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10.12.11

  13:01:35, by admin  

Interview: Auf Feldforschung unter deutschen Migranten in Sydney


Auswanderparadies Australien: Sydney Harbour Bridge. Foto: Christopher Chan, flickr

Nicht nur Menschen aus weniger reichen Ländern migrieren in die Ferne. In den vergangenen Jahre haben rekordviele Deutsche ihre Heimat hinter sich gelassen. Kulturanthropologe David Johannes Berchem war auf Feldforschung unter deutschen Migranten in Sydney.

Vor wenigen Wochen ist seine Dissertationsschrift Wanderer zwischen den Kulturen. Ethnizität deutscher Migranten in Australien zwischen Hybridität, Transkulturation und Identitätskohäsion in der Reihe “Kultur und soziale Praxis” des transcript Verlages erschienen.

Ich habe mich mit ihm via email unterhalten.

Wie geht es den Deutschen in Australien? Sind sie gut integriert? Wird “Deutschsein” wichtiger in der Fremde? Was sind für Sie die wichtigsten Erkenntnisse über die “Ethnizität deutscher Migranten”?

– Kürzlich stellte der Sydney Morning Herald die berechtigte Frage, ob die Hauptstadt von New South Wales eine Metropole der Enklaven sei. Prinzipiell scheint es auch in Sydney nicht außergewöhnlich, wenn zahlreiche Bewohner die Neigung entwickeln, in unmittelbarer Nähe zu ihren sozial, religiös oder ethnisch Gleichgesinnten zu leben. Formen von ethnischer Segregation bzw. nach außen hin isolierten Lebenswirklichkeiten in gated communities oder parallelgesellschaftlich konstruierten Stadtquartieren finden sich sowohl in westlichen Vororten wie Auburn oder Cabramatta als auch an den Northern Beaches.

– Beweise für ethnische Segregation unter deutschen Migranten gibt es jedoch nur ganz wenige. Die von mir untersuchten Wanderer zwischen den Kulturen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Verständlicherweise leben in der Nähe der German International School Sydney vermehrt deutsche Migranten, die aufgrund ihres Anstellungsverhältnisses mehr oder minder temporär in Australien ihren Lebensmittelpunkt definieren.

– Der Erhalt der deutschen Muttersprache besitzt hier einen großen Stellenwert. Insbesondere bei den älteren Auswanderern, die nach dem Zweiten Weltkrieg und in den Jahren der verstärkten Anwerbung von Migranten aus Übersee nach Down Under kamen, spielen Institutionen wie deutsche Kirche, Concordia Club und andere ethnische Interessengemeinschaften eine zentrale Rolle, da diese Anlaufstellen Orientierung in der Fremde gewährleisten. Insbesondere an Heiligabend sind die Räumlichkeiten der Martin Luther Kirche in der Goulburn Street bzw. der Gnadenfrei-Kirche in Chester Hill dem Ansturm der Gottesdienstbesucher kaum gewachsen. Dies liest sich als identitätsstiftende Suche nach bekannten und heimatlichen Zufriedenheitsparametern in der Diaspora.

Fühlen sie sich die hauptsächlich als Deutsche und/oder Australier?

– Deutsche Migranten führen ein Leben in-between. Die Wanderer zwischen den Kulturen sind aufgrund ihres bewegten Daseins alltäglich mit dem liminalen Überschreiten von räumlichen, kulturellen und sozialen Barrieren, Übergängen und Schwellen konfrontiert. Dieser kulturelle Aushandlungsprozess vollzieht sich nicht nach den kategorischen Prämissen eines „Entweder-oder“. Vielmehr lässt sich hier die Tendenz eines „Sowohl-als-auch“ erkennen.

Warum finden Sie das Thema wichtig?

– Das ferne Australien weckte mein Interesse deshalb, weil das Land aufgrund der Umwälzungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etwas vollbracht hat, was man durchaus als multikulturelle Revolution bezeichnen könnte. Unter Multikultureller Revolution verstehe ich sowohl die Abwendung von der auf rassistischen Motiven aufbauenden Ausgrenzungspolitik der White Australia Policy als auch die im Zuge der Einwanderungswellen vollzogene Inauguration und Konsolidierung des ethnischen Pluralismus.

– Zudem finde ich persönlich, dass kulturanalytische Untersuchungen zu Themenfeldern wie etwa diasporische Alltagswirklichkeiten, identitäre Prozessse des placemaking und ethnische Selbstverortungen im Zeitalter der transnationalen Mobilitätsbeschleunigung stets ein ethnografisch generiertes Fundament besitzen sollten.

