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		<title>antropologi.info - Ethnologie / Sozialanthropologie in den Medien Blog</title>
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		<description>antropologi.info Ethnologie Sozialanthropologie Blog</description>
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				<item>
			<title>Die gef&#228;hrlichen (Mainstream-) Medien</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/gefaehrliche-medien</link>
			<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 11:44:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="alt">Wir und die Anderen</category>
<category domain="main">Medien</category>
<category domain="alt">Deutschland, Oesterreich, Schweiz</category>			<guid isPermaLink="false">3983@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;Eine der wichtigsten Blogs ist &lt;a href=&quot;http://www.univie.ac.at/tmb&quot;&gt;Teilnehmende Medienbeobachtung&lt;/a&gt;. Regelm&amp;#228;ssig zeigen die Autorinnen und Autoren von der Uni Wien auf, wie  Medien Vorurteile in der Bev&amp;#246;lkerung verbreiten. Damit nicht genug. Viele ihrer Blogbeitr&amp;#228;ge sind  zuvor bereits als Leserbrief in der jeweiligen Redaktion gelandet. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pers&amp;#246;nlich bin ich mehr und mehr zur &amp;#220;berzeugung gekommen, dass Mainstreammedien eine der gr&amp;#246;ssten Bedrohungen f&amp;#252;r  Demokratie und friedliches Zusammenleben auf diesem Planeten darstellen. Einen grossen Eindruck hinterliessen bei mir die Forschungen von &lt;a href=&quot;http://www.uio.no/english/research/interfaculty-research-areas/culcom/news/2009/alghasi.html&quot;&gt;Sharam Alghasi&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://folk.uio.no/eliei/english.htm&quot;&gt;Elisabeth Eide&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein neueres Beispiel sind die Berichte &amp;#252;ber &lt;a href=&quot;http://blogs.telegraph.co.uk/news/robcrilly/100181431/newsweeks-muslim-rage-a-sickening-piece-of-shock-journalism-that-cheapens-a-once-great-magazine/&quot;&gt;&amp;#8220;muslim rage&amp;#8221;&lt;/a&gt;, also &amp;#252;ber die Proteste gegen den Anti-Islam Film eines Rechtsextremisten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war &amp;#252;berall nur eine bedeutungslose Minderheit - in der 20 Millionenstadt Kairo keine 200 Leute, die Steine wurfen. Und denen &lt;a href=&quot;http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/52935/Egypt/Politics-/Egypt%E2%80%99s-interior-ministry-confronted-by-deeprooted.aspx&quot;&gt;ging es nicht nur um Religion&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Laut den Mainstream-Medien war jedoch die gesamte &amp;#8220;islamische Welt&amp;#8221; im Aufruhr. Die Mainstreammedien taten ihr Bestes, die gesamte Religion Islam mit allen Gl&amp;#228;ubigen als gewaltt&amp;#228;tige Extremisten zu verurteilen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#220;ber den Rechtsextremismus des Filmemachers redete dagegen kaum jemand. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und die  friedlichen Proteste, an denen viel mehr Leute teilnahmen (auch Christen) bekamen kaum Aufmerksamkeit. F&amp;#252;r die Proteste mehrerer christlicher  Bewegungen in Kairo gegen den Film interessierte sich auch kaum jemand. Dies obwohl die Proteste der Christen, so Bloggerin Zeinobia auf &lt;a href=&quot;http://egyptianchronicles.blogspot.com/2012/09/the-protest-that-everybody-ignored.html&quot;&gt;Egyptian Chronicles&lt;/a&gt;, viel wichtiger gewesen seien als alle die anderen. Die &amp;#228;gyptische orthodoxe Kirche in Alexandria, so Zeinobia weiter, war einer der ersten Institutionen, die den Film verurteilten.  &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sind nicht die Journalisten, die solche Feindbilder &amp;#252;ber Muslime und diese Region verbreiten, schlimmer als die Steinewerfer, frage ich mich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn, so schreibt &lt;a href=&quot;http://homepage.univie.ac.at/ingrid.thurner/&quot;&gt;Ingrid Thurner&lt;/a&gt; in ihrem Beitrag &lt;a href=&quot;http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1614&quot;&gt;Unsere Mitschuld an den Krawallen&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Hierzulande ist es keine Minderheit, die z&amp;#252;ndelt, sondern m&amp;#228;chtige Medien, die Hunderttausende erreichen, und t&amp;#228;glich wird noch ein wenig zugelegt. Was bedeutet es f&amp;#252;r den sozialen Frieden im Lande, wenn die muslimische Bev&amp;#246;lkerung regelm&amp;#228;&amp;#223;ig in den Zeitungen liest, wie gewaltt&amp;#228;tig ihre Religion sei? Was bedeutet es f&amp;#252;r Gl&amp;#228;ubige, wenn das Recht eingefordert wird, sie und ihre Religion im Namen der Meinungsfreiheit beleidigen zu d&amp;#252;rfen? &lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;Zum Gl&amp;#252;ck sind Islamverb&amp;#228;nde sensibler als manche Kommentare. Sie distanzierten sich und verurteilten die Gewaltakte, ebenso wie viele Politiker der L&amp;#228;nder, in denen sie geschahen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Bei den Protesten gegen Mohamed-Karikaturen, die ein franz&amp;#246;sisches Blatt ver&amp;#246;ffentlichte, tauchten in Kairo nur 20 Leute auf, &lt;a href=&quot;http://taz.de/Internationale-muslimische-Proteste/!102170/&quot;&gt;schreibt taz-Korrespondent Karim El-Gawhary&lt;/a&gt; in einem seiner stets wohltuend anders  geschriebenen Texte. Die Einwohner Kairos verbrachten den Freitag lieber im Zoo:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Gleich neben der franz&amp;#246;sischen Botschaft in Kairo befindet sich der gut besuchte Zoo. Gut hundert Schaulustige haben sich am Zaun versammelt, um die 20 Demonstranten zu beobachten. Einer der Schaulustigen meint: &amp;#8222;Ich wei&amp;#223; nicht, was exotischer ist, die Tiere im Gehege oder die Demonstranten und die Kameram&amp;#228;nner vor der Botschaft.&amp;#8220; Zumindest im Moment hat er beschlossen, den Tieren den R&amp;#252;cken zu kehren.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;In einem fr&amp;#252;heren Beitrag auf Teilnehmende Medienbeobachtung thematisiert Ingrid Thurner eine andere Verallgemeinung: In &lt;a href=&quot;http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1485&quot; title=&quot;&amp;#8220;Neigen &amp;#214;sterreicher eher zu Gewalt?&amp;#8221;&quot;&gt;&amp;#8220;Neigen &amp;#214;sterreicher eher zu Gewalt?&amp;#8221;&lt;/a&gt; schreibt sie:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Sehr geehrter Herr Baltaci, sehr geehrte Redaktion,&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;ein einzelner T&amp;#252;rke ver&amp;#252;bt eine Gr&amp;#228;ueltat, und die Presse fragt am 26. 5. 2012 &amp;#8220;Neigen T&amp;#252;rken eher zu Gewalt?&amp;#8221;&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;Kann man von einem einzelnen Mann, der ausrastet, gleich R&amp;#252;ckschl&amp;#252;sse ziehen auf alle Personen mit gleicher Nationalit&amp;#228;t, in diesem Falle gegen 75 Millionen Menschen? (&amp;#8230;) Wieso kommt in F&amp;#228;llen, in denen &amp;#246;sterreichische M&amp;#228;nner gewaltt&amp;#228;tig werden &amp;#8211; und davon gab es in den letzten Jahren genug &amp;#8211;, niemand auf die Idee zu fragen: &amp;#8222;Neigen &amp;#214;sterreicher eher zu Gewalt?&amp;#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Von Ingrid Thurner ist im vergangenen Jahr ein Text zum Thema &lt;a href=&quot;http://homepage.univie.ac.at/ingrid.thurner/lebenswelt/forschung.html&quot;&gt;Hassposten in Online-Foren. Diskursmuster und Diskursstrategien bei Islamthemen&lt;/a&gt; erschienen (leider nicht online). Zum Thema sind von ihr u.a. die Zeitungsbeitr&amp;#228;ge &lt;a href=&quot;http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/613042/Alles-ist-erlaubt-Ueber-das-HassPosten&quot;&gt;Alles ist erlaubt? &amp;#220;ber das Hass-Posten&lt;/a&gt; (Die Presse, 25.11.2010) und &lt;a href=&quot;http://derstandard.at/1313024961635/Anonymitaet-im-Internet-Echtnamen-schuetzen-vor-Bosheit-nicht&quot;&gt;Echtnamen sch&amp;#252;tzen vor Bosheit nicht. Ein Pl&amp;#228;doyer f&amp;#252;r die Beibehaltung der Anonymit&amp;#228;t in Internetforen&lt;/a&gt; (Der Standard, 23.8.2011) erschienen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;F&amp;#252;r mehr Medienkritik siehe den Blog &lt;a href=&quot;http://andersdeutsch.blogger.de/&quot;&gt;anders deutsch&lt;/a&gt; von Urmila Goel. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/kairo&quot;&gt;Die Mythen &amp;#252;ber angebliche religi&amp;#246;se Gewalt in Kairo&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/wm-berichte-verbreiten-voruteile-ueber-afrika&quot; title=&quot;(aktualisiert) Ethnologen: WM-Berichte verbreiten Vorurteile &amp;#252;ber Afrika&quot;&gt;Ethnologen: WM-Berichte verbreiten Vorurteile &amp;#252;ber Afrika&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/gewalt_gehort_zu_indien_wie_ein_gut_gewu&quot; title=&quot;&amp;quot;Gewalt geh&amp;#246;rt zu Indien wie ein gut gew&amp;#252;rztes Currygericht&amp;quot; - Ethnologe kritisiert SZ&quot;&gt;&amp;quot;Gewalt geh&amp;#246;rt zu Indien wie ein gut gew&amp;#252;rztes Currygericht&amp;quot; - Ethnologe kritisiert SZ&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/die_negroiden_lippen_obamas_ethnologe_re&quot; title=&quot;Die &amp;quot;negroiden Lippen Obamas&amp;quot; - Ethnologe reagiert auf Rassismus in der Abendzeitung&quot;&gt;Die &amp;quot;negroiden Lippen Obamas&amp;quot; - Ethnologe reagiert auf Rassismus in der Abendzeitung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/in_norwegian_tv_indian_tribe_paid_to_go_&quot; title=&quot;In Norwegian TV: Indian tribe paid to go naked to appear more primitive&quot;&gt;In Norwegian TV: Indian tribe paid to go naked to appear more primitive&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2010/why-anthropologists-should-study-news&quot; title=&quot;Why anthropologists should study news media&quot;&gt;Why anthropologists should study news media&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/gefaehrliche-medien&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der wichtigsten Blogs ist <a href="http://www.univie.ac.at/tmb">Teilnehmende Medienbeobachtung</a>. Regelm&#228;ssig zeigen die Autorinnen und Autoren von der Uni Wien auf, wie  Medien Vorurteile in der Bev&#246;lkerung verbreiten. Damit nicht genug. Viele ihrer Blogbeitr&#228;ge sind  zuvor bereits als Leserbrief in der jeweiligen Redaktion gelandet. </p>

<p>Pers&#246;nlich bin ich mehr und mehr zur &#220;berzeugung gekommen, dass Mainstreammedien eine der gr&#246;ssten Bedrohungen f&#252;r  Demokratie und friedliches Zusammenleben auf diesem Planeten darstellen. Einen grossen Eindruck hinterliessen bei mir die Forschungen von <a href="http://www.uio.no/english/research/interfaculty-research-areas/culcom/news/2009/alghasi.html">Sharam Alghasi</a> und <a href="http://folk.uio.no/eliei/english.htm">Elisabeth Eide</a>. </p>

<p>Ein neueres Beispiel sind die Berichte &#252;ber <a href="http://blogs.telegraph.co.uk/news/robcrilly/100181431/newsweeks-muslim-rage-a-sickening-piece-of-shock-journalism-that-cheapens-a-once-great-magazine/">&#8220;muslim rage&#8221;</a>, also &#252;ber die Proteste gegen den Anti-Islam Film eines Rechtsextremisten.</p>

<p>Es war &#252;berall nur eine bedeutungslose Minderheit - in der 20 Millionenstadt Kairo keine 200 Leute, die Steine wurfen. Und denen <a href="http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/52935/Egypt/Politics-/Egypt%E2%80%99s-interior-ministry-confronted-by-deeprooted.aspx">ging es nicht nur um Religion</a>.</p>

<p>Laut den Mainstream-Medien war jedoch die gesamte &#8220;islamische Welt&#8221; im Aufruhr. Die Mainstreammedien taten ihr Bestes, die gesamte Religion Islam mit allen Gl&#228;ubigen als gewaltt&#228;tige Extremisten zu verurteilen. </p>

<p>&#220;ber den Rechtsextremismus des Filmemachers redete dagegen kaum jemand. </p>

<p>Und die  friedlichen Proteste, an denen viel mehr Leute teilnahmen (auch Christen) bekamen kaum Aufmerksamkeit. F&#252;r die Proteste mehrerer christlicher  Bewegungen in Kairo gegen den Film interessierte sich auch kaum jemand. Dies obwohl die Proteste der Christen, so Bloggerin Zeinobia auf <a href="http://egyptianchronicles.blogspot.com/2012/09/the-protest-that-everybody-ignored.html">Egyptian Chronicles</a>, viel wichtiger gewesen seien als alle die anderen. Die &#228;gyptische orthodoxe Kirche in Alexandria, so Zeinobia weiter, war einer der ersten Institutionen, die den Film verurteilten.  </p>

<p>Sind nicht die Journalisten, die solche Feindbilder &#252;ber Muslime und diese Region verbreiten, schlimmer als die Steinewerfer, frage ich mich.</p>

<p>Denn, so schreibt <a href="http://homepage.univie.ac.at/ingrid.thurner/">Ingrid Thurner</a> in ihrem Beitrag <a href="http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1614">Unsere Mitschuld an den Krawallen</a>:</p>

<blockquote>
  <p>Hierzulande ist es keine Minderheit, die z&#252;ndelt, sondern m&#228;chtige Medien, die Hunderttausende erreichen, und t&#228;glich wird noch ein wenig zugelegt. Was bedeutet es f&#252;r den sozialen Frieden im Lande, wenn die muslimische Bev&#246;lkerung regelm&#228;&#223;ig in den Zeitungen liest, wie gewaltt&#228;tig ihre Religion sei? Was bedeutet es f&#252;r Gl&#228;ubige, wenn das Recht eingefordert wird, sie und ihre Religion im Namen der Meinungsfreiheit beleidigen zu d&#252;rfen? </p>
  
  <p>Zum Gl&#252;ck sind Islamverb&#228;nde sensibler als manche Kommentare. Sie distanzierten sich und verurteilten die Gewaltakte, ebenso wie viele Politiker der L&#228;nder, in denen sie geschahen.</p>
</blockquote>

<p>Bei den Protesten gegen Mohamed-Karikaturen, die ein franz&#246;sisches Blatt ver&#246;ffentlichte, tauchten in Kairo nur 20 Leute auf, <a href="http://taz.de/Internationale-muslimische-Proteste/!102170/">schreibt taz-Korrespondent Karim El-Gawhary</a> in einem seiner stets wohltuend anders  geschriebenen Texte. Die Einwohner Kairos verbrachten den Freitag lieber im Zoo:</p>

<blockquote>
  <p>Gleich neben der franz&#246;sischen Botschaft in Kairo befindet sich der gut besuchte Zoo. Gut hundert Schaulustige haben sich am Zaun versammelt, um die 20 Demonstranten zu beobachten. Einer der Schaulustigen meint: &#8222;Ich wei&#223; nicht, was exotischer ist, die Tiere im Gehege oder die Demonstranten und die Kameram&#228;nner vor der Botschaft.&#8220; Zumindest im Moment hat er beschlossen, den Tieren den R&#252;cken zu kehren.</p>
</blockquote>

<p>In einem fr&#252;heren Beitrag auf Teilnehmende Medienbeobachtung thematisiert Ingrid Thurner eine andere Verallgemeinung: In <a href="http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1485" title="&#8220;Neigen &#214;sterreicher eher zu Gewalt?&#8221;">&#8220;Neigen &#214;sterreicher eher zu Gewalt?&#8221;</a> schreibt sie:</p>

<blockquote>
  <p>Sehr geehrter Herr Baltaci, sehr geehrte Redaktion,</p>
  
  <p>ein einzelner T&#252;rke ver&#252;bt eine Gr&#228;ueltat, und die Presse fragt am 26. 5. 2012 &#8220;Neigen T&#252;rken eher zu Gewalt?&#8221;</p>
  
  <p>Kann man von einem einzelnen Mann, der ausrastet, gleich R&#252;ckschl&#252;sse ziehen auf alle Personen mit gleicher Nationalit&#228;t, in diesem Falle gegen 75 Millionen Menschen? (&#8230;) Wieso kommt in F&#228;llen, in denen &#246;sterreichische M&#228;nner gewaltt&#228;tig werden &#8211; und davon gab es in den letzten Jahren genug &#8211;, niemand auf die Idee zu fragen: &#8222;Neigen &#214;sterreicher eher zu Gewalt?&#8220;</p>
</blockquote>

<p>Von Ingrid Thurner ist im vergangenen Jahr ein Text zum Thema <a href="http://homepage.univie.ac.at/ingrid.thurner/lebenswelt/forschung.html">Hassposten in Online-Foren. Diskursmuster und Diskursstrategien bei Islamthemen</a> erschienen (leider nicht online). Zum Thema sind von ihr u.a. die Zeitungsbeitr&#228;ge <a href="http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/613042/Alles-ist-erlaubt-Ueber-das-HassPosten">Alles ist erlaubt? &#220;ber das Hass-Posten</a> (Die Presse, 25.11.2010) und <a href="http://derstandard.at/1313024961635/Anonymitaet-im-Internet-Echtnamen-schuetzen-vor-Bosheit-nicht">Echtnamen sch&#252;tzen vor Bosheit nicht. Ein Pl&#228;doyer f&#252;r die Beibehaltung der Anonymit&#228;t in Internetforen</a> (Der Standard, 23.8.2011) erschienen.</p>

