schlimmsten Falle einfach abergläubisch und rückständig.

Da ist die Ethnologie sehr kritisch, wobei man nicht leugnen kann: Wenn man sich zum Beispiel ein Bein bricht, geht man eher ins Krankenhaus als zu einem Heiler. So sehen es durchaus auch viele Menschen in Indien. Medizinischer Pluralismus ermöglicht vielfältige Handlungsweisen. Eine Schwarz-Weiß-Sicht wäre da unangebracht.

>> weiter in Ethmundo

Basus Forschung ist übrigens Teil eines Exzellenzclusters mit einem Titel, der eigentlich der einer Vergangenheit angehört, von der sich unser Fach distanziert: Religion and Politics in Pre-Modern and Modern Cultures.

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28.11.10

  17:55:02, by admin  

Trotz Teilerfolg Bangen um Kulturanthropologie/ Volkskunde in Bonn

screenshot

(via evifa) Den Geisteswissenschaften geht es nicht gut in Deutschland. In Bonn wird nun seit über zwei Jahren gegen die Abschaffung der Kulturanthropologie und Volkskunde protestiert.

Und zwar nicht vergeblich. Ein weiterer Teilerfolg wurde vor ein paar Tagen erzielt, meldet Oliver Nagel auf evifa und auf der Protest-Webseite Rettet die Volkskunde.

Kürzungen, die eine Abschaffung des Faches bedeuten würden, sind erstmal erst auf Eis gelegt. Die Fakultät hatte eine Abschaffung der Professur für Kulturanthropologie / Volkskunde vorgeschlagen. Damit wird erst mal nichts, doch die Sache ist damit noch lange nicht gewonnen:

Nach einer langen Diskussion entschied der Fakultätsrat – gegen die Stimmen der studentischen Vertreter – für die Einstellung des laufenden Berufungsverfahrens. Es wurde jedoch zugesichert, dass die Professur für Kulturanthropologie/Volkskunde weiterhin „geparkt” ist und vorerst nicht in andere Fachbereiche verschoben wird. Eine Neuausschreibung ist in absehbarer Zeit wahrscheinlich, hängt aber unmittelbar von den Entwicklungen der nächsten Wochen ab. Die Schließung der kulturanthropologischen Profile im Bachelor- und Master-Studiengang, die ebenfalls auf dem Plan steht, wurde vertagt.

Der Teilerfolg sei durch Unterstützung aus dem Inhalt und Ausland ermöglicht worden.

Am 19.1. gehen die Verhandlungen weiter.

>> mehr Informationen auf rettet-die-volkskunde.de

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Ethnologie in Halle: Wieder Proteste gegen Kürzungen

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Gute Aussichen für die Ethnologie und andere “Orchideen-Fächer”

14.11.10

  15:50:06, by admin  

Netnografie: Marktforscher als Möchtegern-Ethnologen

Andrea Kamphuis schreibt im Wissenschaftsmagazin Spektrumdirekt über eine Netnografie-Tagung in Köln.

Netnografie? Sie erklärt den lesern die Forschungsrichtung / Methode so:

Computermaus statt Tropenhelm – Ethnologen von heute treffen ihre Forschungsobjekte nicht mehr nur in abgelegenen Weltgegenden. Ja, sie treffen sie nicht einmal mehr in der realen Welt. Denn wer sich hierzulande den Apple-Usern oder der Hobbydichterszene nähern will, muss zwangsläufig ins Netz. Hier kommunizieren Sub- und Fankulturen wie Punks oder Star-Trek-Anhänger, hier tauschen sich Konsumenten aus.

Netnografie ist bei Marktforschern beliebt. Sie erkunden das Netz als seien sie Ethnologen. Doch wirklich ethnologisch gehen viele von ihnen nicht vor, so Kamphuis. “Überhaupt wurde in keinem der vier beim Netnocamp vorgestellten Projekte ein strikt netnografischer Ansatz im Sinne einer aktiv teilnehmenden Beobachtung und einer Immersion in die jeweilige Onlinegemeinschaft verfolgt", schreibt sie.

Ausserdem: Brauchen wir Netnografie als eigenes Feld, wo doch die Unterscheidung in offline und online ohnehin fragwürdig ist? Ist sie nicht längst Teil anderer Disziplinen?

>> weiter in Spektrumdirekt

Interessant: Die Konferenz ist - im Gegensatz zu Ethnologiekonferenzen - gut im Netz aufbereitet worden. Auf der Webseite der Konferenz http://www.netnocamp.de/index.php gibt es Links zu mehreren Berichten der Konferenzteilnehmern und Infos zu Netnografie

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“YouTube ist der Pulsschlag unserer Kultur” - jetzt.de interviewt Michael Wesch

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Cyberanthropology: “Second Life is their only chance to participate in religious rituals”

Feldforschung im Internet

  14:11:14, by admin  

Stadtethnologie: Münchner Stüberl meets Techno-Underground

Drei Artikel über ethnologische Stadtforschung sind in den vergangenen Tagen in den Medien erschienen. Im Freitag har Ethnologe Johannes Lauer einen wunderbaren Text über seine Forschung in Münchner Stüberl (Kneipen / Beizen) geschrieben. Diese Stüberl sind Orte, an den Stadtteil- und Arbeiterkultur gelebt wird, so Lauer. Vor fünf Jahren hatte er eine Magisterarbeit darüber verfasst, nun hat er die Orte seiner Forschung nochmal besucht.

Die faz bespricht Kosmonauten des Underground von Anja Schwanhäußer - eine ethnologische Studie des Techno-Szene in Berlin, eine völlig andere Welt. Das Buch ist vor einer Weile bereits in der taz vorgestellt worden. Ein ausführliches Interview hat jetzt.de mit ihr geführt.

Dazu passt perferkt der Übersichtsartikel des Deutschlandradios: Im Dickicht der Strassencafes: Ethnologie der Stadt. Ethnologe Wolfgang Kaschuba erzählt hier von neuen Entwicklungen in unseren Städten, von einer grösseren Vielfalt an Lebensformen, Mediterranisierung der Innerstädte und “Urban Gardening". Sabine Hess, Leiterin der Ausstellung Crossing Munich, erinnert an den Beitrag von Migranten in der Stadtentwicklung. In München erbauten im 18. und 19. Jahrhundert zugereiste Italiener die Paläste der Stadt, im letzten Jahrhundert Gastarbeiter das Olympiastadion und die U-Bahn.

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“Punk-Gesetz eine Schande” - Kulturwissenschaftler studierten Grazer Punk-Szene

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Urban anthropologist: “Recognize that people want to come to the big cities”

“Untouched” Amazone hosted large cities - a model for the future?

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