– In der Forschungsgeschichte der Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie gibt es mehrere Untersuchungen, die sich mit alltagskulturellen Phänomenen von im Ausland lebenden Deutschen beschäftigten. Zu nennen sind die Arbeiten von Peter Assion, Brigitta Schmidt-Lauber, Brigitte Bönisch-Brednich und Florian von Dobeneck. Für den Ballungsraum an der Botany Bay versucht meine empirische Studie neue Aufschlüsse zu präsentieren.


David Johannes Berchem in Sydney. Foto: privat

Viele deutsche Migranten sehen Australien als Paradiesland, schreiben Sie. Diese Einschätzung teilen sie mit Migranten aus ärmeren Ländern?

– Das Sehnsuchtsbild vom Paradiesland Australien, in dem vorgeblich Milch und Honig fließen, können wir schon bei den europäischen Elendsauswanderern des 19. Jahrhunderts finden, die sich aufgrund von Mangelwirtschaft, menschenunwürdigen Lebensbedingungen und Verarmutung nach einem Leben in besseren Verhältnissen sehnten. Heute werden uns diese zwischen Realität und Fiktion anzusiedelnden Assoziationen von den paradiesischen Gegebenheiten in erster Linie in Fernsehformaten wie „Goodbye Germany! Die Auswanderer“ präsentiert.

Lampedusa, Christmas Island oder das Ashmore Reef stellen für zahlreiche „illegale“ Immigranten mit Hoffnungen und Sehnsüchten versehene Lokalitäten dar, deren Erreichen ein zukunftsfähiges Leben abseits von religiöser Verfolgung, Folter und Despotismus verspricht. Zur Absicherung der Außengrenzen sowie zur Konsolidierung der vermeintlichen Wertegemeinschaft wurden an diesen Orten mehr oder weniger effektiv arbeitende Grenzregimes und Zugangsbarrieren installiert. Diese zumeist militärisch gestützten Praxisformen des Migrationsmanagements tragen für die Exklusion von “unerwünschten” Migranten Verantwortung. Hierdurch bleibt für viele Migrationswillige der Wunsch von einem Leben im Paradiesland ausschließlich ein Konstrukt der Imagination.

Ist Ihre Studie relevant für die sogenannte “Zuwanderungsdebatte” in Deutschland / Europa? Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen deutschen Migranten und Zuwanderern in Deutschland?

– In der Nachkriegszeit entschied sich Australien in Anbetracht der geringen Bevölkerungszahlen und der eher schlechten wirtschaftlichen wie organisatorischen Voraussetzungen für ein großangelegtes Anwerbungsprogramm mit dem Namen populate or perish. Einfache Arbeiter, Fachkräfte und anderer Mitglieder der reserve army of labour von Übersee sollten in den Jahren des rasanten ökonomischen Aufschwungs dabei helfen, das Land infrastrukturell zukunftsfähig zu machen. Der Bedarf an Arbeitskräften zur Erschließung der natürlichen Ressourcen war auch am anderen Ende der Welt hoch.

– Australien entschied sich jedoch nicht für das Prinzip der befristeten Aufenthaltsdauer der Immigranten, sondern suchte vor allem Menschen, die die australischen Staatsbürgerschaft annahmen und ihren Lebensmittelpunkt nach Down Under verlegten. Für bestimmte Posten auf dem Arbeitsmarkt – so berichteten mir zahlreiche Gewehrsleute – war die Annahme der australischen Staatsangehörigkeit ein unabdingbares Muss.

– Vielfach gab es bei der Integration zahlreiche Versäumnisse, Missverständnisse und nicht berücksichtigte Möglichkeiten, da die auf Assimilation der Neuankömmlinge an die anglophone Leitkultur abzielende Identitätspolitik im mit nach Australien transportierten kulturellen Gepäck der Migranten eine Gefahr für die imagined community sah. Folglich fanden sich Migranten zunächst in prekären Arbeitsverhältnissen wieder, in denen sie körperlich anspruchsvolle und niedrig entlohnte Tätigkeiten in abgelegenen Gebieten verrichten mussten, obwohl ihnen angesichts ihrer aus Europa mitgebrachten Qualifikationen aussichtsreiche Positionen zugestanden hätten. Soziale Aufwärtsmobilität stand bei den damaligen Integrationsbeauftragten nicht auf der Agenda.

– Die unzureichenden Kenntnisse der Landesprache sowie die soziale Isolation in ruralen Gebieten mit nur geringem Kontakt zur australischen Mehrheitsgesellschaft beförderten nachweislich die Herausbildung von ethnischen Zusammenschlüssen. Dies änderte sich erst langsam mit der Ausrichtung hin zu einer multikulturellen Gesellschaftsform, die sich eine ganzheitliche Teilnahme aller in Australien lebenden Menschen an den sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Institutionen auf die Fahnen schrieb.