<p>F&#252;r mehr Medienkritik siehe den Blog <a href="http://andersdeutsch.blogger.de/">anders deutsch</a> von Urmila Goel. </p>

<p><strong>SIEHE AUCH:</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/kairo">Die Mythen &#252;ber angebliche religi&#246;se Gewalt in Kairo</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/wm-berichte-verbreiten-voruteile-ueber-afrika" title="(aktualisiert) Ethnologen: WM-Berichte verbreiten Vorurteile &#252;ber Afrika">Ethnologen: WM-Berichte verbreiten Vorurteile &#252;ber Afrika</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/gewalt_gehort_zu_indien_wie_ein_gut_gewu" title="&quot;Gewalt geh&#246;rt zu Indien wie ein gut gew&#252;rztes Currygericht&quot; - Ethnologe kritisiert SZ">&quot;Gewalt geh&#246;rt zu Indien wie ein gut gew&#252;rztes Currygericht&quot; - Ethnologe kritisiert SZ</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/die_negroiden_lippen_obamas_ethnologe_re" title="Die &quot;negroiden Lippen Obamas&quot; - Ethnologe reagiert auf Rassismus in der Abendzeitung">Die &quot;negroiden Lippen Obamas&quot; - Ethnologe reagiert auf Rassismus in der Abendzeitung</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/in_norwegian_tv_indian_tribe_paid_to_go_" title="In Norwegian TV: Indian tribe paid to go naked to appear more primitive">In Norwegian TV: Indian tribe paid to go naked to appear more primitive</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2010/why-anthropologists-should-study-news" title="Why anthropologists should study news media">Why anthropologists should study news media</a></p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/gefaehrliche-medien">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/gefaehrliche-medien#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3983</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>So hat Globalisierung unseren Mittagstisch ver&#228;ndert</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/globalisierte-esskultur</link>
			<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 08:51:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="main">Globalisierung</category>
<category domain="alt">Kultur Tradition</category>
<category domain="alt">Deutschland, Oesterreich, Schweiz</category>			<guid isPermaLink="false">3982@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435tomato1.jpg?mtime=1350808909&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435tomato1.jpg?mtime=1350808909&quot; width=&quot;435&quot; height=&quot;264&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Globalisierung: Was w&amp;#228;re Italien ohne Tomaten? Foto: &lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/darwinbell/387755382/&quot;&gt;Darwin Bell, flickr&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zerst&amp;#246;rt die Globalisierung unsere lokale K&amp;#252;che? Immer wieder kommt diese Frage auf. In einem &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ethnologe-marin-trenk-ueber-globale-trends-in-der-esskultur-a-860728.html&quot;&gt;Interview mit Spiegel Online&lt;/a&gt; erinnert Ethnologe &lt;a href=&quot;http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb08/ie/Mitarbeiter/Professuren/Marin_Trenk.html&quot;&gt;Marin Trenk&lt;/a&gt; daran, dass die Globalisierung unserer K&amp;#252;che bereits vor mindestens 500 Jahren begonnen hat:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Kolumbus l&amp;#246;ste 1492 die erste von drei kulinarischen Globalisierungswellen aus, den zweiten Schub sehe ich in den kolonialen Begegnungen. Wir leben in der letzten Welle, die sehr intensiv und beschleunigt verl&amp;#228;uft. Aber die Ver&amp;#228;nderung, die Kolumbus ausl&amp;#246;ste, war kulinarisch die gr&amp;#246;&amp;#223;te Z&amp;#228;sur in der Weltgeschichte.&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;Die Anbaufr&amp;#252;chte der neuen Welt ver&amp;#228;nderten die regionalen K&amp;#252;chen der alten Welt vollst&amp;#228;ndig: Was w&amp;#228;re S&amp;#252;dostasien ohne Chili? Italien ohne Tomate, Ungarn ohne Paprika? Nach 1492 sah keine K&amp;#252;che der Welt mehr so aus wie davor. Nach Kolumbus haben sich etwa Kartoffel, Chili, Tomate oder Mais sehr erfolgreich durchgesetzt. Bemerkenswert ist aber, dass keine kompletten Gerichte gereist sind, sondern nur Rohprodukte.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Marin Trenk spricht auch von gegenw&amp;#228;rtigen Trends in Deutschland. Japanisch ist in, ausserdem Fleisch &amp;#8220;das nicht wie Fleisch schmeckt und auch nicht wie Fleisch aussieht&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Forscher von der Uni Frankfurt  arbeitet &amp;#252;brigens derzeit an einem Buch zur &lt;a href=&quot;http://www.anthropos.eu/anthropos/journal/abstracts/1071/08-Marin-Trenk.php&quot;&gt;&amp;#8220;Kulinarischen Ethnografie Thailands&amp;#8221;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ethnologe-marin-trenk-ueber-globale-trends-in-der-esskultur-a-860728.html&quot;&gt;&gt;&gt; zum Interview im Spiegel&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er hat fr&amp;#252;her auch &amp;#252;ber das Verh&amp;#228;ltnis nordamerikanischer Indianer zum Alkohol geforscht. In einem &lt;a href=&quot;http://bdigital.ufp.pt/bitstream/10284/1710/1/173-191.pdf&quot;&gt;Paper&lt;/a&gt; (pdf) erkl&amp;#228;rt er, dass Betrunkensein als eine Art ist, mit der Welt der Geister zu kommunizieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/ethnologie/forum/board_entry.php?id=183&amp;amp;da=DESC&amp;amp;page=0&amp;amp;order=time&amp;amp;descasc=DESC&amp;amp;category=all&quot; title=&quot;Ern&amp;#228;hrung Identit&amp;#228;t Migration&quot;&gt;Ern&amp;#228;hrung Identit&amp;#228;t Migration - Eine lange Diskussion im antropologi.info-Forum&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/esskultur&quot; title=&quot;Esskultur als Protest: Ethmundo &amp;#252;ber &amp;#214;kod&amp;#246;rfer und M&amp;#252;llw&amp;#252;hler&quot;&gt;Esskultur als Protest: Ethmundo &amp;#252;ber &amp;#214;kod&amp;#246;rfer und M&amp;#252;llw&amp;#252;hler&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/anthropologist_find_out_why_we_don_t_buy&quot; title=&quot;Anthropologists find out why we (don&#039;t) buy organic food&quot;&gt;Anthropologists find out why we (don&amp;#8217;t) buy organic food&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/what_anthropologists_can_do_about_the_de&quot; title=&quot;What anthropologists can do about the decline in world food supply&quot;&gt;What anthropologists can do about the decline in world food supply&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/globalisierte-esskultur&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435tomato1.jpg?mtime=1350808909"><img alt="" src="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435tomato1.jpg?mtime=1350808909" width="435" height="264" /></a><br /><em>Globalisierung: Was w&#228;re Italien ohne Tomaten? Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/darwinbell/387755382/">Darwin Bell, flickr</a></em></p>

<p>Zerst&#246;rt die Globalisierung unsere lokale K&#252;che? Immer wieder kommt diese Frage auf. In einem <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ethnologe-marin-trenk-ueber-globale-trends-in-der-esskultur-a-860728.html">Interview mit Spiegel Online</a> erinnert Ethnologe <a href="http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb08/ie/Mitarbeiter/Professuren/Marin_Trenk.html">Marin Trenk</a> daran, dass die Globalisierung unserer K&#252;che bereits vor mindestens 500 Jahren begonnen hat:</p>

<blockquote>
  <p>Kolumbus l&#246;ste 1492 die erste von drei kulinarischen Globalisierungswellen aus, den zweiten Schub sehe ich in den kolonialen Begegnungen. Wir leben in der letzten Welle, die sehr intensiv und beschleunigt verl&#228;uft. Aber die Ver&#228;nderung, die Kolumbus ausl&#246;ste, war kulinarisch die gr&#246;&#223;te Z&#228;sur in der Weltgeschichte.</p>
  
  <p>Die Anbaufr&#252;chte der neuen Welt ver&#228;nderten die regionalen K&#252;chen der alten Welt vollst&#228;ndig: Was w&#228;re S&#252;dostasien ohne Chili? Italien ohne Tomate, Ungarn ohne Paprika? Nach 1492 sah keine K&#252;che der Welt mehr so aus wie davor. Nach Kolumbus haben sich etwa Kartoffel, Chili, Tomate oder Mais sehr erfolgreich durchgesetzt. Bemerkenswert ist aber, dass keine kompletten Gerichte gereist sind, sondern nur Rohprodukte.</p>
</blockquote>

<p>Marin Trenk spricht auch von gegenw&#228;rtigen Trends in Deutschland. Japanisch ist in, ausserdem Fleisch &#8220;das nicht wie Fleisch schmeckt und auch nicht wie Fleisch aussieht".</p>

<p>Der Forscher von der Uni Frankfurt  arbeitet &#252;brigens derzeit an einem Buch zur <a href="http://www.anthropos.eu/anthropos/journal/abstracts/1071/08-Marin-Trenk.php">&#8220;Kulinarischen Ethnografie Thailands&#8221;</a>.</p>

<p><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ethnologe-marin-trenk-ueber-globale-trends-in-der-esskultur-a-860728.html">>> zum Interview im Spiegel</a></p>

<p>Er hat fr&#252;her auch &#252;ber das Verh&#228;ltnis nordamerikanischer Indianer zum Alkohol geforscht. In einem <a href="http://bdigital.ufp.pt/bitstream/10284/1710/1/173-191.pdf">Paper</a> (pdf) erkl&#228;rt er, dass Betrunkensein als eine Art ist, mit der Welt der Geister zu kommunizieren.</p>

<p><strong>SIEHE AUCH:</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/ethnologie/forum/board_entry.php?id=183&amp;da=DESC&amp;page=0&amp;order=time&amp;descasc=DESC&amp;category=all" title="Ern&#228;hrung Identit&#228;t Migration">Ern&#228;hrung Identit&#228;t Migration - Eine lange Diskussion im antropologi.info-Forum</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/esskultur" title="Esskultur als Protest: Ethmundo &#252;ber &#214;kod&#246;rfer und M&#252;llw&#252;hler">Esskultur als Protest: Ethmundo &#252;ber &#214;kod&#246;rfer und M&#252;llw&#252;hler</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/anthropologist_find_out_why_we_don_t_buy" title="Anthropologists find out why we (don't) buy organic food">Anthropologists find out why we (don&#8217;t) buy organic food</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/what_anthropologists_can_do_about_the_de" title="What anthropologists can do about the decline in world food supply">What anthropologists can do about the decline in world food supply</a></p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/globalisierte-esskultur">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/globalisierte-esskultur#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3982</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>Wenn Kinder als Hexen verfolgt werden: Was meint die Ethnologie?</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hexenkinder</link>
			<pubDate>Wed, 10 Oct 2012 14:46:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="alt">Afrika</category>
<category domain="alt">Jugend</category>
<category domain="main">B&#252;cher</category>
<category domain="alt">Konflikt Gewalt</category>			<guid isPermaLink="false">3977@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;ul&gt;
&lt;p&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.kleinezeitung.at/magazin/reise/2923575/hexenglaube-schwarzen-kontinent.story&quot;&gt;Als &amp;#8220;Hexenkind&amp;#8221; verfolgt und misshandelt&lt;/a&gt; (Kleine Zeitung, 16.1.2012)&lt;/li&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://www.welt.de/welt_print/politik/article9548129/Die-Hexenkinder-von-Nigeria.html&quot;&gt;Die Hexenkinder von Nigeria: Priester und Scharlatane bereiten Jungen und M&amp;#228;dchen die H&amp;#246;lle auf Erden&lt;/a&gt; (Die Welt, 11.9.2010)&lt;/li&gt;&lt;/p&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Immer wieder macht das Thema &amp;#8220;Hexenkinder&amp;#8221; Schlagzeilen in den Medien. Doch was haben Ethnologen und Ethnologinnen dazu zu sagen? Bisher recht wenig. Ethnologe &lt;a href=&quot;http://www.uni-siegen.de/locatingmedia/personen/felix_riedel.html?lang=de&quot;&gt;Felix Riedel&lt;/a&gt; hat sich eines der wenigen B&amp;#252;cher zu diesem Thema angeschaut und stellt es hier auf antropologi.info vor: &lt;a href=&quot;http://www.ashgate.com/isbn/9780754667339&quot;&gt;The Devil&amp;#8217;s Children. From Spirit Possession to Witchcraft: New Allegations that affect Children&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;http://elearning.lse.ac.uk/dart/interviews/lafontaine.html&quot;&gt;Jean La Fontaine&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&lt;h3&gt;Rezension&lt;/h3&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;LaFontaine (Hg.) 2009: The Devil&amp;#8217;s Children. From Spirit Possession to Witchcraft: New Allegations that affect Children. Farnham, Surrey: Ashgate Publishing Limited.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Von Felix Riedel, MA Ethnologie&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Viktimisierung von Kindern durch Hexereianklagen hat in den letzten Jahren starkes Interesse der &amp;#214;ffentlichkeit erfahren. Ein Ausl&amp;#246;ser daf&amp;#252;r war die britische Dokumentation des Senders Channel 4 mit dem Titel &lt;a href=&quot;http://www.channel4.com/programmes/dispatches/episode-guide/series-8/episode-1/&quot;&gt;Saving Africa&amp;#8217;s witch-children&lt;/a&gt;. Das Portr&amp;#228;t eines nigerianischen Asyls f&amp;#252;r Kinder, die von ihren Eltern, Stiefeltern, Verwandten, Priestern oder Nachbarn der Hexerei beschuldigt und misshandelt wurden, stie&amp;#223; eine gesellschaftliche Debatte in Nigeria an. Die vergleichbare Situation in der Demokratischen Republik Kongo wurde in &amp;#228;hnlichen Dokumentarfilmen belegt.&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;videoblock&quot;&gt;&lt;object data=&quot;http://www.youtube.com/v/SbGzFN_NalI&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/SbGzFN_NalI&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot; /&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;In Diskrepanz zum journalistischen Interesse steht das Schweigen der Ethnologie. Lediglich Robert Brain (1970), &lt;a href=&quot;http://books.upress.virginia.edu/detail%2Fbooks%2Fgroup-2806.xml?q=author%3A%22Geschiere%2C%20Peter%22&quot;&gt;Peter Geschiere&lt;/a&gt; (1980) und &lt;a href=&quot;http://www.kuleuven.be/wieiswie/en/person/00021683&quot;&gt;Filip DeBoeck&lt;/a&gt; (2003; 2004; 2005) haben bislang fundierte Daten gesammelt und diskutiert, zwei neuere Studien aus Ghana erschienen nach 2009. Eine Reihe von Arbeiten aus dem Umfeld humanit&amp;#228;rer Organisationen rezitiert im Wesentlichen die journalistischen Quellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der von Jean LaFontaine herausgelegte Sammelband betritt daher ein weitgehend brach liegendes Feld.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Publikation richtet sich in der Konsequenz nicht prim&amp;#228;r an ein wissenschaftliches Fachpublikum, sondern an soziale Arbeit, therapeutisches Personal, Polizisten und Kirchen. Zwei Drittel der Texte im Sammelband leisten ausschlie&amp;#223;lich Vorarbeit zu einem Verst&amp;#228;ndnis von Geistbesessenheit in unterschiedlichen kulturellen Bez&amp;#252;gen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine hervorragende Zusammenfassung der psychiatrischen Problematik liefert &lt;a href=&quot;http://www.ucl.ac.uk/anthropology/people/academic_staff/r_littlewood&quot;&gt;Roland Littlewood&lt;/a&gt;. Seine Gegen&amp;#252;berstellung von Geistbesessenheit und suizidaler &amp;#220;berdosierung von Medikamenten er&amp;#246;ffnet einen praktikablen Weg, das Verh&amp;#228;ltnis von &lt;em&gt;agency&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Symptom&lt;/em&gt; bei weiblichen Besessenheitskulten in aller gebotenen Unsch&amp;#228;rfe neu zu bestimmen:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;The distinction may be difficult to draw. As with overdoses, when do &amp;#8218;symptoms&amp;#8217; become &amp;#8218;strategies&amp;#8217;?&amp;#8220; (33)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Littlewood fordert eine erh&amp;#246;hte Sensibilit&amp;#228;t der Therapeuten f&amp;#252;r kulturelle Belange sowie die partielle Integration von kulturspezifischen Laien-Therapeuten ein. Die psychiatrische Therapie will er durch diese Offenheit im Interesse des Patienten st&amp;#228;rken und beibehalten.&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;image_block&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ashgate.com/isbn/9780754667339&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;buch cover&quot; src=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/250devils_children.jpg?mtime=1349878362&quot; width=&quot;250&quot; height=&quot;376&quot; align=&quot;right&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://independent.academia.edu/SherrillMulhern&quot;&gt;Sherrill Mulhern&lt;/a&gt; evaluiert in einem weiteren exzellenten Text f&amp;#252;r den europ&amp;#228;ischen Kontext alternierende Schwankungen in den K&amp;#246;rper-Geist-Konzeptionen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ausgangspunkt ist der Wandel von der hochmittelalterlichen Lehrmeinung &amp;#252;ber Hexereigest&amp;#228;ndnisse und &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Somnambulismus&quot;&gt;Somnambulismus&lt;/a&gt; zu den fundamental differenten Anschauungen des 14ten Jahrhunderts. (38ff) Erst diese interpretierten halluzinierte Gest&amp;#228;ndnisse als empirisches Zeugnis einer n&amp;#228;chtlichen Reise und &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsbuhlschaft&quot;&gt;Teufelsbuhlschaft&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diesen Wandel parallelisiert sie mit dem aktuellen charismatisch-christlichen Postulat, Gest&amp;#228;ndnisse und Visionen seien empirische Manifestationen g&amp;#246;ttlicher Wahrheiten und erm&amp;#246;glichten spirituelle &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84tiologie&quot;&gt;&amp;#196;tiologien&lt;/a&gt;. W&amp;#228;hrend die Exzesse der katholischen Kirche letztlich die Entwicklung von alternativen psychologischen Konzepten provoziert h&amp;#228;tten, w&amp;#252;rde die charismatische Bewegung die Therapie aus der s&amp;#228;kularen Psychotherapie in die &lt;em&gt;D&amp;#228;monologie der &lt;a href=&quot;http://wissen.dradio.de/literatur-exorzismus-als-neues-literarisches-genre.92.de.html?dram:article_id=14468&quot;&gt;deliverance&lt;/a&gt;&lt;/em&gt; zur&amp;#252;ck &amp;#252;berf&amp;#252;hren. (46)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In einer bisweilen zu glatten, rasanten Erz&amp;#228;hlung problematisiert sie die Wiederkehr des Gest&amp;#228;ndnisproblems in der Psychotherapie der zweiten H&amp;#228;lfte des 20. Jahrhunderts: Unter dem Druck feministischer Positionen sei die analytische Annahme einer subjektiven, psychologischen Wahrheit f&amp;#252;r Inzestf&amp;#228;lle in den Verdacht der Vertuschung von realen Verbrechen geraten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die bis heute andauernde Str&amp;#246;mung fordert gegen das rechtsstaatliche Prinzip der Nachweisbarkeit und in Verleugnung der M&amp;#246;glichkeit der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Konfabulation&quot;&gt;Konfabulation&lt;/a&gt; eine pr&amp;#252;fungslose Anerkennung jeglicher Opfererz&amp;#228;hlungen. Als Resultat der Diskursschwankungen seien erstaunlich weit verbreitete Phantasien &amp;#252;ber satanistische Rituale bis hin zum Kannibalismus als glaubhafte kindliche Erinnerungen von Patienten und Therapeuten verteidigt worden. (54)  Mulherns historische Analyse verweist in einer neuen Dringlichkeit auf die Komplexit&amp;#228;t und Reichweite des Problems der Nichtidentit&amp;#228;t von Geist und K&amp;#246;rper.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Integration von emischen Perspektiven versucht der Band im dritten Teil. Christina Harringtons Beitrag idealisiert in einem kurzen Beitrag ihre &lt;em&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Wicca&quot;&gt;Wicca&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;-Initiation. Mercy Magbagbeolas Beschreibung ihrer christlichen Hexereivorstellungen sind als illustrative ethnographische Quelle wertvoll, werden in dieser Form aber unn&amp;#246;tig aufgewertet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Erst das letzte Drittel des Buches widmet sich explizit Kindern als Opfer von Hexereianklagen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;LaFontaine fasst die wenigen bestehenden ethnographischen Texte zusammen und leistet so die Vorarbeit zum einzigen ethnographischen Beitrag von Filip DeBoeck. Dieser liefert eine geringf&amp;#252;gig aktualisierte Durchf&amp;#252;hrung seiner &amp;#228;lteren Texte, in denen er konzise die Verh&amp;#228;ltnisse in der DRC beschreibt und diskutiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider besteht er immer noch auf einer &lt;a href=&quot;http://de.wiktionary.org/wiki/euphemistisch&quot;&gt;euphemistischen&lt;/a&gt; Definition der &lt;em&gt;Heilung&lt;/em&gt;: Der mitunter wochenlange &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/vermischtes/article2015668/Die-dunkle-Macht-des-Exorzismus-greift-um-sich.html&quot;&gt;Exorzismus&lt;/a&gt; von Kindern in den Kirchen biete als &lt;em&gt;therapeutic &amp;#8218;healing&amp;#8217; space&lt;/em&gt; eine &amp;#8222;alternative L&amp;#246;sung des Problems&amp;#8220; an. (131)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;DeBoeck entgleitet hier die Sensibilit&amp;#228;t f&amp;#252;r die komplexere infantile Psychodynamik, schl&amp;#252;ssig wird der therapeutische Aspekt nicht. Das Trauma des Exorzismus wird nicht weiter er&amp;#246;rtert, die Reintegration ins verfolgende Kollektiv wird mit Heilung gleichgesetzt. Auch wiederholt er die popul&amp;#228;re Hypothese, Hexereianklagen k&amp;#246;nnten als &lt;em&gt;a posteriori birth control&lt;/em&gt; gelten: Kinder w&amp;#252;rden prim&amp;#228;r aus &amp;#246;konomischen Gr&amp;#252;nden versto&amp;#223;en.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Materialistische Ans&amp;#228;tze dieser Art erkl&amp;#228;ren nicht, warum die okkulte Rechtfertigung der &amp;#246;konomischen vorgezogen wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Stichhaltiger ist seine Beobachtung &amp;#252;ber Neuformierungen der Kernfamilie gegen die erweiterte Verwandtschaft mit ihren Anspr&amp;#252;chen. Aber auch hier fehlt die Vermittlung durch die individuelle Psychodynamik und die Ideologieform, in der diese Abgrenzung als okkultes Ressentiment gew&amp;#228;hlt und ausformuliert wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In einer f&amp;#252;r das Forschungsfeld &amp;#252;blichen Umkehr werden die Verfolger von Kindern zu Opfern einer &lt;em&gt;spirituellen Unsicherheit&lt;/em&gt;, einer &lt;em&gt;Krise der Verwandtschaft&lt;/em&gt;. Die Krise der kindlichen Opfer von Hexereianklagen tritt dann nur noch als sekund&amp;#228;rer Effekt einer anderen Krise in Erscheinung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das letzte Kapitel wird im Wesentlichen von &lt;a href=&quot;http://www.eleanorstobart.co.uk/&quot;&gt;Eleanor Stobart&lt;/a&gt; gerettet durch eine empirische Studie &amp;#252;ber F&amp;#228;lle von Kindesmisshandlung mit assoziierten Hexereianklagen in Gro&amp;#223;britannien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die breite Zielgruppe des Bandes resultiert in einem Relativismus, der Kritik unterbindet. So behauptet &lt;a href=&quot;http://www2.lse.ac.uk/researchAndExpertise/Experts/e.barker@lse.ac.uk&quot;&gt;Eileen Barker&lt;/a&gt; in der Einleitung:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;The social sciences have to recognise their limitations, however. They have no expertise, technologies or skills that allow them to judge theological or ethical claims.&amp;#8221; (3)&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Dieser Widerruf wissenschaftlicher Erkenntnis richtet sich gegen philosophische Bet&amp;#228;tigung als Vermittlung zwischen dem aktuellen Stand der Aufkl&amp;#228;rung und dem dahinter zur&amp;#252;ckfallenden gesellschaftlichen Bewusstein. Der den Sozialwissenschaften aufoktroyierte &amp;#8222;wissenschaftliche Agnostizismus&amp;#8220; (3) tendiert dazu, analytische Kritik und interdisziplin&amp;#228;res Denken stillzulegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So richtig die Kritik am &amp;#8222;nothing but&amp;#8220; der psychologistischen oder materialistischen Ans&amp;#228;tze ist, so reduktionistisch ist die Aufgabe des Versuches der dialektischen Darstellung zugunsten einer urteilsfreien Beschreibung, die weder naturwissenschaftlichen noch philosophischen Anspr&amp;#252;chen gerecht wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Eindruck der Beliebigkeit wird komplett, wenn Barker wenig sp&amp;#228;ter das Urteil &amp;#252;ber spezifische Vorurteile doch wieder einf&amp;#252;hrt: Als berechtigten Verweis auf &amp;#8222;ignorance&amp;#8220; und &amp;#8222;misinformation&amp;#8220; der westlichen Gesellschaften gegen&amp;#252;ber den Vorstellungen der Minorit&amp;#228;ten (4).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die dialektische Spannung zwischen Materialismus und Psychologismus, Gesellschaft und Individuum kann der Band nicht aushalten. Er beinhaltet einige Aufs&amp;#228;tze von hervorragender Qualit&amp;#228;t und leistet auch Pionierarbeit f&amp;#252;r die Praxis mit viktimisierten Kindern. So erfreulich dieser seltene praxisbezogene Ansatz ist, die Desiderate des Feldes &amp;#8222;Kinder und Hexenjagden&amp;#8220; k&amp;#246;nnen die Beitr&amp;#228;ge leider nur partiell schlie&amp;#223;en.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Felix Riedel, MA Ethnologie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Marburg, Deutschland&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Kontakt: Felix.Riedel.Uni (AT) googlemail.com&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;MEHR INFORMATIONEN:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ashgate.com/isbn/9780754667339&quot;&gt;Information vom Verlag&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.ashgate.com/pdf/SamplePages/Devil_s_Children_Intro.pdf&quot;&gt;Einf&amp;#252;hrungskapitel des Buches&lt;/a&gt; (pdf)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://gushiegu.wordpress.com/2011/06/12/hexenjagden-in-nordghana/&quot;&gt;Felix Riedel: Hexenjagden in Nordghana&lt;/a&gt; (Teil seines Projektes  &lt;a href=&quot;http://gushiegu.wordpress.com/&quot;&gt;&amp;#8220;Hilfe f&amp;#252;r Hexenjagdfl&amp;#252;chtlinge Ein Verein zur Unterst&amp;#252;tzung der Asyle f&amp;#252;r Hexenjagdfl&amp;#252;chtlinge in Ghana&amp;#8221;&lt;/a&gt;)
&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2012/mar/01/witchcraft-curse-africa-kristy-bamu&quot;&gt;Jean La Fontaine: Witchcraft belief is a curse on Africa&lt;/a&gt; (Guardian 1.3.12)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/5244306.stm&quot;&gt;Eleanor Stobart: Race bias claim over witchcraft&lt;/a&gt;  &amp;#8220;The government&amp;#8217;s response to child abuse linked to witchcraft would have been different if it involved mainly white children&amp;#8221; (BBC, 4.8.2006)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-4728/magisterarbeit_katharina_puvogel.pdf&quot;&gt;Die Kinderhexen von Kinshasa. Zum Wandel von Hexereivorstellungen in der Demokratischen Republik Kongo&lt;/a&gt; Magisterarbeit in Ethnologie von Katharina Puvogel an der Uni M&amp;#252;nster (pdf)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2005/book_review_witchcraft_in_south_africa&quot; title=&quot;Book review: Witchcraft in South Africa&quot;&gt;Book review: Witchcraft in South Africa&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2005/nzz_uber_soziokulturelle_faktoren_von_ar&quot;&gt;Kontroverser Ethnologe David Signer: Die Stagnation schwarzafrikanischer Staaten hat einen Grund: Hexerei&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/world_cup_witchcraft_european_teams_turn&quot; title=&quot;World Cup Witchcraft: European Teams Turn to Magic for Aid&quot;&gt;World Cup Witchcraft: European Teams Turn to Magic for Aid&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;img src=&quot;http://vg03.met.vgwort.de/na/91e7ef8421d940cf963d7c722c126865&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hexenkinder&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><ul>
<p><li><a href="http://www.kleinezeitung.at/magazin/reise/2923575/hexenglaube-schwarzen-kontinent.story">Als &#8220;Hexenkind&#8221; verfolgt und misshandelt</a> (Kleine Zeitung, 16.1.2012)</li></p>
<p><li><a href="http://www.welt.de/welt_print/politik/article9548129/Die-Hexenkinder-von-Nigeria.html">Die Hexenkinder von Nigeria: Priester und Scharlatane bereiten Jungen und M&#228;dchen die H&#246;lle auf Erden</a> (Die Welt, 11.9.2010)</li></p></ul></p>

<p>Immer wieder macht das Thema &#8220;Hexenkinder&#8221; Schlagzeilen in den Medien. Doch was haben Ethnologen und Ethnologinnen dazu zu sagen? Bisher recht wenig. Ethnologe <a href="http://www.uni-siegen.de/locatingmedia/personen/felix_riedel.html?lang=de">Felix Riedel</a> hat sich eines der wenigen B&#252;cher zu diesem Thema angeschaut und stellt es hier auf antropologi.info vor: <a href="http://www.ashgate.com/isbn/9780754667339">The Devil&#8217;s Children. From Spirit Possession to Witchcraft: New Allegations that affect Children</a> von <a href="http://elearning.lse.ac.uk/dart/interviews/lafontaine.html">Jean La Fontaine</a>.</p>

<hr />

<blockquote><p><h3>Rezension</h3></p>

<p><strong>LaFontaine (Hg.) 2009: The Devil&#8217;s Children. From Spirit Possession to Witchcraft: New Allegations that affect Children. Farnham, Surrey: Ashgate Publishing Limited.</strong></p>

<p><em>Von Felix Riedel, MA Ethnologie</em></p>

<p>Die Viktimisierung von Kindern durch Hexereianklagen hat in den letzten Jahren starkes Interesse der &#214;ffentlichkeit erfahren. Ein Ausl&#246;ser daf&#252;r war die britische Dokumentation des Senders Channel 4 mit dem Titel <a href="http://www.channel4.com/programmes/dispatches/episode-guide/series-8/episode-1/">Saving Africa&#8217;s witch-children</a>. Das Portr&#228;t eines nigerianischen Asyls f&#252;r Kinder, die von ihren Eltern, Stiefeltern, Verwandten, Priestern oder Nachbarn der Hexerei beschuldigt und misshandelt wurden, stie&#223; eine gesellschaftliche Debatte in Nigeria an. Die vergleichbare Situation in der Demokratischen Republik Kongo wurde in &#228;hnlichen Dokumentarfilmen belegt.</p>

<div class="videoblock"><object data="http://www.youtube.com/v/SbGzFN_NalI" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/SbGzFN_NalI" /><param name="wmode" value="transparent" /></object></div>

<p>In Diskrepanz zum journalistischen Interesse steht das Schweigen der Ethnologie. Lediglich Robert Brain (1970), <a href="http://books.upress.virginia.edu/detail%2Fbooks%2Fgroup-2806.xml?q=author%3A%22Geschiere%2C%20Peter%22">Peter Geschiere</a> (1980) und <a href="http://www.kuleuven.be/wieiswie/en/person/00021683">Filip DeBoeck</a> (2003; 2004; 2005) haben bislang fundierte Daten gesammelt und diskutiert, zwei neuere Studien aus Ghana erschienen nach 2009. Eine Reihe von Arbeiten aus dem Umfeld humanit&#228;rer Organisationen rezitiert im Wesentlichen die journalistischen Quellen.</p>

<p><strong>Der von Jean LaFontaine herausgelegte Sammelband betritt daher ein weitgehend brach liegendes Feld.</strong></p>

<p>Die Publikation richtet sich in der Konsequenz nicht prim&#228;r an ein wissenschaftliches Fachpublikum, sondern an soziale Arbeit, therapeutisches Personal, Polizisten und Kirchen. Zwei Drittel der Texte im Sammelband leisten ausschlie&#223;lich Vorarbeit zu einem Verst&#228;ndnis von Geistbesessenheit in unterschiedlichen kulturellen Bez&#252;gen.</p>

<p>Eine hervorragende Zusammenfassung der psychiatrischen Problematik liefert <a href="http://www.ucl.ac.uk/anthropology/people/academic_staff/r_littlewood">Roland Littlewood</a>. Seine Gegen&#252;berstellung von Geistbesessenheit und suizidaler &#220;berdosierung von Medikamenten er&#246;ffnet einen praktikablen Weg, das Verh&#228;ltnis von <em>agency</em> und <em>Symptom</em> bei weiblichen Besessenheitskulten in aller gebotenen Unsch&#228;rfe neu zu bestimmen:</p>

<p><em>&#8222;The distinction may be difficult to draw. As with overdoses, when do &#8218;symptoms&#8217; become &#8218;strategies&#8217;?&#8220; (33)</em></p>

<p>Littlewood fordert eine erh&#246;hte Sensibilit&#228;t der Therapeuten f&#252;r kulturelle Belange sowie die partielle Integration von kulturspezifischen Laien-Therapeuten ein. Die psychiatrische Therapie will er durch diese Offenheit im Interesse des Patienten st&#228;rken und beibehalten.</p>

<div class="image_block"><a href="http://www.ashgate.com/isbn/9780754667339"><img alt="buch cover" src="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/250devils_children.jpg?mtime=1349878362" width="250" height="376" align="right" /></a></div>

<p><a href="http://independent.academia.edu/SherrillMulhern">Sherrill Mulhern</a> evaluiert in einem weiteren exzellenten Text f&#252;r den europ&#228;ischen Kontext alternierende Schwankungen in den K&#246;rper-Geist-Konzeptionen. </p><p>Ausgangspunkt ist der Wandel von der hochmittelalterlichen Lehrmeinung &#252;ber Hexereigest&#228;ndnisse und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Somnambulismus">Somnambulismus</a> zu den fundamental differenten Anschauungen des 14ten Jahrhunderts. (38ff) Erst diese interpretierten halluzinierte Gest&#228;ndnisse als empirisches Zeugnis einer n&#228;chtlichen Reise und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsbuhlschaft">Teufelsbuhlschaft</a>.</p>

<p>Diesen Wandel parallelisiert sie mit dem aktuellen charismatisch-christlichen Postulat, Gest&#228;ndnisse und Visionen seien empirische Manifestationen g&#246;ttlicher Wahrheiten und erm&#246;glichten spirituelle <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84tiologie">&#196;tiologien</a>. W&#228;hrend die Exzesse der katholischen Kirche letztlich die Entwicklung von alternativen psychologischen Konzepten provoziert h&#228;tten, w&#252;rde die charismatische Bewegung die Therapie aus der s&#228;kularen Psychotherapie in die <em>D&#228;monologie der <a href="http://wissen.dradio.de/literatur-exorzismus-als-neues-literarisches-genre.92.de.html?dram:article_id=14468">deliverance</a></em> zur&#252;ck &#252;berf&#252;hren. (46)</p>

<p>In einer bisweilen zu glatten, rasanten Erz&#228;hlung problematisiert sie die Wiederkehr des Gest&#228;ndnisproblems in der Psychotherapie der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts: Unter dem Druck feministischer Positionen sei die analytische Annahme einer subjektiven, psychologischen Wahrheit f&#252;r Inzestf&#228;lle in den Verdacht der Vertuschung von realen Verbrechen geraten.</p>