Was Sie eben sagten bezieht sich auf die deutschen Migranten in Sydney?

– Ja. Wobei dazu gesagt werden muss, dass die während der Anwerbungsjahre nach Australien migrierten Menschen aus Europa angesichts der gesellschaftspolitischen Zugangsbarrieren größtenteils zu ethnischen Mobilisierungen bzw. zur Fetischisierung ihres kulturellen Erbes in ethnischen communities tendierten. Unfreiwillig gefördert wurde dieser mehr oder minder beabsichtigte Prozess der Selbsteingliederung durch das von australischer Seite zur Anwendung gebrachte migrationspolitische Konzept der Assimilation. Es wurde von den damaligen Beauftragten für Immigration angenommen, dass sich die Neuankömmlinge schnellstmöglich ihrer kulturellen Haut entledigen würden, um zu gut integrierten Australiern zu werden. Jedoch waren diese Vorsätze zum Scheitern verurteilt.

– Zur deutschen Einwanderungsgesellschaft und deren Debatte um Immigration, die ebenfalls umfassende Bestrebungen verfolgt, Menschen mit Migrationshintergrund in assimilatorischer Manier an den deutschen Normalbetrieb heranzuführen, lassen sich somit zahlreiche konvergente Verbindungslinien herstellen.

Sie haben nicht nur neuere Migration nach Australien untersucht. Ihre Erzählung beginnt bereits 1788. Welche neuen Erkenntnisse ergeben sich aus solch einer historischen Perspektive?

– Ich fand es wichtig, sowohl die im Mittelpunkt meiner empirischen Studie stehenden Migrationsdynamiken als auch die Narrative zur Ethnizität deutscher Auswanderer stets vor dem Hintergrund ihrer historischen Dimensionalität nachvollziehbar zu machen. James Cook besaß bei seiner zweiten Weltreise mit Johann Reinhold und Georg Forster zwei deutsche Weggefährten, die ihm bei der Suche nach der terra australis incognita behilflich sein sollten. Spiegeln wir die Wanderungsgeschichte der Deutschen an den relevanten Zeithorizonten, so wird ersichtlich, dass jene Menschen als Entdeckungsreisende, freie Siedler, koloniale Expeditionsleiter, Goldgräber und Religionsflüchtlinge maßgeblich zum Aufstieg der Kolonien beigetragen haben.

– Auch wenn in den Kapiteln zur Geschichte der deutschen Auswanderung nach Australien nur geringfügig neue Aufschlüsse präsentiert werden, war es mir ein Anliegen, strukturelle Generallinien zu destillieren, die in der Menge der Sekundärliteratur zu diesem Thema in der Form nur sehr eingeschränkt zu eruieren sind. In den historischen Kapiteln verfolgte ich die Ambition, ein dynamisches Geschichtsbild zu zeichnen. Es ging mir um die kursorische Präsentation des kulturellen Erbes der deutschen Immigranten, ohne das die gegenwärtigen Verhältnisse nur sehr eingeschränkt verständlich wären.

Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Feldforschung gestossen?

– Im Gegensatz zur Sozial- und Kulturanthropologie gilt die stationäre, zeit- und erfahrungsintensive Feldforschung an den (fernen) Lokalitäten in der Disziplin der Europäischen Ethnologie bzw. in der „alten“ Volkskunde nicht als Selbstverständlichkeit. Dominierend waren hier lange Zeit Untersuchungen zu kulturellen Praxen mit einem regionalen oder lokalen Anstrich (bsp. Karnevalsumzüge, Schützenwesen, Küdinghovener Eierkrone etc.).

– Natürlich stellte es für mich eine ganz eigene Herausforderung dar, in einer graduell fremden Metropole jene methodischen Maxime umzusetzen, die uns Malinowski vorzeiten mit auf den Weg gegeben hat. Jedoch waren es in erster Linie jene Menschen, mit denen ich während meines mehrmonatigen Aufenthaltes in Sydney Zeit verbringen durfte, die maßgeblich die nicht vorhersehbare Eigendynamik meiner Untersuchung beeinflussten.

– Des Weiteren möchte ich die Wesenhaftigkeit der Feldforschung entmythologisieren. Die direkte Kulturerfahrung im Feld beschränkte sich keineswegs nur auf die teilnehmende Beobachtung, das Auffinden von gatekeepers oder die Konsolidierung von Informantennetzwerken. Feldforschung – so desillusionierend sich das jetzt auch anhören mag – war für mich vor allen Dingen Schreibtischarbeit. Die langatmige Verschriftung von Beobachtungsprotokollen und Interviews hat dies mehr als deutlich aufgezeigt.

Was (oder wer) hat Sie während Ihrer Forschung am meisten überrascht / beeindruckt?