<p>Die bis heute andauernde Str&#246;mung fordert gegen das rechtsstaatliche Prinzip der Nachweisbarkeit und in Verleugnung der M&#246;glichkeit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konfabulation">Konfabulation</a> eine pr&#252;fungslose Anerkennung jeglicher Opfererz&#228;hlungen. Als Resultat der Diskursschwankungen seien erstaunlich weit verbreitete Phantasien &#252;ber satanistische Rituale bis hin zum Kannibalismus als glaubhafte kindliche Erinnerungen von Patienten und Therapeuten verteidigt worden. (54)  Mulherns historische Analyse verweist in einer neuen Dringlichkeit auf die Komplexit&#228;t und Reichweite des Problems der Nichtidentit&#228;t von Geist und K&#246;rper.</p>

<p>Die Integration von emischen Perspektiven versucht der Band im dritten Teil. Christina Harringtons Beitrag idealisiert in einem kurzen Beitrag ihre <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wicca">Wicca</a></em>-Initiation. Mercy Magbagbeolas Beschreibung ihrer christlichen Hexereivorstellungen sind als illustrative ethnographische Quelle wertvoll, werden in dieser Form aber unn&#246;tig aufgewertet.</p>

<p><strong>Erst das letzte Drittel des Buches widmet sich explizit Kindern als Opfer von Hexereianklagen.</strong></p>

<p>LaFontaine fasst die wenigen bestehenden ethnographischen Texte zusammen und leistet so die Vorarbeit zum einzigen ethnographischen Beitrag von Filip DeBoeck. Dieser liefert eine geringf&#252;gig aktualisierte Durchf&#252;hrung seiner &#228;lteren Texte, in denen er konzise die Verh&#228;ltnisse in der DRC beschreibt und diskutiert.</p>

<p>Leider besteht er immer noch auf einer <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/euphemistisch">euphemistischen</a> Definition der <em>Heilung</em>: Der mitunter wochenlange <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article2015668/Die-dunkle-Macht-des-Exorzismus-greift-um-sich.html">Exorzismus</a> von Kindern in den Kirchen biete als <em>therapeutic &#8218;healing&#8217; space</em> eine &#8222;alternative L&#246;sung des Problems&#8220; an. (131)</p>

<p>DeBoeck entgleitet hier die Sensibilit&#228;t f&#252;r die komplexere infantile Psychodynamik, schl&#252;ssig wird der therapeutische Aspekt nicht. Das Trauma des Exorzismus wird nicht weiter er&#246;rtert, die Reintegration ins verfolgende Kollektiv wird mit Heilung gleichgesetzt. Auch wiederholt er die popul&#228;re Hypothese, Hexereianklagen k&#246;nnten als <em>a posteriori birth control</em> gelten: Kinder w&#252;rden prim&#228;r aus &#246;konomischen Gr&#252;nden versto&#223;en.</p>

<p>Materialistische Ans&#228;tze dieser Art erkl&#228;ren nicht, warum die okkulte Rechtfertigung der &#246;konomischen vorgezogen wird.</p>

<p>Stichhaltiger ist seine Beobachtung &#252;ber Neuformierungen der Kernfamilie gegen die erweiterte Verwandtschaft mit ihren Anspr&#252;chen. Aber auch hier fehlt die Vermittlung durch die individuelle Psychodynamik und die Ideologieform, in der diese Abgrenzung als okkultes Ressentiment gew&#228;hlt und ausformuliert wird.</p>

<p>In einer f&#252;r das Forschungsfeld &#252;blichen Umkehr werden die Verfolger von Kindern zu Opfern einer <em>spirituellen Unsicherheit</em>, einer <em>Krise der Verwandtschaft</em>. Die Krise der kindlichen Opfer von Hexereianklagen tritt dann nur noch als sekund&#228;rer Effekt einer anderen Krise in Erscheinung.</p>

<p>Das letzte Kapitel wird im Wesentlichen von <a href="http://www.eleanorstobart.co.uk/">Eleanor Stobart</a> gerettet durch eine empirische Studie &#252;ber F&#228;lle von Kindesmisshandlung mit assoziierten Hexereianklagen in Gro&#223;britannien.</p>

<p>Die breite Zielgruppe des Bandes resultiert in einem Relativismus, der Kritik unterbindet. So behauptet <a href="http://www2.lse.ac.uk/researchAndExpertise/Experts/e.barker@lse.ac.uk">Eileen Barker</a> in der Einleitung:</p>

<blockquote><p>&#8222;The social sciences have to recognise their limitations, however. They have no expertise, technologies or skills that allow them to judge theological or ethical claims.&#8221; (3)</p></blockquote>

<p>Dieser Widerruf wissenschaftlicher Erkenntnis richtet sich gegen philosophische Bet&#228;tigung als Vermittlung zwischen dem aktuellen Stand der Aufkl&#228;rung und dem dahinter zur&#252;ckfallenden gesellschaftlichen Bewusstein. Der den Sozialwissenschaften aufoktroyierte &#8222;wissenschaftliche Agnostizismus&#8220; (3) tendiert dazu, analytische Kritik und interdisziplin&#228;res Denken stillzulegen.</p>

<p>So richtig die Kritik am &#8222;nothing but&#8220; der psychologistischen oder materialistischen Ans&#228;tze ist, so reduktionistisch ist die Aufgabe des Versuches der dialektischen Darstellung zugunsten einer urteilsfreien Beschreibung, die weder naturwissenschaftlichen noch philosophischen Anspr&#252;chen gerecht wird.</p>

<p>Der Eindruck der Beliebigkeit wird komplett, wenn Barker wenig sp&#228;ter das Urteil &#252;ber spezifische Vorurteile doch wieder einf&#252;hrt: Als berechtigten Verweis auf &#8222;ignorance&#8220; und &#8222;misinformation&#8220; der westlichen Gesellschaften gegen&#252;ber den Vorstellungen der Minorit&#228;ten (4).</p>

<p>Die dialektische Spannung zwischen Materialismus und Psychologismus, Gesellschaft und Individuum kann der Band nicht aushalten. Er beinhaltet einige Aufs&#228;tze von hervorragender Qualit&#228;t und leistet auch Pionierarbeit f&#252;r die Praxis mit viktimisierten Kindern. So erfreulich dieser seltene praxisbezogene Ansatz ist, die Desiderate des Feldes &#8222;Kinder und Hexenjagden&#8220; k&#246;nnen die Beitr&#228;ge leider nur partiell schlie&#223;en.</p>

<p><em>Felix Riedel, MA Ethnologie</em><br />
<em>Marburg, Deutschland</em><br />
<em>Kontakt: Felix.Riedel.Uni (AT) googlemail.com</em></p></blockquote>

<hr />

<p><strong>MEHR INFORMATIONEN:</strong></p>

<p><a href="http://www.ashgate.com/isbn/9780754667339">Information vom Verlag</a></p>

<p><a href="http://www.ashgate.com/pdf/SamplePages/Devil_s_Children_Intro.pdf">Einf&#252;hrungskapitel des Buches</a> (pdf)</p>

<p><a href="http://gushiegu.wordpress.com/2011/06/12/hexenjagden-in-nordghana/">Felix Riedel: Hexenjagden in Nordghana</a> (Teil seines Projektes  <a href="http://gushiegu.wordpress.com/">&#8220;Hilfe f&#252;r Hexenjagdfl&#252;chtlinge Ein Verein zur Unterst&#252;tzung der Asyle f&#252;r Hexenjagdfl&#252;chtlinge in Ghana&#8221;</a>)
</p>

<p><a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2012/mar/01/witchcraft-curse-africa-kristy-bamu">Jean La Fontaine: Witchcraft belief is a curse on Africa</a> (Guardian 1.3.12)</p>

<p><a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/5244306.stm">Eleanor Stobart: Race bias claim over witchcraft</a>  &#8220;The government&#8217;s response to child abuse linked to witchcraft would have been different if it involved mainly white children&#8221; (BBC, 4.8.2006)</p>

<p><a href="http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-4728/magisterarbeit_katharina_puvogel.pdf">Die Kinderhexen von Kinshasa. Zum Wandel von Hexereivorstellungen in der Demokratischen Republik Kongo</a> Magisterarbeit in Ethnologie von Katharina Puvogel an der Uni M&#252;nster (pdf)</p>

<p><strong>SIEHE AUCH:</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2005/book_review_witchcraft_in_south_africa" title="Book review: Witchcraft in South Africa">Book review: Witchcraft in South Africa</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2005/nzz_uber_soziokulturelle_faktoren_von_ar">Kontroverser Ethnologe David Signer: Die Stagnation schwarzafrikanischer Staaten hat einen Grund: Hexerei</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/world_cup_witchcraft_european_teams_turn" title="World Cup Witchcraft: European Teams Turn to Magic for Aid">World Cup Witchcraft: European Teams Turn to Magic for Aid</a></p>

<img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/91e7ef8421d940cf963d7c722c126865" width="1" height="1" alt="" /><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hexenkinder">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hexenkinder#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3977</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>Ist verst&#228;ndliche Sprache unwissenschaftlich?</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/wissenschaftlicher-jargon</link>
			<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 22:40:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="alt">Ethnologie allgemein</category>
<category domain="main">Wissensvermittlung</category>
<category domain="alt">Sprache</category>			<guid isPermaLink="false">3973@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;Warum nicht nach so langer Stille mit einer positiven Nachricht beginnen? In den Schweizer Medien wurde n&amp;#228;mlich Kritik am trockenen, umst&amp;#228;ndlichen Wissenschaftsjargon laut. Sehr gut!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der alles anderen als radikalen NZZ &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/meinung/uebersicht/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaeten-1.17397016&quot;&gt;schreibt Markus H&amp;#228;fliger&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;An Unis ist eine bizarre Kultur verbreitet: Akademische Texte werden oft bem&amp;#228;ngelt, wenn sie komplizierte Sachverhalte einfach erkl&amp;#228;ren. Vor allem in Dissertationen und Habilitationsschriften gibt es einen Zwang zur Kompliziertheit. Akademisch belohnt wird, wer monstr&amp;#246;se Formulierungen und viel Fachjargon verwendet. Welche Bl&amp;#252;ten dieses System treibt, erlebte eine Anthropologie-Studentin unl&amp;#228;ngst an der Universit&amp;#228;t Freiburg. Die Frau, die nebenher als Journalistin arbeitete, wurde vom Professor daf&amp;#252;r kritisiert, dass sie in Seminararbeiten zu kurze S&amp;#228;tze formuliere.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Wir k&amp;#246;nnen da einiges von den USA lernen, meint er: &lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wie anders gehen amerikanische Hochschulen mit der Sprache um. Dort geh&amp;#246;rt Rhetorik teilweise zum Pflichtstoff. Schon College-Studenten &amp;#252;ben sich in sogenannten Elevator Speeches. Dabei erh&amp;#228;lt der Student f&amp;#252;r ein Kurzreferat so lange Zeit, wie eine Fahrt im Aufzug dauert. Das muss gen&amp;#252;gen, um dem Publikum seinen Gedanken zu pr&amp;#228;sentieren. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wo in der Schweiz werden solche F&amp;#228;higkeiten trainiert? Die Auswirkungen dieses unterschiedlichen Verh&amp;#228;ltnisses zur Sprache lassen sich an jedem Kiosk erkennen. Sachb&amp;#252;cher amerikanischer Wissenschafter werden zu Bestsellern, w&amp;#228;hrend Sachb&amp;#252;cher schweizerischer Wissenschafter in Bibliotheken verstauben.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/meinung/uebersicht/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaeten-1.17397016&quot;&gt;&amp;gt;&amp;gt;weiter in der NZZ&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Typischerweise ist &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/impressum/markus_hfliger_h_1.15180417&quot;&gt;Markus H&amp;#228;fliger&lt;/a&gt; nicht Teil des akademischen Etablissements, sondern Journalist (und ehemaliger Student). &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch dass diese Kritik vonn&amp;#246;ten ist, d&amp;#252;rfte keine kontroversielle Aussage sein. Das Problem d&amp;#252;rfte an deutschen Unis noch gr&amp;#246;sser sein. Ich habe sowohl an deutschen Unis wie auch an einer Schweizer Uni (Uni Basel) studiert und empfand Schweizer AkademikerInnen als weniger f&amp;#246;rmlich (m&amp;#252;ndlich und schriftlich) als deutsche. Dennoch widerfuhr mir &amp;#228;hnliches wie der oben erw&amp;#228;hnten Studentin. U.a. &lt;a href=&quot;http://www.lorenzk.com/hiphop/10.html&quot;&gt;das Einleitungskapitel&lt;/a&gt; meiner Feldforschungsarbeit &amp;#252;ber HipHop &lt;a href=&quot;http://www.lorenzk.com/hiphop/&quot;&gt;&amp;#8220;Sein Ding machen&amp;#8221;&lt;/a&gt; wurde kritisiert. Der Schreibstil sei &amp;#8220;zu journalistisch&amp;#8221;&amp;#8230;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der NZZ-Artikel hat nur m&amp;#228;ssige Resonanz bekommen. Eine interessante Diskussion hat &lt;a href=&quot;http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/24/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaten/&quot;&gt;Ali Arbia auf zoon politikon&lt;/a&gt; angeleiert. Er verteidigt die komplizierte Fachsprache und bekam gute Antworten im Kommentarfeld. Dort ist auch ein Link zu einem &lt;a href=&quot;http://scienceblogs.de/naklar/2012/05/16/post/&quot;&gt;Text von Physiker Florian Aigner&lt;/a&gt;, der positive Beispiele der Wissenskommunikation aus England und anderen L&amp;#228;ndern liefert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor ein paar Monaten ist &amp;#252;brigens eine akademische Zeitschrift ins Leben gerufen wurde, die dem akademischen Jargon den Kampf ansagt - siehe fr&amp;#252;herer Beitrag &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2012/jba&quot; title=&quot;Journal of Business Anthropology: Open Access and &amp;quot;Without Jargon&amp;quot;&quot;&gt;Journal of Business Anthropology: Open Access and &amp;#8220;Without Jargon&amp;#8221;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#220;brigens: Auf seinem Blog &lt;a href=&quot;http://joernborchert.twoday.net/stories/ankuendigung-der-konferenz-rezensieren-kommentieren-bloggen/&quot;&gt;Kulturelle Welten&lt;/a&gt; informiert uns Joern Borchert &amp;#252;ber die Konferenz &lt;a href=&quot;http://rkb.hypotheses.org/&quot;&gt;&amp;#8220;Rezensieren &amp;#8211; Kommentieren &amp;#8211; Bloggen: Wie kommunizieren Geisteswissenschaftler in der digitalen Zukunft?&amp;#8221;&lt;/a&gt;, die vom 31.1. bis 1.2.2013 in M&amp;#252;nchen stattfindet - gratis!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2007/six_reasons_for_bad_academic_writing&quot; title=&quot;Six reasons for bad academic writing&quot;&gt;Six reasons for bad academic writing&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://savageminds.org/2006/01/16/what-is-good-anthropological-writing/&quot; title=&quot;Thomas Hylland Eriksen (Savage Minds): What is good anthropological writing?&quot;&gt;Thomas Hylland Eriksen (Savage Minds): What is good anthropological writing?&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/science-slams&quot; title=&quot;Verst&amp;#228;ndliche Wissenschaft: Der Siegeszug der Science Slams&quot;&gt;Verst&amp;#228;ndliche Wissenschaft: Der Siegeszug der Science Slams&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/verstandlich_schreibende_akademiker_zeit&quot;&gt;&amp;#8220;Verst&amp;#228;ndlich schreibende Akademiker&amp;#8221; - ZEIT lobt Afghanistan-Buch&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/medienarbeit&quot; title=&quot;Weder Zeit noch Geld f&amp;#252;r Medienarbeit&quot;&gt;Weder Zeit noch Geld f&amp;#252;r Medienarbeit&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/wissenschaftlicher-jargon&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum nicht nach so langer Stille mit einer positiven Nachricht beginnen? In den Schweizer Medien wurde n&#228;mlich Kritik am trockenen, umst&#228;ndlichen Wissenschaftsjargon laut. Sehr gut!</p>

<p>In der alles anderen als radikalen NZZ <a href="http://www.nzz.ch/meinung/uebersicht/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaeten-1.17397016">schreibt Markus H&#228;fliger</a>:</p>

<blockquote>
<p>An Unis ist eine bizarre Kultur verbreitet: Akademische Texte werden oft bem&#228;ngelt, wenn sie komplizierte Sachverhalte einfach erkl&#228;ren. Vor allem in Dissertationen und Habilitationsschriften gibt es einen Zwang zur Kompliziertheit. Akademisch belohnt wird, wer monstr&#246;se Formulierungen und viel Fachjargon verwendet. Welche Bl&#252;ten dieses System treibt, erlebte eine Anthropologie-Studentin unl&#228;ngst an der Universit&#228;t Freiburg. Die Frau, die nebenher als Journalistin arbeitete, wurde vom Professor daf&#252;r kritisiert, dass sie in Seminararbeiten zu kurze S&#228;tze formuliere.</p>
</blockquote>

<p>Wir k&#246;nnen da einiges von den USA lernen, meint er: </p>

<blockquote>
<p>Wie anders gehen amerikanische Hochschulen mit der Sprache um. Dort geh&#246;rt Rhetorik teilweise zum Pflichtstoff. Schon College-Studenten &#252;ben sich in sogenannten Elevator Speeches. Dabei erh&#228;lt der Student f&#252;r ein Kurzreferat so lange Zeit, wie eine Fahrt im Aufzug dauert. Das muss gen&#252;gen, um dem Publikum seinen Gedanken zu pr&#228;sentieren. </p>

<p>Wo in der Schweiz werden solche F&#228;higkeiten trainiert? Die Auswirkungen dieses unterschiedlichen Verh&#228;ltnisses zur Sprache lassen sich an jedem Kiosk erkennen. Sachb&#252;cher amerikanischer Wissenschafter werden zu Bestsellern, w&#228;hrend Sachb&#252;cher schweizerischer Wissenschafter in Bibliotheken verstauben.</p>
</blockquote>

<p><a href="http://www.nzz.ch/meinung/uebersicht/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaeten-1.17397016">&gt;&gt;weiter in der NZZ</a></p>

<p>Typischerweise ist <a href="http://www.nzz.ch/impressum/markus_hfliger_h_1.15180417">Markus H&#228;fliger</a> nicht Teil des akademischen Etablissements, sondern Journalist (und ehemaliger Student). </p>

<p>Doch dass diese Kritik vonn&#246;ten ist, d&#252;rfte keine kontroversielle Aussage sein. Das Problem d&#252;rfte an deutschen Unis noch gr&#246;sser sein. Ich habe sowohl an deutschen Unis wie auch an einer Schweizer Uni (Uni Basel) studiert und empfand Schweizer AkademikerInnen als weniger f&#246;rmlich (m&#252;ndlich und schriftlich) als deutsche. Dennoch widerfuhr mir &#228;hnliches wie der oben erw&#228;hnten Studentin. U.a. <a href="http://www.lorenzk.com/hiphop/10.html">das Einleitungskapitel</a> meiner Feldforschungsarbeit &#252;ber HipHop <a href="http://www.lorenzk.com/hiphop/">&#8220;Sein Ding machen&#8221;</a> wurde kritisiert. Der Schreibstil sei &#8220;zu journalistisch&#8221;&#8230;.</p>

<p>Der NZZ-Artikel hat nur m&#228;ssige Resonanz bekommen. Eine interessante Diskussion hat <a href="http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/2012/07/24/das-sprachliche-versagen-der-schweizer-universitaten/">Ali Arbia auf zoon politikon</a> angeleiert. Er verteidigt die komplizierte Fachsprache und bekam gute Antworten im Kommentarfeld. Dort ist auch ein Link zu einem <a href="http://scienceblogs.de/naklar/2012/05/16/post/">Text von Physiker Florian Aigner</a>, der positive Beispiele der Wissenskommunikation aus England und anderen L&#228;ndern liefert.</p>

<p>Vor ein paar Monaten ist &#252;brigens eine akademische Zeitschrift ins Leben gerufen wurde, die dem akademischen Jargon den Kampf ansagt - siehe fr&#252;herer Beitrag <a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2012/jba" title="Journal of Business Anthropology: Open Access and &quot;Without Jargon&quot;">Journal of Business Anthropology: Open Access and &#8220;Without Jargon&#8221;</a>.</p>

<p>&#220;brigens: Auf seinem Blog <a href="http://joernborchert.twoday.net/stories/ankuendigung-der-konferenz-rezensieren-kommentieren-bloggen/">Kulturelle Welten</a> informiert uns Joern Borchert &#252;ber die Konferenz <a href="http://rkb.hypotheses.org/">&#8220;Rezensieren &#8211; Kommentieren &#8211; Bloggen: Wie kommunizieren Geisteswissenschaftler in der digitalen Zukunft?&#8221;</a>, die vom 31.1. bis 1.2.2013 in M&#252;nchen stattfindet - gratis!</p>

<p><strong>SIEHE AUCH</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2007/six_reasons_for_bad_academic_writing" title="Six reasons for bad academic writing">Six reasons for bad academic writing</a></p>

<p><a href="http://savageminds.org/2006/01/16/what-is-good-anthropological-writing/" title="Thomas Hylland Eriksen (Savage Minds): What is good anthropological writing?">Thomas Hylland Eriksen (Savage Minds): What is good anthropological writing?</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/science-slams" title="Verst&#228;ndliche Wissenschaft: Der Siegeszug der Science Slams">Verst&#228;ndliche Wissenschaft: Der Siegeszug der Science Slams</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/verstandlich_schreibende_akademiker_zeit">&#8220;Verst&#228;ndlich schreibende Akademiker&#8221; - ZEIT lobt Afghanistan-Buch</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/medienarbeit" title="Weder Zeit noch Geld f&#252;r Medienarbeit">Weder Zeit noch Geld f&#252;r Medienarbeit</a></p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/wissenschaftlicher-jargon">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/wissenschaftlicher-jargon#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3973</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>Hallo, hier ist antropologi.info wieder!</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hallo</link>
			<pubDate>Wed, 03 Oct 2012 18:55:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="main">Internes</category>			<guid isPermaLink="false">3971@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;Die Stille war peinlich lange. Seit Mitte Dezember keine Beitr&amp;#228;ge mehr. Aufgrund diverser Umst&amp;#228;nde (Umzug nach Kairo, ungewisse Zukunft etc) schaffte ich es einfach nicht, die Webseite weiter zu betreiben wie zuvor.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit ist nun Schluss. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von nun an werde ich hier wieder regelm&amp;#228;ssig Beitr&amp;#228;ge &amp;#252;ber Ethnologie / Sozialanthropologie in deutschsprachigen Medien (sowie &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/&quot;&gt;internationale&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/nyheter/&quot;&gt;skandinavische&lt;/a&gt; Medien) posten. Mehrere Beitr&amp;#228;ge sind in Arbeit, u.a. &amp;#252;ber Kinder, die angeklagt werden, Hexen zu sein und deswegen misshandelt werden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich erinnere auch an die antropologi.info Pinnwand f&amp;#252;r Call for Papers etc auf &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/bb/&quot;&gt;http://www.antropologi.info/bb/&lt;/a&gt; wo es auch bereits schon neue Beitr&amp;#228;ge gibt, und an das deutschsprachige Forum auf &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/ethnologie/forum/&quot;&gt;http://www.antropologi.info/ethnologie/forum/&lt;/a&gt;, wo unabh&amp;#228;ngig von meiner Stille eifrig diskutiert wurde und wird.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hallo&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stille war peinlich lange. Seit Mitte Dezember keine Beitr&#228;ge mehr. Aufgrund diverser Umst&#228;nde (Umzug nach Kairo, ungewisse Zukunft etc) schaffte ich es einfach nicht, die Webseite weiter zu betreiben wie zuvor.</p>

<p>Damit ist nun Schluss. </p>

<p>Von nun an werde ich hier wieder regelm&#228;ssig Beitr&#228;ge &#252;ber Ethnologie / Sozialanthropologie in deutschsprachigen Medien (sowie <a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/">internationale</a> und <a href="http://www.antropologi.info/blog/nyheter/">skandinavische</a> Medien) posten. Mehrere Beitr&#228;ge sind in Arbeit, u.a. &#252;ber Kinder, die angeklagt werden, Hexen zu sein und deswegen misshandelt werden. </p>