– In der Vorbereitungsphase meiner Forschung diskutierten wir im Bonner Doktorandenkolloquium die Frage des Zugangs zum Untersuchungsfeld. Sollte ich zunächst bei der deutschen Zeitung „Die Woche in Australien“ zwecks der Herstellung persönlicher Kontakte ein die Studie initiierendes Praktikum machen? Oder doch direkt ins Feld und nur mit rudimentärem persönlichem Netzwerkwissen ausgestattet nach Sydney fliegen, um gänzlich unbelastet auf die Menschen zuzugehen, deren selbstverständliche und weniger hinterfragte Lebensgestaltung für mich von Interesse war.

– Die zweite Variante erwies sich als praktikabler. Bei diesem Vorhaben kam mir besonders die Gastfreundlichkeit sowie das von persönlichem Interesse an meinem Projekt gekennzeichnete Engagement der Migranten sehr entgegen. Diese Hilfsbereitschaft sowie der stets erkennbare Wille, dem zeitweiligen Besucher ihrer kulturellen Bedeutungslandschaften die Höhen und Tiefen ihrer Lebensgeschichte zu präsentieren, hat entscheidend zum Gelingen meiner Arbeit beigetragen. Ich bin mir bewusst, dass dieses durchweg positive Verhältnis zur Untersuchungsgruppe keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Viel Platz räumen Sie der Fachkritik und einer Diskussion über die unterschiedlichen Benennungen des Fachs wie Volkskunde, Völkerkunde, Kulturwissenschaft, Kulturanthropologie etc ein. Warum?

– Im seinem jüngsten Buch “Anthropology’s World. Life in a Twenty-First-Century Discipline” geht der schwedische Anthropologe Ulf Hannerz unter anderem der Frage nach, wie es um die öffentliche Außendarstellung unseres Faches bestellt ist. Das anthropology-bashing hat nicht nur in den Medien Konjunktur. In Deutschland gelten die Vertreter der Ethnowissenschafen als eine Zusammenkunft bunter Vögel, deren Hauptanliegen darin besteht, Bücher zu Themen zu veröffentlichen, die die Welt allem Anschein nach nicht braucht.

– Gerade weil ein diffuses Wissen über den Zuständigkeitsbereich existiert, waren hier einige mit grundlegender Bedeutung versehene Gedanken notwendig. Es ging mir um die plausible Darstellung der Grundüberzeugung, dass die Art und Weise der Fragestellung, das methodische Rüstzeug und die Wesensart der Ergebnispräsentation dem Fach einen unverwechselbaren Fingerabdruck verleiht. Wir besitzen eine genuine Expertise bei der Untersuchung von Kultur. Vor dem Hintergrund der machtpolitischen Verstrickungen der Volkskunde währen des Nationalsozialismus – auch und insbesondere bei Auftragsarbeiten zu Themen wie Vertreibung, Umsiedlung, Sprachinselforschung und Interethnik – durfte auch an dieser Stelle mit kritischen Worten nicht gespart werden.

Letzte Worte an die Leserinnen und Leser an den Bildschirmen?

– Deutschland oder Australien? Heimat oder Diaspora? Winterliche Schneelandschaften oder Bondi Beach? Bundesadler oder Känguru-Emu-Wappen im Pass? So lauten gegenwärtig die Fragen zahlreicher auswanderungsbegeisterter Menschen. Doch die Zeit der klaren Bekenntnisse war gestern. In der heutigen Multioptionsgesellschaft fallen die Identitäten der Verflüssigung anheim.

– Den Leserinnen und Leser an den Bildschirmen empfehle ich die Lektüre meines Buches deshalb, weil es auf der einen Seite die Geschichten und persönlichen Erfahrungen deutsche Migranten in ethnografisch dichter Weise zur Geltung bringt. Auf der anderen Seite zeichnet die Studie ein perspektivenreiches Porträt, in dessen Zentrum die kulturelle Komplexität von Migrationsdynamiken im Zeitalter der Globalisierung steht.

>> Information über das Buch beim transcript-Verlag

>> Einleitung des Buches (pdf)

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03.12.11

  21:03:00, by admin  

"Ausländerfreie" Schwimmbäder als Ideal?

“Inländer dürften noch in der Überzahl sein”
“Geringer Inländeranteil”
“Hauptsächlich Inländer”

Solche Angaben macht das Wiener Stadtmagazin Wien-konkret in seiner Übersicht über die Schwimmbäder der österreichischen Hauptstadt. Darauf weisst Ingrid Thurner in ihrem Beitrag Sind die Wiener Bäder fremdenfeindlich? auf dem Blog “Teilnehmende Medienbeobachtung” hin.