<p>Ich erinnere auch an die antropologi.info Pinnwand f&#252;r Call for Papers etc auf <a href="http://www.antropologi.info/bb/">http://www.antropologi.info/bb/</a> wo es auch bereits schon neue Beitr&#228;ge gibt, und an das deutschsprachige Forum auf <a href="http://www.antropologi.info/ethnologie/forum/">http://www.antropologi.info/ethnologie/forum/</a>, wo unabh&#228;ngig von meiner Stille eifrig diskutiert wurde und wird.</p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hallo">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2012/hallo#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3971</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>Interview: Auf Feldforschung unter deutschen Migranten in Sydney</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/deutsche-in-australien</link>
			<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 12:01:35 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="alt">Globalisierung</category>
<category domain="alt">Wir und die Anderen</category>
<category domain="alt">"Open Access"- Ethnologie</category>
<category domain="alt">Ozeanien AUS / NZ</category>
<category domain="alt">Grenz&#252;berschreitend, multikulturell</category>
<category domain="alt">Feldforschung</category>
<category domain="alt">Deutschland, Oesterreich, Schweiz</category>
<category domain="main">Magister- und Doktorarbeiten</category>			<guid isPermaLink="false">3959@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/chanc/648986914/in/photostream/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435sydney2.jpg&quot; alt=&quot;&quot; title=&quot;&quot; width=&quot;435&quot; height=&quot;223&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Auswanderparadies Australien: Sydney Harbour Bridge. Foto: &lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/chanc/648986914/in/photostream/&quot;&gt;Christopher Chan, flickr&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht nur Menschen aus weniger reichen L&amp;#228;ndern migrieren in die Ferne. In den vergangenen Jahre haben &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2006/deutsche_migranten_schlecht_erforscht&quot;&gt;rekordviele&lt;/a&gt; Deutsche ihre Heimat hinter sich gelassen. Kulturanthropologe &lt;a href=&quot;http://www.germanistik.uni-bonn.de/institut/abteilungen/volkskunde-kulturanthropologie/forschung/kooperationen/david-berchem-m.a&quot;&gt;David Johannes Berchem&lt;/a&gt; war auf Feldforschung unter deutschen Migranten in Sydney.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor wenigen Wochen ist seine Dissertationsschrift &lt;a href=&quot;http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798.php&quot;&gt;Wanderer zwischen den Kulturen. Ethnizit&amp;#228;t deutscher Migranten in Australien zwischen Hybridit&amp;#228;t, Transkulturation und Identit&amp;#228;tskoh&amp;#228;sion&lt;/a&gt; in der Reihe &amp;#8220;Kultur und soziale Praxis&amp;#8221; des transcript Verlages erschienen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich habe mich mit ihm via email unterhalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie geht es den Deutschen in Australien? Sind sie gut integriert? Wird &amp;#8220;Deutschsein&amp;#8221; wichtiger in der Fremde? Was sind f&amp;#252;r Sie die wichtigsten Erkenntnisse &amp;#252;ber die &amp;#8220;Ethnizit&amp;#228;t deutscher Migranten&amp;#8221;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; K&amp;#252;rzlich stellte der Sydney Morning Herald die berechtigte Frage, &lt;a href=&quot;http://www.smh.com.au/opinion/the-question/is-sydney-a-city-of-enclaves-20111111-1nb68.html&quot;&gt;ob die Hauptstadt von New South Wales eine Metropole der Enklaven sei&lt;/a&gt;. Prinzipiell scheint es auch in Sydney nicht au&amp;#223;ergew&amp;#246;hnlich, wenn zahlreiche Bewohner die Neigung entwickeln, in unmittelbarer N&amp;#228;he zu ihren sozial, religi&amp;#246;s oder ethnisch Gleichgesinnten zu leben. Formen von ethnischer Segregation bzw. nach au&amp;#223;en hin isolierten Lebenswirklichkeiten in gated communities oder parallelgesellschaftlich konstruierten Stadtquartieren finden sich sowohl in westlichen Vororten wie Auburn oder Cabramatta als auch an den Northern Beaches.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;div class=&quot;image_block&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798.php&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/260berchem-cover.jpg&quot; alt=&quot;&quot; title=&quot;&quot; width=&quot;260&quot; height=&quot;395&quot; align=&quot;right&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&amp;#8211; Beweise f&amp;#252;r ethnische Segregation unter deutschen Migranten gibt es jedoch nur ganz wenige. Die von mir untersuchten Wanderer zwischen den Kulturen sind &amp;#252;ber das gesamte Stadtgebiet verteilt. Verst&amp;#228;ndlicherweise leben in der N&amp;#228;he der &lt;a href=&quot;http://www.germanschoolsydney.com/&quot;&gt;German International School Sydney&lt;/a&gt; vermehrt deutsche Migranten, die aufgrund ihres Anstellungsverh&amp;#228;ltnisses mehr oder minder tempor&amp;#228;r in Australien ihren Lebensmittelpunkt definieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Der Erhalt der deutschen Muttersprache besitzt hier einen gro&amp;#223;en Stellenwert. Insbesondere bei den &amp;#228;lteren Auswanderern, die nach dem Zweiten Weltkrieg und in den Jahren der verst&amp;#228;rkten Anwerbung von Migranten aus &amp;#220;bersee nach Down Under kamen, spielen Institutionen wie deutsche Kirche, Concordia Club und andere ethnische Interessengemeinschaften eine zentrale Rolle, da diese Anlaufstellen Orientierung in der Fremde gew&amp;#228;hrleisten. Insbesondere an Heiligabend sind die R&amp;#228;umlichkeiten der Martin Luther Kirche in der Goulburn Street bzw. der Gnadenfrei-Kirche in Chester Hill dem Ansturm der Gottesdienstbesucher kaum gewachsen. Dies liest sich als identit&amp;#228;tsstiftende Suche nach bekannten und heimatlichen Zufriedenheitsparametern in der Diaspora.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;F&amp;#252;hlen sie sich die haupts&amp;#228;chlich als Deutsche und/oder Australier?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Deutsche Migranten f&amp;#252;hren ein Leben &lt;em&gt;in-between&lt;/em&gt;. Die Wanderer zwischen den Kulturen sind aufgrund ihres bewegten Daseins allt&amp;#228;glich mit dem liminalen &amp;#220;berschreiten von r&amp;#228;umlichen, kulturellen und sozialen Barrieren, &amp;#220;berg&amp;#228;ngen und Schwellen konfrontiert. Dieser kulturelle Aushandlungsprozess vollzieht sich nicht nach den kategorischen Pr&amp;#228;missen eines &amp;#8222;Entweder-oder&amp;#8220;. Vielmehr l&amp;#228;sst sich hier die Tendenz eines &amp;#8222;Sowohl-als-auch&amp;#8220; erkennen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum finden Sie das Thema wichtig?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Das ferne Australien weckte mein Interesse deshalb, weil das Land aufgrund der Umw&amp;#228;lzungen in der zweiten H&amp;#228;lfte des 20. Jahrhunderts etwas vollbracht hat, was man durchaus als multikulturelle Revolution bezeichnen k&amp;#246;nnte. Unter Multikultureller Revolution verstehe ich sowohl die Abwendung von der auf rassistischen Motiven aufbauenden Ausgrenzungspolitik der &lt;em&gt;&lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/White_Australia_policy&quot;&gt;White Australia Policy&lt;/a&gt;&lt;/em&gt; als auch die im Zuge der Einwanderungswellen vollzogene Inauguration und Konsolidierung des ethnischen Pluralismus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Zudem finde ich pers&amp;#246;nlich, dass kulturanalytische Untersuchungen zu Themenfeldern wie etwa diasporische Alltagswirklichkeiten, identit&amp;#228;re Prozessse des &lt;em&gt;placemaking&lt;/em&gt; und ethnische Selbstverortungen im Zeitalter der transnationalen Mobilit&amp;#228;tsbeschleunigung stets ein ethnografisch generiertes Fundament besitzen sollten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; In der Forschungsgeschichte der Europ&amp;#228;ischen Ethnologie/Kulturanthropologie gibt es mehrere Untersuchungen, die sich mit alltagskulturellen Ph&amp;#228;nomenen von im Ausland lebenden Deutschen besch&amp;#228;ftigten. Zu nennen sind die Arbeiten von &lt;a href=&quot;http://www.suehnekreuz.de/forscher/assion.htm&quot;&gt;Peter Assion&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://euroethnologie.univie.ac.at/personal/vorstand/schmidt-lauber/&quot;&gt;Brigitta Schmidt-Lauber&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.victoria.ac.nz/sacs/staff/brigitte-bonisch-brednich.aspx&quot;&gt;Brigitte B&amp;#246;nisch-Brednich&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://www.volkskunde.uni-freiburg.de/lehrende/wimi/dobeneck2&quot;&gt;Florian von Dobeneck&lt;/a&gt;. F&amp;#252;r den Ballungsraum an der &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Botany_Bay&quot;&gt;Botany Bay&lt;/a&gt; versucht meine empirische Studie neue Aufschl&amp;#252;sse zu pr&amp;#228;sentieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.germanistik.uni-bonn.de/institut/abteilungen/volkskunde-kulturanthropologie/forschung/kooperationen/david-berchem-m.a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435berchem2.jpg&quot; alt=&quot;&quot; title=&quot;&quot; width=&quot;435&quot; height=&quot;285&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;David Johannes Berchem in Sydney. Foto: privat&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Viele deutsche Migranten sehen Australien als Paradiesland, schreiben Sie. Diese Einsch&amp;#228;tzung teilen sie mit Migranten aus &amp;#228;rmeren L&amp;#228;ndern?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Das Sehnsuchtsbild vom Paradiesland Australien, in dem vorgeblich Milch und Honig flie&amp;#223;en, k&amp;#246;nnen wir schon bei den europ&amp;#228;ischen Elendsauswanderern des 19. Jahrhunderts finden, die sich aufgrund von Mangelwirtschaft, menschenunw&amp;#252;rdigen Lebensbedingungen und Verarmutung nach einem Leben in besseren Verh&amp;#228;ltnissen sehnten. Heute werden uns diese zwischen Realit&amp;#228;t und Fiktion anzusiedelnden Assoziationen von den paradiesischen Gegebenheiten in erster Linie in Fernsehformaten wie &lt;a href=&quot;http://www.vox.de/cms/sendungen/goodbye-deutschland.html&quot;&gt;&amp;#8222;Goodbye Germany! Die Auswanderer&amp;#8220;&lt;/a&gt; pr&amp;#228;sentiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Lampedusa&quot;&gt;Lampedusa&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsinsel&quot;&gt;Christmas Island&lt;/a&gt; oder das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Ashmore-_und_Cartierinseln&quot;&gt;Ashmore Reef&lt;/a&gt; stellen f&amp;#252;r zahlreiche &amp;#8222;illegale&amp;#8220; Immigranten mit Hoffnungen und Sehns&amp;#252;chten versehene Lokalit&amp;#228;ten dar, deren Erreichen ein zukunftsf&amp;#228;higes Leben abseits von religi&amp;#246;ser Verfolgung, Folter und Despotismus verspricht. Zur Absicherung der Au&amp;#223;engrenzen sowie zur Konsolidierung der vermeintlichen Wertegemeinschaft wurden an diesen Orten mehr oder weniger effektiv arbeitende Grenzregimes und Zugangsbarrieren installiert. Diese zumeist milit&amp;#228;risch gest&amp;#252;tzten Praxisformen des Migrationsmanagements tragen f&amp;#252;r die Exklusion von &amp;#8220;unerw&amp;#252;nschten&amp;#8221; Migranten Verantwortung. Hierdurch bleibt f&amp;#252;r viele Migrationswillige der Wunsch von einem Leben im Paradiesland ausschlie&amp;#223;lich ein Konstrukt der Imagination.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ist Ihre Studie relevant f&amp;#252;r die sogenannte &amp;#8220;Zuwanderungsdebatte&amp;#8221; in Deutschland / Europa? Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen deutschen Migranten und Zuwanderern in Deutschland?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; In der Nachkriegszeit entschied sich Australien in Anbetracht der geringen Bev&amp;#246;lkerungszahlen und der eher schlechten wirtschaftlichen wie organisatorischen Voraussetzungen f&amp;#252;r ein gro&amp;#223;angelegtes Anwerbungsprogramm mit dem Namen &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Post-war_immigration_to_Australia&quot;&gt;populate or perish&lt;/a&gt;. Einfache Arbeiter, Fachkr&amp;#228;fte und anderer Mitglieder der reserve army of labour von &amp;#220;bersee sollten in den Jahren des rasanten &amp;#246;konomischen Aufschwungs dabei helfen, das Land infrastrukturell zukunftsf&amp;#228;hig zu machen. Der Bedarf an Arbeitskr&amp;#228;ften zur Erschlie&amp;#223;ung der nat&amp;#252;rlichen Ressourcen war auch am anderen Ende der Welt hoch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Australien entschied sich jedoch nicht f&amp;#252;r das Prinzip der befristeten Aufenthaltsdauer der Immigranten, sondern suchte vor allem Menschen, die die australischen Staatsb&amp;#252;rgerschaft annahmen und ihren Lebensmittelpunkt nach Down Under verlegten. F&amp;#252;r bestimmte Posten auf dem Arbeitsmarkt &amp;#8211; so berichteten mir zahlreiche Gewehrsleute &amp;#8211; war die Annahme der australischen Staatsangeh&amp;#246;rigkeit ein unabdingbares Muss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Vielfach gab es bei der Integration zahlreiche Vers&amp;#228;umnisse, Missverst&amp;#228;ndnisse und nicht ber&amp;#252;cksichtigte M&amp;#246;glichkeiten, da die auf Assimilation der Neuank&amp;#246;mmlinge an die anglophone Leitkultur abzielende Identit&amp;#228;tspolitik im mit nach Australien transportierten kulturellen Gep&amp;#228;ck der Migranten eine Gefahr f&amp;#252;r die imagined community sah. Folglich fanden sich Migranten zun&amp;#228;chst in prek&amp;#228;ren Arbeitsverh&amp;#228;ltnissen wieder, in denen sie k&amp;#246;rperlich anspruchsvolle und niedrig entlohnte T&amp;#228;tigkeiten in abgelegenen Gebieten verrichten mussten, obwohl ihnen angesichts ihrer aus Europa mitgebrachten Qualifikationen aussichtsreiche Positionen zugestanden h&amp;#228;tten. Soziale Aufw&amp;#228;rtsmobilit&amp;#228;t stand bei den damaligen Integrationsbeauftragten nicht auf der Agenda.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Die unzureichenden Kenntnisse der Landesprache sowie die soziale Isolation in ruralen Gebieten mit nur geringem Kontakt zur australischen Mehrheitsgesellschaft bef&amp;#246;rderten nachweislich die Herausbildung von ethnischen Zusammenschl&amp;#252;ssen. Dies &amp;#228;nderte sich erst langsam mit der Ausrichtung hin zu einer multikulturellen Gesellschaftsform, die sich eine ganzheitliche Teilnahme aller in Australien lebenden Menschen an den sozialen, politischen, &amp;#246;konomischen und kulturellen Institutionen auf die Fahnen schrieb.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was Sie eben sagten bezieht sich auf die deutschen Migranten in Sydney?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Ja. Wobei dazu gesagt werden muss, dass die w&amp;#228;hrend der Anwerbungsjahre nach Australien migrierten Menschen aus Europa angesichts der gesellschaftspolitischen Zugangsbarrieren gr&amp;#246;&amp;#223;tenteils zu ethnischen Mobilisierungen bzw. zur Fetischisierung ihres kulturellen Erbes in ethnischen communities tendierten. Unfreiwillig gef&amp;#246;rdert wurde dieser mehr oder minder beabsichtigte Prozess der Selbsteingliederung durch das von australischer Seite zur Anwendung gebrachte migrationspolitische Konzept der Assimilation. Es wurde von den damaligen Beauftragten f&amp;#252;r Immigration angenommen, dass sich die Neuank&amp;#246;mmlinge schnellstm&amp;#246;glich ihrer kulturellen Haut entledigen w&amp;#252;rden, um zu gut integrierten Australiern zu werden. Jedoch waren diese Vors&amp;#228;tze zum Scheitern verurteilt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Zur deutschen Einwanderungsgesellschaft und deren Debatte um Immigration, die ebenfalls umfassende Bestrebungen verfolgt, Menschen mit Migrationshintergrund in assimilatorischer Manier an den deutschen Normalbetrieb heranzuf&amp;#252;hren, lassen sich somit zahlreiche konvergente Verbindungslinien herstellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie haben nicht nur neuere Migration nach Australien untersucht. Ihre Erz&amp;#228;hlung beginnt bereits 1788. Welche neuen Erkenntnisse ergeben sich aus solch einer historischen Perspektive?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Ich fand es wichtig, sowohl die im Mittelpunkt meiner empirischen Studie stehenden Migrationsdynamiken als auch die Narrative zur Ethnizit&amp;#228;t deutscher Auswanderer stets vor dem Hintergrund ihrer historischen Dimensionalit&amp;#228;t nachvollziehbar zu machen. James Cook besa&amp;#223; bei seiner zweiten Weltreise mit Johann Reinhold und Georg Forster zwei deutsche Weggef&amp;#228;hrten, die ihm bei der Suche nach der terra australis incognita behilflich sein sollten. Spiegeln wir die Wanderungsgeschichte der Deutschen an den relevanten Zeithorizonten, so wird ersichtlich, dass jene Menschen als Entdeckungsreisende, freie Siedler, koloniale Expeditionsleiter, Goldgr&amp;#228;ber und Religionsfl&amp;#252;chtlinge ma&amp;#223;geblich zum Aufstieg der Kolonien beigetragen haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Auch wenn in den Kapiteln zur Geschichte der deutschen Auswanderung nach Australien nur geringf&amp;#252;gig neue Aufschl&amp;#252;sse pr&amp;#228;sentiert werden, war es mir ein Anliegen, strukturelle Generallinien zu destillieren, die in der Menge der Sekund&amp;#228;rliteratur zu diesem Thema in der Form nur sehr eingeschr&amp;#228;nkt zu eruieren sind. In den historischen Kapiteln verfolgte ich die Ambition, ein dynamisches Geschichtsbild zu zeichnen. Es ging mir um die kursorische Pr&amp;#228;sentation des kulturellen Erbes der deutschen Immigranten, ohne das die gegenw&amp;#228;rtigen Verh&amp;#228;ltnisse nur sehr eingeschr&amp;#228;nkt verst&amp;#228;ndlich w&amp;#228;ren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Feldforschung gestossen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Im Gegensatz zur Sozial- und Kulturanthropologie gilt die station&amp;#228;re, zeit- und erfahrungsintensive Feldforschung an den (fernen) Lokalit&amp;#228;ten in der Disziplin der Europ&amp;#228;ischen Ethnologie bzw. in der &amp;#8222;alten&amp;#8220; Volkskunde nicht als Selbstverst&amp;#228;ndlichkeit. Dominierend waren hier lange Zeit Untersuchungen zu kulturellen Praxen mit einem regionalen oder lokalen Anstrich (bsp. Karnevalsumz&amp;#252;ge, Sch&amp;#252;tzenwesen, K&amp;#252;dinghovener Eierkrone etc.).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Nat&amp;#252;rlich stellte es f&amp;#252;r mich eine ganz eigene Herausforderung dar, in einer graduell fremden Metropole jene methodischen Maxime umzusetzen, die uns Malinowski vorzeiten mit auf den Weg gegeben hat. Jedoch waren es in erster Linie jene Menschen, mit denen ich w&amp;#228;hrend meines mehrmonatigen Aufenthaltes in Sydney Zeit verbringen durfte, die ma&amp;#223;geblich die nicht vorhersehbare Eigendynamik meiner Untersuchung beeinflussten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Des Weiteren m&amp;#246;chte ich die Wesenhaftigkeit der Feldforschung entmythologisieren. Die direkte Kulturerfahrung im Feld beschr&amp;#228;nkte sich keineswegs nur auf die teilnehmende Beobachtung, das Auffinden von &lt;em&gt;gatekeepers&lt;/em&gt; oder die Konsolidierung von Informantennetzwerken. Feldforschung &amp;#8211; so desillusionierend sich das jetzt auch anh&amp;#246;ren mag &amp;#8211; war f&amp;#252;r mich vor allen Dingen Schreibtischarbeit. Die langatmige Verschriftung von Beobachtungsprotokollen und Interviews hat dies mehr als deutlich aufgezeigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was (oder wer) hat Sie w&amp;#228;hrend Ihrer Forschung am meisten &amp;#252;berrascht / beeindruckt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; In der Vorbereitungsphase meiner Forschung diskutierten wir im Bonner Doktorandenkolloquium die Frage des Zugangs zum Untersuchungsfeld. Sollte ich zun&amp;#228;chst bei der deutschen Zeitung &lt;a href=&quot;http://www.woche.com.au/&quot;&gt;&amp;#8222;Die Woche in Australien&amp;#8220;&lt;/a&gt; zwecks der Herstellung pers&amp;#246;nlicher Kontakte ein die Studie initiierendes Praktikum machen? Oder doch direkt ins Feld und nur mit rudiment&amp;#228;rem pers&amp;#246;nlichem Netzwerkwissen ausgestattet nach Sydney fliegen, um g&amp;#228;nzlich unbelastet auf die Menschen zuzugehen, deren selbstverst&amp;#228;ndliche und weniger hinterfragte Lebensgestaltung f&amp;#252;r mich von Interesse war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Die zweite Variante erwies sich als praktikabler. Bei diesem Vorhaben kam mir besonders die Gastfreundlichkeit sowie das von pers&amp;#246;nlichem Interesse an meinem Projekt gekennzeichnete Engagement der Migranten sehr entgegen. Diese Hilfsbereitschaft sowie der stets erkennbare Wille, dem zeitweiligen Besucher ihrer kulturellen Bedeutungslandschaften die H&amp;#246;hen und Tiefen ihrer Lebensgeschichte zu pr&amp;#228;sentieren, hat entscheidend zum Gelingen meiner Arbeit beigetragen. Ich bin mir bewusst, dass dieses durchweg positive Verh&amp;#228;ltnis zur Untersuchungsgruppe keine Selbstverst&amp;#228;ndlichkeit darstellt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Viel Platz r&amp;#228;umen Sie der Fachkritik und einer Diskussion &amp;#252;ber die unterschiedlichen Benennungen des Fachs wie Volkskunde, V&amp;#246;lkerkunde, Kulturwissenschaft, Kulturanthropologie etc ein. Warum?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Im seinem j&amp;#252;ngsten Buch &lt;a href=&quot;http://www.plutobooks.com/display.asp?K=9780745330471&quot;&gt;&amp;#8220;Anthropology&amp;#8217;s World. Life in a Twenty-First-Century Discipline&amp;#8221;&lt;/a&gt; geht der schwedische Anthropologe &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Ulf_Hannerz&quot;&gt;Ulf Hannerz&lt;/a&gt; unter anderem der Frage nach, wie es um die &amp;#246;ffentliche Au&amp;#223;endarstellung unseres Faches bestellt ist. Das &lt;em&gt;anthropology-bashing&lt;/em&gt; hat nicht nur in den Medien Konjunktur. In Deutschland gelten die Vertreter der Ethnowissenschafen als eine Zusammenkunft bunter V&amp;#246;gel, deren Hauptanliegen darin besteht, B&amp;#252;cher zu Themen zu ver&amp;#246;ffentlichen, die die Welt allem Anschein nach nicht braucht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Gerade weil ein diffuses Wissen &amp;#252;ber den Zust&amp;#228;ndigkeitsbereich existiert, waren hier einige mit grundlegender Bedeutung versehene Gedanken notwendig. Es ging mir um die plausible Darstellung der Grund&amp;#252;berzeugung, dass die Art und Weise der Fragestellung, das methodische R&amp;#252;stzeug und die Wesensart der Ergebnispr&amp;#228;sentation dem Fach einen unverwechselbaren Fingerabdruck verleiht. Wir besitzen eine genuine Expertise bei der Untersuchung von Kultur. Vor dem Hintergrund der machtpolitischen Verstrickungen der Volkskunde w&amp;#228;hren des Nationalsozialismus &amp;#8211; auch und insbesondere bei Auftragsarbeiten zu Themen wie Vertreibung, Umsiedlung, Sprachinselforschung und Interethnik &amp;#8211; durfte auch an dieser Stelle mit kritischen Worten nicht gespart werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Letzte Worte an die Leserinnen und Leser an den Bildschirmen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Deutschland oder Australien? Heimat oder Diaspora? Winterliche Schneelandschaften oder Bondi Beach? Bundesadler oder K&amp;#228;nguru-Emu-Wappen im Pass? So lauten gegenw&amp;#228;rtig die Fragen zahlreicher auswanderungsbegeisterter Menschen. Doch die Zeit der klaren Bekenntnisse war gestern. In der heutigen Multioptionsgesellschaft fallen die Identit&amp;#228;ten der Verfl&amp;#252;ssigung anheim.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#8211; Den Leserinnen und Leser an den Bildschirmen empfehle ich die Lekt&amp;#252;re meines Buches deshalb, weil es auf der einen Seite die Geschichten und pers&amp;#246;nlichen Erfahrungen deutsche Migranten in ethnografisch dichter Weise zur Geltung bringt. Auf der anderen Seite zeichnet die Studie ein perspektivenreiches Portr&amp;#228;t, in dessen Zentrum die kulturelle Komplexit&amp;#228;t von Migrationsdynamiken im Zeitalter der Globalisierung steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798.php&quot;&gt;&gt;&gt; Information &amp;#252;ber das Buch beim transcript-Verlag&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798_1.pdf&quot;&gt;&gt;&gt; Einleitung des Buches&lt;/a&gt; (pdf)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2010/connections&quot;&gt;Writing Australia&amp;rsquo;s transnational history: &amp;ndash; Highlight the connections between people!&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2006/deutsche_migranten_schlecht_erforscht&quot;&gt;&amp;ldquo;Deutsche Migranten schlecht erforscht&amp;rdquo;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2005/tessin_deutsche_und_deutschschweizer_wol&quot;&gt;Tessin: Deutsche und Deutschschweizer wollen sich nicht integrieren&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2007/ethnologe_schreibt_migrationsgeschichte&quot;&gt;Ethnologe schreibt Migrationsgeschichte &amp;ndash; Interview mit Erwin Orywal&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/globale-rechte-statt-integration&quot;&gt;Globale Rechte statt &amp;ldquo;Integration&amp;rdquo;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/die_missverstandende_kulturelle_globalis&quot;&gt;Die missverstandende kulturelle Globalisierung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/kosmopolitismus-statt-multikulturalismus&quot;&gt;Kosmopolitismus statt Multikulturalismus!&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/erforschte_das_leben_illegalisierter_mig&quot;&gt;Erforschte das Leben illegalisierter Migranten&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2011/expats-and-migrants&quot;&gt;Are you expat or immigrant?&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/deutsche-in-australien&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
<a href="http://www.flickr.com/photos/chanc/648986914/in/photostream/"><img src="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435sydney2.jpg" alt="" title="" width="435" height="223" /></a><br />
<em>Auswanderparadies Australien: Sydney Harbour Bridge. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/chanc/648986914/in/photostream/">Christopher Chan, flickr</a></em></p>

<p><strong>Nicht nur Menschen aus weniger reichen L&#228;ndern migrieren in die Ferne. In den vergangenen Jahre haben <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2006/deutsche_migranten_schlecht_erforscht">rekordviele</a> Deutsche ihre Heimat hinter sich gelassen. Kulturanthropologe <a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/institut/abteilungen/volkskunde-kulturanthropologie/forschung/kooperationen/david-berchem-m.a">David Johannes Berchem</a> war auf Feldforschung unter deutschen Migranten in Sydney.</strong></p>

<p>Vor wenigen Wochen ist seine Dissertationsschrift <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798.php">Wanderer zwischen den Kulturen. Ethnizit&#228;t deutscher Migranten in Australien zwischen Hybridit&#228;t, Transkulturation und Identit&#228;tskoh&#228;sion</a> in der Reihe &#8220;Kultur und soziale Praxis&#8221; des transcript Verlages erschienen.</p>

<p>Ich habe mich mit ihm via email unterhalten.</p>

<p><strong>Wie geht es den Deutschen in Australien? Sind sie gut integriert? Wird &#8220;Deutschsein&#8221; wichtiger in der Fremde? Was sind f&#252;r Sie die wichtigsten Erkenntnisse &#252;ber die &#8220;Ethnizit&#228;t deutscher Migranten&#8221;?</strong></p>

<p>&#8211; K&#252;rzlich stellte der Sydney Morning Herald die berechtigte Frage, <a href="http://www.smh.com.au/opinion/the-question/is-sydney-a-city-of-enclaves-20111111-1nb68.html">ob die Hauptstadt von New South Wales eine Metropole der Enklaven sei</a>. Prinzipiell scheint es auch in Sydney nicht au&#223;ergew&#246;hnlich, wenn zahlreiche Bewohner die Neigung entwickeln, in unmittelbarer N&#228;he zu ihren sozial, religi&#246;s oder ethnisch Gleichgesinnten zu leben. Formen von ethnischer Segregation bzw. nach au&#223;en hin isolierten Lebenswirklichkeiten in gated communities oder parallelgesellschaftlich konstruierten Stadtquartieren finden sich sowohl in westlichen Vororten wie Auburn oder Cabramatta als auch an den Northern Beaches.</p>

<p><div class="image_block"><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798.php"><img src="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/260berchem-cover.jpg" alt="" title="" width="260" height="395" align="right" /></a></div>&#8211; Beweise f&#252;r ethnische Segregation unter deutschen Migranten gibt es jedoch nur ganz wenige. Die von mir untersuchten Wanderer zwischen den Kulturen sind &#252;ber das gesamte Stadtgebiet verteilt. Verst&#228;ndlicherweise leben in der N&#228;he der <a href="http://www.germanschoolsydney.com/">German International School Sydney</a> vermehrt deutsche Migranten, die aufgrund ihres Anstellungsverh&#228;ltnisses mehr oder minder tempor&#228;r in Australien ihren Lebensmittelpunkt definieren.</p>

<p>&#8211; Der Erhalt der deutschen Muttersprache besitzt hier einen gro&#223;en Stellenwert. Insbesondere bei den &#228;lteren Auswanderern, die nach dem Zweiten Weltkrieg und in den Jahren der verst&#228;rkten Anwerbung von Migranten aus &#220;bersee nach Down Under kamen, spielen Institutionen wie deutsche Kirche, Concordia Club und andere ethnische Interessengemeinschaften eine zentrale Rolle, da diese Anlaufstellen Orientierung in der Fremde gew&#228;hrleisten. Insbesondere an Heiligabend sind die R&#228;umlichkeiten der Martin Luther Kirche in der Goulburn Street bzw. der Gnadenfrei-Kirche in Chester Hill dem Ansturm der Gottesdienstbesucher kaum gewachsen. Dies liest sich als identit&#228;tsstiftende Suche nach bekannten und heimatlichen Zufriedenheitsparametern in der Diaspora.</p>

<p><strong>F&#252;hlen sie sich die haupts&#228;chlich als Deutsche und/oder Australier?</strong></p>

<p>&#8211; Deutsche Migranten f&#252;hren ein Leben <em>in-between</em>. Die Wanderer zwischen den Kulturen sind aufgrund ihres bewegten Daseins allt&#228;glich mit dem liminalen &#220;berschreiten von r&#228;umlichen, kulturellen und sozialen Barrieren, &#220;berg&#228;ngen und Schwellen konfrontiert. Dieser kulturelle Aushandlungsprozess vollzieht sich nicht nach den kategorischen Pr&#228;missen eines &#8222;Entweder-oder&#8220;. Vielmehr l&#228;sst sich hier die Tendenz eines &#8222;Sowohl-als-auch&#8220; erkennen.</p>

<p><strong>Warum finden Sie das Thema wichtig?</strong></p>

<p>&#8211; Das ferne Australien weckte mein Interesse deshalb, weil das Land aufgrund der Umw&#228;lzungen in der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts etwas vollbracht hat, was man durchaus als multikulturelle Revolution bezeichnen k&#246;nnte. Unter Multikultureller Revolution verstehe ich sowohl die Abwendung von der auf rassistischen Motiven aufbauenden Ausgrenzungspolitik der <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/White_Australia_policy">White Australia Policy</a></em> als auch die im Zuge der Einwanderungswellen vollzogene Inauguration und Konsolidierung des ethnischen Pluralismus.</p>

<p>&#8211; Zudem finde ich pers&#246;nlich, dass kulturanalytische Untersuchungen zu Themenfeldern wie etwa diasporische Alltagswirklichkeiten, identit&#228;re Prozessse des <em>placemaking</em> und ethnische Selbstverortungen im Zeitalter der transnationalen Mobilit&#228;tsbeschleunigung stets ein ethnografisch generiertes Fundament besitzen sollten.</p>

<p>&#8211; In der Forschungsgeschichte der Europ&#228;ischen Ethnologie/Kulturanthropologie gibt es mehrere Untersuchungen, die sich mit alltagskulturellen Ph&#228;nomenen von im Ausland lebenden Deutschen besch&#228;ftigten. Zu nennen sind die Arbeiten von <a href="http://www.suehnekreuz.de/forscher/assion.htm">Peter Assion</a>, <a href="http://euroethnologie.univie.ac.at/personal/vorstand/schmidt-lauber/">Brigitta Schmidt-Lauber</a>, <a href="http://www.victoria.ac.nz/sacs/staff/brigitte-bonisch-brednich.aspx">Brigitte B&#246;nisch-Brednich</a> und <a href="http://www.volkskunde.uni-freiburg.de/lehrende/wimi/dobeneck2">Florian von Dobeneck</a>. F&#252;r den Ballungsraum an der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Botany_Bay">Botany Bay</a> versucht meine empirische Studie neue Aufschl&#252;sse zu pr&#228;sentieren.</p>

<p><a href="http://www.germanistik.uni-bonn.de/institut/abteilungen/volkskunde-kulturanthropologie/forschung/kooperationen/david-berchem-m.a"><img src="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435berchem2.jpg" alt="" title="" width="435" height="285" /></a><br /><em>David Johannes Berchem in Sydney. Foto: privat</em></p>


<p><strong>Viele deutsche Migranten sehen Australien als Paradiesland, schreiben Sie. Diese Einsch&#228;tzung teilen sie mit Migranten aus &#228;rmeren L&#228;ndern?</strong></p>

<p>&#8211; Das Sehnsuchtsbild vom Paradiesland Australien, in dem vorgeblich Milch und Honig flie&#223;en, k&#246;nnen wir schon bei den europ&#228;ischen Elendsauswanderern des 19. Jahrhunderts finden, die sich aufgrund von Mangelwirtschaft, menschenunw&#252;rdigen Lebensbedingungen und Verarmutung nach einem Leben in besseren Verh&#228;ltnissen sehnten. Heute werden uns diese zwischen Realit&#228;t und Fiktion anzusiedelnden Assoziationen von den paradiesischen Gegebenheiten in erster Linie in Fernsehformaten wie <a href="http://www.vox.de/cms/sendungen/goodbye-deutschland.html">&#8222;Goodbye Germany! Die Auswanderer&#8220;</a> pr&#228;sentiert.</p>

<p>&#8211; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lampedusa">Lampedusa</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsinsel">Christmas Island</a> oder das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ashmore-_und_Cartierinseln">Ashmore Reef</a> stellen f&#252;r zahlreiche &#8222;illegale&#8220; Immigranten mit Hoffnungen und Sehns&#252;chten versehene Lokalit&#228;ten dar, deren Erreichen ein zukunftsf&#228;higes Leben abseits von religi&#246;ser Verfolgung, Folter und Despotismus verspricht. Zur Absicherung der Au&#223;engrenzen sowie zur Konsolidierung der vermeintlichen Wertegemeinschaft wurden an diesen Orten mehr oder weniger effektiv arbeitende Grenzregimes und Zugangsbarrieren installiert. Diese zumeist milit&#228;risch gest&#252;tzten Praxisformen des Migrationsmanagements tragen f&#252;r die Exklusion von &#8220;unerw&#252;nschten&#8221; Migranten Verantwortung. Hierdurch bleibt f&#252;r viele Migrationswillige der Wunsch von einem Leben im Paradiesland ausschlie&#223;lich ein Konstrukt der Imagination.</p>

<p><strong>Ist Ihre Studie relevant f&#252;r die sogenannte &#8220;Zuwanderungsdebatte&#8221; in Deutschland / Europa? Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen deutschen Migranten und Zuwanderern in Deutschland?</strong></p>

<p>&#8211; In der Nachkriegszeit entschied sich Australien in Anbetracht der geringen Bev&#246;lkerungszahlen und der eher schlechten wirtschaftlichen wie organisatorischen Voraussetzungen f&#252;r ein gro&#223;angelegtes Anwerbungsprogramm mit dem Namen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Post-war_immigration_to_Australia">populate or perish</a>. Einfache Arbeiter, Fachkr&#228;fte und anderer Mitglieder der reserve army of labour von &#220;bersee sollten in den Jahren des rasanten &#246;konomischen Aufschwungs dabei helfen, das Land infrastrukturell zukunftsf&#228;hig zu machen. Der Bedarf an Arbeitskr&#228;ften zur Erschlie&#223;ung der nat&#252;rlichen Ressourcen war auch am anderen Ende der Welt hoch.</p>

<p>&#8211; Australien entschied sich jedoch nicht f&#252;r das Prinzip der befristeten Aufenthaltsdauer der Immigranten, sondern suchte vor allem Menschen, die die australischen Staatsb&#252;rgerschaft annahmen und ihren Lebensmittelpunkt nach Down Under verlegten. F&#252;r bestimmte Posten auf dem Arbeitsmarkt &#8211; so berichteten mir zahlreiche Gewehrsleute &#8211; war die Annahme der australischen Staatsangeh&#246;rigkeit ein unabdingbares Muss.</p>

<p>&#8211; Vielfach gab es bei der Integration zahlreiche Vers&#228;umnisse, Missverst&#228;ndnisse und nicht ber&#252;cksichtigte M&#246;glichkeiten, da die auf Assimilation der Neuank&#246;mmlinge an die anglophone Leitkultur abzielende Identit&#228;tspolitik im mit nach Australien transportierten kulturellen Gep&#228;ck der Migranten eine Gefahr f&#252;r die imagined community sah. Folglich fanden sich Migranten zun&#228;chst in prek&#228;ren Arbeitsverh&#228;ltnissen wieder, in denen sie k&#246;rperlich anspruchsvolle und niedrig entlohnte T&#228;tigkeiten in abgelegenen Gebieten verrichten mussten, obwohl ihnen angesichts ihrer aus Europa mitgebrachten Qualifikationen aussichtsreiche Positionen zugestanden h&#228;tten. Soziale Aufw&#228;rtsmobilit&#228;t stand bei den damaligen Integrationsbeauftragten nicht auf der Agenda.</p>

<p>&#8211; Die unzureichenden Kenntnisse der Landesprache sowie die soziale Isolation in ruralen Gebieten mit nur geringem Kontakt zur australischen Mehrheitsgesellschaft bef&#246;rderten nachweislich die Herausbildung von ethnischen Zusammenschl&#252;ssen. Dies &#228;nderte sich erst langsam mit der Ausrichtung hin zu einer multikulturellen Gesellschaftsform, die sich eine ganzheitliche Teilnahme aller in Australien lebenden Menschen an den sozialen, politischen, &#246;konomischen und kulturellen Institutionen auf die Fahnen schrieb.</p>

<p><strong>Was Sie eben sagten bezieht sich auf die deutschen Migranten in Sydney?</strong></p>

<p>&#8211; Ja. Wobei dazu gesagt werden muss, dass die w&#228;hrend der Anwerbungsjahre nach Australien migrierten Menschen aus Europa angesichts der gesellschaftspolitischen Zugangsbarrieren gr&#246;&#223;tenteils zu ethnischen Mobilisierungen bzw. zur Fetischisierung ihres kulturellen Erbes in ethnischen communities tendierten. Unfreiwillig gef&#246;rdert wurde dieser mehr oder minder beabsichtigte Prozess der Selbsteingliederung durch das von australischer Seite zur Anwendung gebrachte migrationspolitische Konzept der Assimilation. Es wurde von den damaligen Beauftragten f&#252;r Immigration angenommen, dass sich die Neuank&#246;mmlinge schnellstm&#246;glich ihrer kulturellen Haut entledigen w&#252;rden, um zu gut integrierten Australiern zu werden. Jedoch waren diese Vors&#228;tze zum Scheitern verurteilt.</p>

<p>&#8211; Zur deutschen Einwanderungsgesellschaft und deren Debatte um Immigration, die ebenfalls umfassende Bestrebungen verfolgt, Menschen mit Migrationshintergrund in assimilatorischer Manier an den deutschen Normalbetrieb heranzuf&#252;hren, lassen sich somit zahlreiche konvergente Verbindungslinien herstellen.</p>

<p><strong>Sie haben nicht nur neuere Migration nach Australien untersucht. Ihre Erz&#228;hlung beginnt bereits 1788. Welche neuen Erkenntnisse ergeben sich aus solch einer historischen Perspektive?</strong></p>

<p>&#8211; Ich fand es wichtig, sowohl die im Mittelpunkt meiner empirischen Studie stehenden Migrationsdynamiken als auch die Narrative zur Ethnizit&#228;t deutscher Auswanderer stets vor dem Hintergrund ihrer historischen Dimensionalit&#228;t nachvollziehbar zu machen. James Cook besa&#223; bei seiner zweiten Weltreise mit Johann Reinhold und Georg Forster zwei deutsche Weggef&#228;hrten, die ihm bei der Suche nach der terra australis incognita behilflich sein sollten. Spiegeln wir die Wanderungsgeschichte der Deutschen an den relevanten Zeithorizonten, so wird ersichtlich, dass jene Menschen als Entdeckungsreisende, freie Siedler, koloniale Expeditionsleiter, Goldgr&#228;ber und Religionsfl&#252;chtlinge ma&#223;geblich zum Aufstieg der Kolonien beigetragen haben.</p>

<p>&#8211; Auch wenn in den Kapiteln zur Geschichte der deutschen Auswanderung nach Australien nur geringf&#252;gig neue Aufschl&#252;sse pr&#228;sentiert werden, war es mir ein Anliegen, strukturelle Generallinien zu destillieren, die in der Menge der Sekund&#228;rliteratur zu diesem Thema in der Form nur sehr eingeschr&#228;nkt zu eruieren sind. In den historischen Kapiteln verfolgte ich die Ambition, ein dynamisches Geschichtsbild zu zeichnen. Es ging mir um die kursorische Pr&#228;sentation des kulturellen Erbes der deutschen Immigranten, ohne das die gegenw&#228;rtigen Verh&#228;ltnisse nur sehr eingeschr&#228;nkt verst&#228;ndlich w&#228;ren.</p>

<p><strong>Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Feldforschung gestossen?</strong></p>

<p>&#8211; Im Gegensatz zur Sozial- und Kulturanthropologie gilt die station&#228;re, zeit- und erfahrungsintensive Feldforschung an den (fernen) Lokalit&#228;ten in der Disziplin der Europ&#228;ischen Ethnologie bzw. in der &#8222;alten&#8220; Volkskunde nicht als Selbstverst&#228;ndlichkeit. Dominierend waren hier lange Zeit Untersuchungen zu kulturellen Praxen mit einem regionalen oder lokalen Anstrich (bsp. Karnevalsumz&#252;ge, Sch&#252;tzenwesen, K&#252;dinghovener Eierkrone etc.).</p>

<p>&#8211; Nat&#252;rlich stellte es f&#252;r mich eine ganz eigene Herausforderung dar, in einer graduell fremden Metropole jene methodischen Maxime umzusetzen, die uns Malinowski vorzeiten mit auf den Weg gegeben hat. Jedoch waren es in erster Linie jene Menschen, mit denen ich w&#228;hrend meines mehrmonatigen Aufenthaltes in Sydney Zeit verbringen durfte, die ma&#223;geblich die nicht vorhersehbare Eigendynamik meiner Untersuchung beeinflussten.</p>

<p>&#8211; Des Weiteren m&#246;chte ich die Wesenhaftigkeit der Feldforschung entmythologisieren. Die direkte Kulturerfahrung im Feld beschr&#228;nkte sich keineswegs nur auf die teilnehmende Beobachtung, das Auffinden von <em>gatekeepers</em> oder die Konsolidierung von Informantennetzwerken. Feldforschung &#8211; so desillusionierend sich das jetzt auch anh&#246;ren mag &#8211; war f&#252;r mich vor allen Dingen Schreibtischarbeit. Die langatmige Verschriftung von Beobachtungsprotokollen und Interviews hat dies mehr als deutlich aufgezeigt.</p>

<p><strong>Was (oder wer) hat Sie w&#228;hrend Ihrer Forschung am meisten &#252;berrascht / beeindruckt?</strong></p>

<p>&#8211; In der Vorbereitungsphase meiner Forschung diskutierten wir im Bonner Doktorandenkolloquium die Frage des Zugangs zum Untersuchungsfeld. Sollte ich zun&#228;chst bei der deutschen Zeitung <a href="http://www.woche.com.au/">&#8222;Die Woche in Australien&#8220;</a> zwecks der Herstellung pers&#246;nlicher Kontakte ein die Studie initiierendes Praktikum machen? Oder doch direkt ins Feld und nur mit rudiment&#228;rem pers&#246;nlichem Netzwerkwissen ausgestattet nach Sydney fliegen, um g&#228;nzlich unbelastet auf die Menschen zuzugehen, deren selbstverst&#228;ndliche und weniger hinterfragte Lebensgestaltung f&#252;r mich von Interesse war.</p>

<p>&#8211; Die zweite Variante erwies sich als praktikabler. Bei diesem Vorhaben kam mir besonders die Gastfreundlichkeit sowie das von pers&#246;nlichem Interesse an meinem Projekt gekennzeichnete Engagement der Migranten sehr entgegen. Diese Hilfsbereitschaft sowie der stets erkennbare Wille, dem zeitweiligen Besucher ihrer kulturellen Bedeutungslandschaften die H&#246;hen und Tiefen ihrer Lebensgeschichte zu pr&#228;sentieren, hat entscheidend zum Gelingen meiner Arbeit beigetragen. Ich bin mir bewusst, dass dieses durchweg positive Verh&#228;ltnis zur Untersuchungsgruppe keine Selbstverst&#228;ndlichkeit darstellt.</p>

<p><strong>Viel Platz r&#228;umen Sie der Fachkritik und einer Diskussion &#252;ber die unterschiedlichen Benennungen des Fachs wie Volkskunde, V&#246;lkerkunde, Kulturwissenschaft, Kulturanthropologie etc ein. Warum?</strong></p>

<p>&#8211; Im seinem j&#252;ngsten Buch <a href="http://www.plutobooks.com/display.asp?K=9780745330471">&#8220;Anthropology&#8217;s World. Life in a Twenty-First-Century Discipline&#8221;</a> geht der schwedische Anthropologe <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ulf_Hannerz">Ulf Hannerz</a> unter anderem der Frage nach, wie es um die &#246;ffentliche Au&#223;endarstellung unseres Faches bestellt ist. Das <em>anthropology-bashing</em> hat nicht nur in den Medien Konjunktur. In Deutschland gelten die Vertreter der Ethnowissenschafen als eine Zusammenkunft bunter V&#246;gel, deren Hauptanliegen darin besteht, B&#252;cher zu Themen zu ver&#246;ffentlichen, die die Welt allem Anschein nach nicht braucht.</p>