Die Wiener Anthropologin bittet “die Verantwortlichen der Gemeinde Wien, dafür zu sorgen, dass öffentliche Institutionen, die auch mit Steuergeldern erhalten werden, nicht mit diskriminierenden Inhalten beworben werden”.

Denn trotz mehrer Medienberichte hat Wien-konkret diese “diskriminierenden und ausgrenzenden Beschreibungen des Publikums einiger städtischer Bäder” nicht entfernt, sondern nur leicht abgeändert.

Das Online-Magazin hat auch eine eigene Seite über “Ausländer in Wien”. “Die Ausländerquote ist in Wien mit 20,5% (Stand September 2009) ziemlich hoch”, lesen wir da. Und “Viele Wienerinnen und Wiener haben Angst vor der Überfremdung Wiens.”

Dann folgt eine lange Reihe von Kommentaren, die man früher als rechtsextrem bezeichnet hätte.

Screenshot von wien-konkret.at

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  20:37:23, by admin  

Für eine andere Ökonomie: Deutschsprachige Medien entdecken David Graeber

Ein Themenbereich gibt, in dem Ethnologen / Sozialanthropologen in letzter Zeit besonders brilliert haben ist Ökonomie - oder genauer gesagt, die “Finanzkrise”.

Einer der innerhalb des Fachs international bekanntesten (und vielleicht auch interessantesten) Ethnologen ist nun dabei, auch im deutschsprachigem Raum ausserhalb der Universitätsmauern ein Begriff zu werden: David Graeber.

Wie ethno::log letzte Woche meldete, ist in der FAZ ein längerer Aufsatz über Graebers neuestes Buch “Debt: The first 5000 years” erschienen.

Ein paar Tage später hat der Humanistische Pressedienst eine ältere Publikation Graebers hervorgekramt, und zwar Fragmente einer anarchistischen Anthropologie, die inzwischen auch auf deutsch erhältlich ist (das Original gibts auch gratis als pdf). Graeber wurde auch im ZEIT-Artikel Occupy-Bewegung: Wut, Liebe, Paranoia kurz erwähnt.

Und hier ein Interview mit Graeber auf 3sat:

Graeber ist in internationalen Mainstream-Medien durch die Occupy-Bewegung ein gefragter Interviewpartner geworden, wie Greg Downey in seinem Beitrag David Graeber: anthropologist, anarchist, financial analyst* auf dem Blog Neuroanthropology zusammenfasst.

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17.11.11

  18:25:09, by admin  

Forschung indonesischer Ethnologiestudierender: Deutsche sind religiöser als erwartet

Schöne Geschichte im Spiegel über Ethnologiestudierende aus Indonesien, die in Deutschland forschen.

Sie fanden u.a. heraus, dass Deutsche religiöser sind als man oft meint. Den Begriff Religion haben sie weit ausgelegt - und das ist gut so. Religiösität fanden sie u.a. bei der Grünen Jugend und Veganern

Nach vier Wochen Forschung können die indonesischen Gäste das Vorurteil der Areligiosität der Deutschen nicht bestätigen. So fand Fitria, dass die Veganer durchaus missionarische Züge trugen und dass der Schutz der Umwelt für sie quasi-religiösen Charakter annimmt. Inda Marlina ging es bei ihrem Forschungsgegenstand, der Jugendorganisation der Partei die Grünen, ganz ähnlich. Der konsequente Umweltschutz und der Enthusiasmus der jungen Aktivisten sei beeindruckend. “Für sie ist es eine Art Religion. Sie wollen damit die Welt verändern,” sagt sie.

Die Forschung ist Teil eines Tandemprojektes zwischen der Uni Freiburg und der Gadjah-Mada-Universität im indonesischen Yogyakarta, über das ich früher schon einmal geschrieben habe.

Darin geht es u.a. darum das “schwere Erbe” der Ethnologie zu überwinden, wie Projektleiterin Judith Schlehe dem Spiegel gegenüber erklärt. Denn immer noch ist es oft so, dass Deutsche Indonesier erforschen, selten ist es umgekehrt. Und warum nicht zusammen forschen!

>> weiter im Spiegel

Übrigens: Der Spiegel-Artikel ist eine Kurzversion eines bereits ein Monate alten Artikels in der Jakarta Post, verfasst von derselben Autorin, Anett Keller.

Der kenianische Ethnologe Mwenda Ntarangwi hat das Fortwirken dieses Erbes in der amerikanischen Ethnologie in einem neuen Buch dokumentiert, dass obligatorische Lejtüre werden sollte, siehe früherer Beitrag How racist is American anthropology?