<p>&#8211; Gerade weil ein diffuses Wissen &#252;ber den Zust&#228;ndigkeitsbereich existiert, waren hier einige mit grundlegender Bedeutung versehene Gedanken notwendig. Es ging mir um die plausible Darstellung der Grund&#252;berzeugung, dass die Art und Weise der Fragestellung, das methodische R&#252;stzeug und die Wesensart der Ergebnispr&#228;sentation dem Fach einen unverwechselbaren Fingerabdruck verleiht. Wir besitzen eine genuine Expertise bei der Untersuchung von Kultur. Vor dem Hintergrund der machtpolitischen Verstrickungen der Volkskunde w&#228;hren des Nationalsozialismus &#8211; auch und insbesondere bei Auftragsarbeiten zu Themen wie Vertreibung, Umsiedlung, Sprachinselforschung und Interethnik &#8211; durfte auch an dieser Stelle mit kritischen Worten nicht gespart werden.</p>

<p><strong>Letzte Worte an die Leserinnen und Leser an den Bildschirmen?</strong></p>

<p>&#8211; Deutschland oder Australien? Heimat oder Diaspora? Winterliche Schneelandschaften oder Bondi Beach? Bundesadler oder K&#228;nguru-Emu-Wappen im Pass? So lauten gegenw&#228;rtig die Fragen zahlreicher auswanderungsbegeisterter Menschen. Doch die Zeit der klaren Bekenntnisse war gestern. In der heutigen Multioptionsgesellschaft fallen die Identit&#228;ten der Verfl&#252;ssigung anheim.</p>

<p>&#8211; Den Leserinnen und Leser an den Bildschirmen empfehle ich die Lekt&#252;re meines Buches deshalb, weil es auf der einen Seite die Geschichten und pers&#246;nlichen Erfahrungen deutsche Migranten in ethnografisch dichter Weise zur Geltung bringt. Auf der anderen Seite zeichnet die Studie ein perspektivenreiches Portr&#228;t, in dessen Zentrum die kulturelle Komplexit&#228;t von Migrationsdynamiken im Zeitalter der Globalisierung steht.</p>

<p><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798.php">>> Information &#252;ber das Buch beim transcript-Verlag</a></p>

<p><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1798/ts1798_1.pdf">>> Einleitung des Buches</a> (pdf)</p>

<p><strong>SIEHE AUCH</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2010/connections">Writing Australia&rsquo;s transnational history: &ndash; Highlight the connections between people!</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2006/deutsche_migranten_schlecht_erforscht">&ldquo;Deutsche Migranten schlecht erforscht&rdquo;</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2005/tessin_deutsche_und_deutschschweizer_wol">Tessin: Deutsche und Deutschschweizer wollen sich nicht integrieren</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2007/ethnologe_schreibt_migrationsgeschichte">Ethnologe schreibt Migrationsgeschichte &ndash; Interview mit Erwin Orywal</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/globale-rechte-statt-integration">Globale Rechte statt &ldquo;Integration&rdquo;</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/die_missverstandende_kulturelle_globalis">Die missverstandende kulturelle Globalisierung</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/kosmopolitismus-statt-multikulturalismus">Kosmopolitismus statt Multikulturalismus!</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/erforschte_das_leben_illegalisierter_mig">Erforschte das Leben illegalisierter Migranten</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2011/expats-and-migrants">Are you expat or immigrant?</a></p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/deutsche-in-australien">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/deutsche-in-australien#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3959</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>"Ausl&#228;nderfreie" Schwimmb&#228;der als Ideal?</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/wien-konkret</link>
			<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 20:03:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="alt">Globalisierung</category>
<category domain="main">Wir und die Anderen</category>
<category domain="alt">Medien</category>
<category domain="alt">Deutschland, Oesterreich, Schweiz</category>			<guid isPermaLink="false">3958@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8220;Inl&amp;#228;nder d&amp;#252;rften noch in der &amp;#220;berzahl sein&amp;#8221;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&amp;#8220;Geringer Inl&amp;#228;nderanteil&amp;#8221;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&amp;#8220;Haupts&amp;#228;chlich Inl&amp;#228;nder&amp;#8221;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt; Solche Angaben macht das Wiener Stadtmagazin &lt;a href=&quot;http://www.wien-konkret.at/sport/schwimmbad/&quot;&gt;Wien-konkret&lt;/a&gt; in seiner &amp;#220;bersicht &amp;#252;ber die Schwimmb&amp;#228;der der &amp;#246;sterreichischen Hauptstadt. Darauf weisst Ingrid Thurner in ihrem Beitrag &lt;a href=&quot;http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1171&quot;&gt;Sind die Wiener B&amp;#228;der fremdenfeindlich?&lt;/a&gt; auf dem Blog &amp;#8220;Teilnehmende Medienbeobachtung&amp;#8221; hin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Wiener Anthropologin bittet &amp;#8220;die Verantwortlichen der Gemeinde Wien, daf&amp;#252;r zu sorgen, dass &amp;#246;ffentliche Institutionen, die auch mit Steuergeldern erhalten werden, nicht mit diskriminierenden Inhalten beworben werden&amp;#8221;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn trotz mehrer Medienberichte hat Wien-konkret diese &amp;#8220;diskriminierenden und ausgrenzenden Beschreibungen des Publikums einiger st&amp;#228;dtischer B&amp;#228;der&amp;#8221; nicht entfernt, sondern nur &lt;a href=&quot;http://dastandard.at/1304554348163/Monitor-Wo-Inlaender-baden-gehen-koennen&quot;&gt;leicht abge&amp;#228;ndert&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Online-Magazin hat auch eine eigene Seite &amp;#252;ber &lt;a href=&quot;http://www.wien-konkret.at/soziales/auslaender/&quot;&gt;&amp;#8220;Ausl&amp;#228;nder in Wien&amp;#8221;&lt;/a&gt;. &amp;#8220;Die Ausl&amp;#228;nderquote ist in Wien mit 20,5% (Stand September 2009) ziemlich hoch&amp;#8221;, lesen wir da. Und &amp;#8220;Viele Wienerinnen und Wiener haben Angst vor der &amp;#220;berfremdung Wiens.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann folgt eine lange Reihe von Kommentaren, die man fr&amp;#252;her als rechtsextrem bezeichnet h&amp;#228;tte. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435schwimmbad.jpg&quot; alt=&quot;&quot; title=&quot;&quot; width=&quot;435&quot; height=&quot;209&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Screenshot von wien-konkret.at&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/neuperlach&quot;&gt;Neuperlach: Wie Schule, Eltern und Medien &amp;#8220;Ausl&amp;#228;nderprobleme&amp;#8221; schaffen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/buchbesprechung_unser_merkwurdiger_umgan&quot;&gt;Buchbesprechung: Sozialanthropologiestudentinnen aus Wien gehen in einem Buch dem &amp;#8220;Spuk des Fremden&amp;#8221; auf den Grund&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/how_to_challenge_us_and_them_thinking_in&quot;&gt;How to challenge Us-and-Them thinking? Interview with Thomas Hylland Eriksen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/rassismus_kultur_als_deckmantel&quot;&gt;Rassismus: Kultur als Deckmantel&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/the_five_major_challenges_for_anthropolo&quot;&gt;Racism - The Five Major Challenges for Anthropology&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/wien-konkret&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Inl&#228;nder d&#252;rften noch in der &#220;berzahl sein&#8221;</em><br />
<em>&#8220;Geringer Inl&#228;nderanteil&#8221;</em><br />
<em>&#8220;Haupts&#228;chlich Inl&#228;nder&#8221;</em></p>

<p> Solche Angaben macht das Wiener Stadtmagazin <a href="http://www.wien-konkret.at/sport/schwimmbad/">Wien-konkret</a> in seiner &#220;bersicht &#252;ber die Schwimmb&#228;der der &#246;sterreichischen Hauptstadt. Darauf weisst Ingrid Thurner in ihrem Beitrag <a href="http://www.univie.ac.at/tmb/?p=1171">Sind die Wiener B&#228;der fremdenfeindlich?</a> auf dem Blog &#8220;Teilnehmende Medienbeobachtung&#8221; hin.</p>

<p>Die Wiener Anthropologin bittet &#8220;die Verantwortlichen der Gemeinde Wien, daf&#252;r zu sorgen, dass &#246;ffentliche Institutionen, die auch mit Steuergeldern erhalten werden, nicht mit diskriminierenden Inhalten beworben werden&#8221;.</p>

<p>Denn trotz mehrer Medienberichte hat Wien-konkret diese &#8220;diskriminierenden und ausgrenzenden Beschreibungen des Publikums einiger st&#228;dtischer B&#228;der&#8221; nicht entfernt, sondern nur <a href="http://dastandard.at/1304554348163/Monitor-Wo-Inlaender-baden-gehen-koennen">leicht abge&#228;ndert</a>.</p>

<p>Das Online-Magazin hat auch eine eigene Seite &#252;ber <a href="http://www.wien-konkret.at/soziales/auslaender/">&#8220;Ausl&#228;nder in Wien&#8221;</a>. &#8220;Die Ausl&#228;nderquote ist in Wien mit 20,5% (Stand September 2009) ziemlich hoch&#8221;, lesen wir da. Und &#8220;Viele Wienerinnen und Wiener haben Angst vor der &#220;berfremdung Wiens.&#8221;</p>

<p>Dann folgt eine lange Reihe von Kommentaren, die man fr&#252;her als rechtsextrem bezeichnet h&#228;tte. </p>

<p><img src="http://www.antropologi.info/blog/media/users/lorenz/435schwimmbad.jpg" alt="" title="" width="435" height="209" /></p>
<p><em>Screenshot von wien-konkret.at</em></p>


<p><strong>SIEHE AUCH</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2010/neuperlach">Neuperlach: Wie Schule, Eltern und Medien &#8220;Ausl&#228;nderprobleme&#8221; schaffen</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/buchbesprechung_unser_merkwurdiger_umgan">Buchbesprechung: Sozialanthropologiestudentinnen aus Wien gehen in einem Buch dem &#8220;Spuk des Fremden&#8221; auf den Grund</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/how_to_challenge_us_and_them_thinking_in">How to challenge Us-and-Them thinking? Interview with Thomas Hylland Eriksen</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2008/rassismus_kultur_als_deckmantel">Rassismus: Kultur als Deckmantel</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/the_five_major_challenges_for_anthropolo">Racism - The Five Major Challenges for Anthropology</a></p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/wien-konkret">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/wien-konkret#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3958</wfw:commentRss>
		</item>
				<item>
			<title>F&#252;r eine andere &#214;konomie: Deutschsprachige Medien entdecken David Graeber</title>
			<link>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/graeber</link>
			<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 19:37:23 +0000</pubDate>			<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
			<category domain="main">B&#252;cher</category>
<category domain="alt">Forscher / Theorien / Richtungen</category>
<category domain="alt">Politik / Oekonomie</category>
<category domain="alt">Entwicklung, Problemloesung</category>			<guid isPermaLink="false">3957@http://www.antropologi.info/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;Ein Themenbereich gibt, in dem Ethnologen / Sozialanthropologen in letzter Zeit besonders brilliert haben ist &amp;#214;konomie - oder genauer gesagt, die &amp;#8220;Finanzkrise&amp;#8221;. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einer der innerhalb des Fachs international bekanntesten (und vielleicht auch interessantesten) Ethnologen ist nun dabei, auch im deutschsprachigem Raum ausserhalb der Universit&amp;#228;tsmauern ein Begriff zu werden: &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/David_Graeber&quot;&gt;David Graeber&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie &lt;a href=&quot;http://sonner.antville.org/stories/2094698&quot;&gt;ethno::log&lt;/a&gt; letzte Woche meldete, ist in der FAZ ein &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eurokrise-und-vergib-uns-unsere-schulden-11527296.html&quot;&gt;l&amp;#228;ngerer Aufsatz&lt;/a&gt; &amp;#252;ber Graebers neuestes Buch &lt;a href=&quot;http://mhpbooks.com/books/debt/?id=308&quot;&gt;&amp;#8220;Debt: The first 5000 years&amp;#8221;&lt;/a&gt; erschienen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein paar Tage sp&amp;#228;ter hat der &lt;a href=&quot;http://hpd.de/node/12385&quot;&gt;Humanistische Pressedienst eine &amp;#228;ltere Publikation Graebers hervorgekramt&lt;/a&gt;, und zwar &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Fragments_of_an_Anarchist_Anthropology&quot;&gt;Fragmente einer anarchistischen Anthropologie&lt;/a&gt;, die inzwischen auch auf deutsch erh&amp;#228;ltlich ist (das Original gibts auch &lt;a href=&quot;http://www.prickly-paradigm.com/sites/default/files/Graeber_PPP_14_0.pdf&quot;&gt;gratis als pdf&lt;/a&gt;). Graeber wurde auch im ZEIT-Artikel &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2011/45/Denkerschau/komplettansicht&quot;&gt;Occupy-Bewegung: Wut, Liebe, Paranoia&lt;/a&gt; kurz erw&amp;#228;hnt.&lt;/p&gt;

Und hier ein Interview mit Graeber auf 3sat:

&lt;div class=&quot;videoblock&quot;&gt;&lt;object data=&quot;http://www.youtube.com/v/ZmjaJDUzzhQ&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/ZmjaJDUzzhQ&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot; /&gt;&lt;/object&gt;&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;Graeber ist in internationalen Mainstream-Medien durch die Occupy-Bewegung ein gefragter Interviewpartner geworden, wie Greg Downey in seinem Beitrag &lt;a href=&quot;http://blogs.plos.org/neuroanthropology/2011/10/15/david-graeber-anthropologist-anarchist-financial-analyst/&quot;&gt;David Graeber: anthropologist, anarchist, financial analyst*&lt;/a&gt; auf dem Blog Neuroanthropology zusammenfasst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;SIEHE AUCH:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/how_anthropologists_should_react_to_the_&quot;&gt;How anthropologists should react to the financial crisis&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2010/building-a-human-economy&quot;&gt;&amp;#8211; Use Anthropology to Build A Human Economy&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/ethnologen_in_die_volkswirtschaft&quot;&gt;Ethnologen in die Volkswirtschaft!&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2011/occupy-wall-street&quot;&gt;&amp;#8220;Similar to the Third World debt crisis&amp;#8221; - David Graeber on &amp;#8216;Occupy Wall Street&amp;#8217;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/david_graeber_there_never_was_a_west&quot;&gt;David Graeber: There never was a West! Democracy as Interstitial Cosmopolitanism&lt;/a&gt; &lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/graeber&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/&quot;&gt;antropologi.info&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Themenbereich gibt, in dem Ethnologen / Sozialanthropologen in letzter Zeit besonders brilliert haben ist &#214;konomie - oder genauer gesagt, die &#8220;Finanzkrise&#8221;. </p>

<p>Einer der innerhalb des Fachs international bekanntesten (und vielleicht auch interessantesten) Ethnologen ist nun dabei, auch im deutschsprachigem Raum ausserhalb der Universit&#228;tsmauern ein Begriff zu werden: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Graeber">David Graeber</a>. </p>

<p>Wie <a href="http://sonner.antville.org/stories/2094698">ethno::log</a> letzte Woche meldete, ist in der FAZ ein <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/eurokrise-und-vergib-uns-unsere-schulden-11527296.html">l&#228;ngerer Aufsatz</a> &#252;ber Graebers neuestes Buch <a href="http://mhpbooks.com/books/debt/?id=308">&#8220;Debt: The first 5000 years&#8221;</a> erschienen.</p>

<p>Ein paar Tage sp&#228;ter hat der <a href="http://hpd.de/node/12385">Humanistische Pressedienst eine &#228;ltere Publikation Graebers hervorgekramt</a>, und zwar <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fragments_of_an_Anarchist_Anthropology">Fragmente einer anarchistischen Anthropologie</a>, die inzwischen auch auf deutsch erh&#228;ltlich ist (das Original gibts auch <a href="http://www.prickly-paradigm.com/sites/default/files/Graeber_PPP_14_0.pdf">gratis als pdf</a>). Graeber wurde auch im ZEIT-Artikel <a href="http://www.zeit.de/2011/45/Denkerschau/komplettansicht">Occupy-Bewegung: Wut, Liebe, Paranoia</a> kurz erw&#228;hnt.</p>

Und hier ein Interview mit Graeber auf 3sat:

<div class="videoblock"><object data="http://www.youtube.com/v/ZmjaJDUzzhQ" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ZmjaJDUzzhQ" /><param name="wmode" value="transparent" /></object></div>

<p>Graeber ist in internationalen Mainstream-Medien durch die Occupy-Bewegung ein gefragter Interviewpartner geworden, wie Greg Downey in seinem Beitrag <a href="http://blogs.plos.org/neuroanthropology/2011/10/15/david-graeber-anthropologist-anarchist-financial-analyst/">David Graeber: anthropologist, anarchist, financial analyst*</a> auf dem Blog Neuroanthropology zusammenfasst.</p>

<p><strong>SIEHE AUCH:</strong></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2008/how_anthropologists_should_react_to_the_">How anthropologists should react to the financial crisis</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2010/building-a-human-economy">&#8211; Use Anthropology to Build A Human Economy</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2009/ethnologen_in_die_volkswirtschaft">Ethnologen in die Volkswirtschaft!</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2011/occupy-wall-street">&#8220;Similar to the Third World debt crisis&#8221; - David Graeber on &#8216;Occupy Wall Street&#8217;</a></p>

<p><a href="http://www.antropologi.info/blog/anthropology/2006/david_graeber_there_never_was_a_west">David Graeber: There never was a West! Democracy as Interstitial Cosmopolitanism</a> </p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/graeber">Original post</a> blogged on <a href="http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/">antropologi.info</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
								<comments>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/2011/graeber#comments</comments>
			<wfw:commentRss>http://www.antropologi.info/blog/ethnologie/?tempskin=_rss2&#38;disp=comments&#38;p=3957</wfw:commentRss>
		</item>
			</channel>
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