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14.11.11

  11:29:21, by admin  

Horrorfilm-Premiere bei Ethnologischem Filmfestival in Leipzig

Kölner, die sich in ihrer Freizeit als Fremde verkleiden, verdrängte Kolonialgeschichte, Punkrock und Oper in China, ein Horrorfilm aus Tansania: Anfang Dezember starten Ethnologiestudierende und “Ausstudierte” zum dritten Mal ein Filmfestival in Leipzig: An/Ver-Wandungen 2011.


Aus Tansania: Shumileta – Queen of Devil

“Die Ethnologie hat in Leipzig eine lange Geschichte und verlässt doch selten den akademischen Rahmen”, schreiben sie in ihrer Pressemitteilung (pdf). “Das Festival möchte einen Blick durch die Kamera auf Themen der sogenannten Wissenschaft vom kulturell Fremden bieten und diese auf der Agenda des Leipziger Kulturprogramms fest etablieren”.

Ich habe kurz via email beim Festivalteam nachgehakt:

Wer seid Ihr, die das Festival organisieren?

– Wir sind Ethnologiestudierende bzw. „Ausstudierte“ aus Leipzig und Halle/ Saale, die sich für Film im Allgemeinen und für audiovisuelle Anthropologie im Besonderen begeistern. Vor drei Jahren hatten Theresa und Susie die Idee zum Festival: sie wollten Werke, die sie auf anderen Festivals besonders beeindruckt hatten, nach Leipzig holen. Aber damit standen sie auch vor einer grundlegenderen Aufgabe; nämlich ein heterogenes Publikum mit ethnologischen Themen und Filmen außerhalb des akademischen Rahmens vertraut zu machen.

Wie bekommt Ihr das hin, so ein Festival auf die Bühne zu stellen?

– Wir sind keine Profis: weder im Filmbereich, noch in der Festivalorganisation. Aber wir haben An/Ver-Wandlungen von Anfang sehr ernst genommen und auch dementsprechend viel Arbeit investiert. Davon ausgehend, was für ein Festival wir uns wünschen würden, lernen wir seither immer mehr dazu.

– Es gibt außerdem viele Menschen und Kooperationspartner, ohne die An/Ver-Wandlungen nicht stattfinden könnte und denen wir danken möchten; insbesondere den Filmschaffenden, die uns ihre Filme so bereitwillig zur Verfügung stellen. Die finanzielle Unterstützung ist – wie so oft – eher gering und wir müssen deshalb ein Low-Budget-Festival auf die Beine stellen. Ein Problem dabei ist, dass wir nicht jede Arbeit von Beteiligten gerecht entlohnen und Filme oft nur als DVD-Kopie zeigen können. Das würden wir in Zukunft gern ändern.


Die Stämme von Köln: Fremdheit als Hobby

Wie war die Resonanz bei den ersten beiden Festivals?

– Sowohl die Reaktionen der Gäste nach den Filmen, als auch die Presseberichterstattung waren ausnahmslos positiv. Auch die (wenigen) Filmschaffenden, die wir bisher einladen konnten, waren sehr erfreut ihre Werke in diesem Rahmen zeigen zu können. Aber natürlich gab es auch Kritik, die einige Details in der Organisation betraf. Aber das ist ja genau, worauf wir auch angewiesen sind: eben weil wir keine Expert_innen sind und sein wollen, freuen wir uns mit dem Publikum zusammen das Festival jedes Jahr aufs Neue „an/ver-wandeln“ zu lassen.

Wie viele Leute könnt Ihr zu den Filmen locken? Sitzt nur eine Gruppe besonders interessierter im Kinosaal?

– Ein Hauptanliegen von An/Ver-Wandlungen war ja immer, sowohl Ethnologiebegeisterte als auch Cineast_innen oder Neugierige anzusprechen. Deshalb haben wir unseren Filmblöcken immer sehr offene Themenschwerpunkte – wie bspw. „Wahnsinn“ oder „Erinnern“ – zugeordnet. Auch die Gestaltung unsrer Flyer und die Pressearbeit insgesamt war uns aus diesem Grund wichtig. Schließlich setzen wir uns für eine offene Interpretation von Film als Text ein: heraus aus dem Elfenbeinturm der universitären Lehre hinein in den Kinosaal und die Köpfe der Filmschauenden!

– Nach den letzten beiden Jahren können wir sagen, dass unsere Strategie Erfolg hat. Es waren zwar vornehmlich Ethnologiestudierende in den Vorführungen, aber durchaus auch andere Interessierte.

– Das LuRu-Kino mit seinen 60 Sitzplätzen war zu den Eröffnungs- und Abschlussfilmen (trotz Schneesturm 2010) jeweils voll besetzt. Auch zu den anderen Vorführungen kamen nicht wenige Gäste.

Zum Abschluss drei Filme aus dem Programm, die man Eurer Meinung nach unbedingt gesehen haben sollte ?

– Eine schwierige Frage. Denn wir haben ja nur Filme im Programm, die wir als besonders empfehlenswert erachten.

– Aber gut: Colonel Bunny von Miranda Pennell ist – nicht zuletzt aufgrund seines beeindruckenden Umgangs mit Bild und Ton – sicher ein Highlight des Festivals.

– Am Montag, dem 05. Dezember, zeigen wir den Kurzfilm Shahor shakuf (Transparent Black), der durch einen empathischen Zugang zu seinen Protagonist_innen das schwierige Thema der israelischen Asylpolitik differenziert beleuchtet.

– Und schließlich hoffen wir auf einen krönenden Festivalabschluss mit Shumileta – Queen of Devil. Der tansanische Horrorfilm von Mussa Banzi bekommt extra für An/Ver-Wandlungen deutsche Untertitel und feiert mit uns seine Europapremiere.

An/Ver-Wandlungen wird organisiert in Kooperation mit den Filmtagen im GRASSI, dem Leipziger Völkerkundemuseum.

>> Pressemitteilung (pdf)

>> Vollständiges Programm

Nur wenig Zeit später findet übrigens das Münchner Ethnofilmfest statt.

SIEHE AUCH:

Neue Blicke auf “das Fremde”: Sozialanthropologie-Studentinnen geben Buch heraus

13.11.11

  13:52:18, by admin  

– Lebensstil ein grösseres Problem als Bevölkerungswachstum

Im Deutschlandradio hat es ein interessantes Interview mit der Ethnologin Shalini Randeria von der Uni Zürich.

Reporter Matthias Hanselmann ist sehr fixiert auf das Bevölkerungswachstum in Indien und China als ein Problem. Mehr Armut, mehr Naturzerstörung? Die Ethnologin widerspricht ihn. Die Forderung des Westens, den Bevölkerungsanstieg zu stoppen, findet sie falsch:

Nein, also es gibt keinen unmittelbaren kausalen Zusammenhang zwischen Bevölkerungsdichte und Armut. (…) Wir müssen von vornherein darauf achten, dass wir hier im Westen, Sie und ich, unseren Lebensstil ändern, nicht das Bevölkerungswachstum in Indien drosseln, weil die Armen in Indien verbrauchen kaum etwas im Vergleich zu dem, was Sie und ich täglich verbrauchen.

Also man muss sich die Größenordnung so vorstellen: Die Stadt New York verbraucht an einem Tag so viel Strom wie der ganze Kontinent Afrika. Das heißt, das Bevölkerungswachstum in Afrika kann so hoch sein, wie es will. Es führt nicht zum selben Energiekonsum.(…)

So lange wir alle mit dem Finger Richtung Indien und China zeigen und sagen, sie sollen ihr Bevölkerungswachstum bremsen, weil wir die falsche Problemdiagnostik haben, solange natürlich wird sich hier auch wenig ändern. Wir müssen einfach die Finger Richtung uns selber zeigen und sagen: Welchen Beitrag kann ich leisten? Nicht: Welchen Beitrag soll jemand anderes leisten?

Als der Reporter dann sagt “es kann ja nicht angehen, dass in der Unterschicht immer mehr Kinder geboren werden, um sich sozial abzusichern, und damit die Bevölkerung erst recht explodiert”, protestiert die Ethnologin:

Aber die Bevölkerung explodiert nicht. Erstens bin ich sehr, sehr allergisch gegen diesen Ausdruck. Das sind Menschen! Die explodieren nicht. Und zweitens, die Bevölkerung wächst, Menschen bekommen Kinder, weil sie diese Kinder möchten, oder sie bekommen welche, weil sie darauf bauen müssen, dass ihre Kinder sie im Alter versorgen, wenn man einen fehlenden Sozialstaat hat, dann ist man auf die Kinder angewiesen bei Krankheitsfall, im Alter. Man hat weder Rente noch Krankenversicherung.

Das heißt, man ist ökonomisch auf Kinder angewiesen, emotional haben Kinder einen großen Stellenwert, einfach auch in der Werteskala haben Kinder einfach eine andere Bedeutung als im Westen.

Sie erklärt auch wie problematisch Programme zur Bevölkerungskontrolle sind. Möchte man das Bevölkerungswachstum verlangsamen, solle man eher für eine Reduktion der Mutter- und Säuglingssterblichkeit sorgen.

Siehe auch frühere Beiträge über Shalini Randeria:

Die Gefahren des eurozentrischen Weltbildes

Ethnologin Shalini Randeria zum Kastensystem und Hindunationalismus

Auf dem Word Peope’s Blog werden einige ihrer früheren Publikationen vorgestellt

11.11.11

  00:00:51, by admin  

Transnationalmannschaft: Mehr für Deutschland als die Deutschen

Wer sagt denn, die Bevölkerung interessiere sich nicht für eine differenzierte Darstellung von Themen wie Einwanderung und Identität?

Das Kino war ausverkauft als Ethnologe und Regisseur Philipp Kohl seinen Film “Transnationalmannschaft” vorführte. Es ist ein Film über das Mannheimer Quartier Jungbusch, einem “hochdynamischen Schmelztiegel aus sozialer Unterschicht, Bohéme und den verschiedensten ethnischen Einflüssen”, wie die Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung es formuliert:

Der Ethnologe hat in langer Vorarbeit das Vertrauen seiner Protagonisten gewonnen, die im Gespräch ein authentisches Bild von diesem Fleckchen Erde im Rhein-Neckar-Delta zeichnen. Tiefgründig beleuchtet Kohl die persönlichen Implikationen dessen, was es bedeutet, jenseits der eigenen kulturellen Wurzeln aufzuwachsen oder zu leben, die Schwierigkeiten und Erfolge bei der Suche nach kultureller oder nationaler Identität.

Die Fussball-WM ist ein zentrales Thema im Film. Der Ethnologe sorgte für Erstaunen beim Kinopublikum. Im Film sind auch die Migranten alle begeisterte Anhänger der deutschen Nationalmannschaft - die ohnehin eher eine “Transnationalmannschaft” sei. “Die Migranten”, sagte er bei der Vorführung, “sind mehr für Deutschland als die Deutschen selbst.”

Philipp Kohl hat seine Magisterarbeit auch über das Quartier geschrieben.

>> weiter in Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung

Auch der Stern hatte bereits sehr positiv über den Film geschrieben.

Auf der Webseite des Films gibt es mehr Medienstimmen, einen Trailer und sogar auch Lehrmaterial für Schulen (pdf).

Hier ist der Trailer…

… und hier ein Interview mit dem Ethnologen (Embedden klappt nicht).

SIEHE AUCH:

Ethnologe: “Deutscher WM-Patriotismus positiv”

Football World Cup = an arena of everyday cosmopolitanism?

Wider den Kulturenzwang, für mehr Transkulturalität

Ausstellung “Crossing Munich”: Ethnologen für neue Perspektiven in der Migrationsdebatte

How to challenge Us-and-Them thinking? Interview with Thomas Hylland Eriksen

Book review: Photography, Anthropology and History (Part I)

10.11.11

  23:16:17, by admin  

Berliner Ethnologen bloggen zusammen mit kommerziellem Anbieter

Platzprofessor ist der Titel eines neuen Ethnologie-Blogs.

Ziel dieses Blogs ist es laut Selbstdarstelung “die wissenschaftliche Diskussion zum Thema Platz anzuregen beziehungsweise voranzutreiben, und eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zu diesem vielschichtigen Thema zu schaffen.”

Der Blog soll auch Studierende, die sich mit dem Thema „Platz“ auseinandersetzen, unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben, eigene Arbeiten zu veröffentlichen.

Das Thema Platz kann durchaus interessant sein. Es kann sich z.B. um Zugehörigkeit (“place making”) drehen oder um Leben unter Platzmangel in Grosstädten (Mikro-Studentenwohnungen mit nur 6,8m2) wie es Carmen Keckeis so schön in ihrem Beitrag Effektive Platznutzung in urbanen Räumen beschreibt.

Ins Leben gerufen wurde der Blog interessanterweise vom dem Lehrstuhl für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin in Zusammenarbeit mit einem kommerziellen Anbieter, dem Selbstlageranbieter MyPlace-SelfStorage.

Zwei Beiträge handeln dann auch um das Thema “SelfStorage”: Das banale Bedürfnis nach Stau- und Lagerraum von Carmen Keckeis und Was bedeutet es Lagerraum zu vermieten und etwas Leeres durch Andere füllen zu lassen? von SelfStorage-Chef Martin Gerhardus.

Der Blog wird übrigens auch von SelfStorage gehostet.

Der Blog ist erst vor wenigen Blog gestartet worden und hat erst ein paar Beiträge mit variabler Qualität. Wenig einladend ist das Vorwort, wo Professor Wolfgang Kaschuba zuschlägt mit Begriffen wie “identitäre Konstellationen und Konfigurationen” und Sätzen wie “Aber in seiner geradezu praxeologischen Formatierung scheint der Platz assoziativ wie diskursiv in ganz eigener Weise verfasst: als ein detaillierter, konkretisierter, differenzierter Raum.”

>> weiter zum Platzprofessor-Blog

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